BZ-Aktion Bischof aus Tansania besucht Bietigheim

Von Jürgen Kunz
Bischof Antony Lagwen aus Tansania (links) besuchte mit Rolf Schnee, Vorsitzender des Krankenhaus-Fördervereins Kusaidia Afrika, zum dritten Mal den Verlag der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung, um sich persönlich für die Unterstützung durch die BZ-Aktion für das Laboranten-Ausbildungsprojekt in seinem Heimat zu bedanken. Foto: /Martin Kalb

Das 2015 begonnene College zur Ausbildung von medizinische Laboranten im Krankenhaus von Dareda ist inzwischen in Tansania ein wichtiger Baustein in der medizinischen Versorgung.

Mit rund 200 000 Euro hat die BZ-Aktion Menschen in Not seit 1997 den Bietigheim-Bissinger Förderverein „Kusaidia Afrika“ unterstützt. Der Verein mit Rolf Schnee an der Spitze fördert im tansanischen Dareda ein Krankenhaus, und hat dabei seit 2015 einen Ausbildungsgang von medizinischen Laboranten im „Nicodemus Hhando College of Health Science“ initiiert und mitfinanziert. Die jährlichen Spendengelder der BZ-Aktion flossen seither in dieses Projekt, das inzwischen ein wichtiger Baustein für die medizinischen Versorgung dort geworden.

Nach vier Jahren war Bischof Antony Lagwen auch zu einem persönlichen Austausch mit Rolf Schnee nach Deutschland gekommen, und es war ihm wichtig Manfred Gläser, den Vorsitzenden der BZ-Aktion Menschen in Not e.V., zu treffen: „Ich freue mich wieder hier zu sein, um mich persönlich für die Unterstützung zu bedanken.“ Bischof Antony Lagwen ist seit 2003 für die Finanzen der Diözese Mbulu verantwortlich und seit 2018 Bischof der rund 21 600 Quadratkilometer großen Diözese, die etwa 200 Kilometer westlich von Arusha im Nordosten Tansanias liegt und in der 1,2 Millionen Menschen leben.

Weitere Studiengang

62 Studenten werden am College, das dem Krankenhaus in Dareda angegliedert ist, innerhalb von drei Jahren von angestellten Lehrern und Krankenhausärzten ausgebildet. Nach der staatlichen Abschlussprüfung erhalten sie ein allgemeingültiges Diplom und arbeiten in Krankenhäusern und Gesundheitszentren. „Ich möchte, dass durch die diplomierten Laboranten in ihrem Land Tansania eine Infrastruktur aufgebaut wird“, sagt Fördervereinsvorsitzender Schnee. Die ausgebildeten Laboranten seien in der Gesundheitszentren des ganzen Landes anerkannt. Die in Deutschland übliche Unterscheidung zwischen Pflegekräften und (akademischen) Ärzten gebe es, so Schnee, in Tansania nicht. Die medizinische Versorgung basiere auf Pflegekräften, Praktikanten, „Clinical Officer“ und Ärzten.

„Das College wächst ständig“, erklärt Bischof Antony Lagwen, dennoch sei es nötig, um die Attraktivität der Ausbildung zu gewährleisten, einen weiteren Studiengang anzubieten. Die Ausbildung zum „Clinical-Officer“, der nach Abschluss eine mit dem deutsche Hausarzt vergleichbar Funktion in den Krankenstationen hat, sei inzwischen gestartet.

Mit dieser Erweiterung können sich, so der Bischof, die Schule breiter aufstellen und bekommen eine höhere Akzeptanz. „Die Studenten kommen auch aus strukturschwachen Bereichen Tansanias“, merkte Lagwen an. Schwierig seien die staatlich verfügten Voraussetzungen für eine College-Ausbildung. So sind durchweg gute Zeugnisnoten in Englisch, Mathematik, Physik, Biologie und Chemie gefordert, und gerade in Mathematik gebe es bei den tansanischen Schüler Defizite.

„Gute Zusammenarbeit“

Nach der Einschätzung von Rolf Schnee, „hat sich Tansania gut entwickelt, und es ist eine friedliches Land, obwohl es 132 Stämme gibt“. Auch Bischof Antony Lagwen betont die gute Zusammenarbeit zwischen Muslime und Christen.

Seit März 2021 ist die 62-jährige Samia Suluhu Hassan die erste Frau an der Spitze des Landes. „Die muslimische Präsidentin ist aufgeschlossen und pflegt gute Kontakte zu den christlichen Bischöfen“, betont Bischof Antony Lagwen zum Abschluss des einstündigen Gesprächs im Verlagshaus.

 
 
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