Das Fitkom in Besigheim wurde 2004 eröffnet Neue Wege zur Fitness

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Der Funktionsraum des Fitkom nach der Erweiterung im Sommer 2016. Das „Fitness- und Kommunikationszentrum“ wurde im Oktober 2004 eingeweiht und danach noch zwei Mal erweitert. Foto: Martin Kalb

Seit Ende der 1990er-Jahre verfolgte die Besigheimer Sportvereinigung die Idee eines Sportzentrums, das sie schließlich selbst plante, baute und finanzierte.

An die ersten Überlegungen Ende der 1990er-Jahre, in Besigheim eine neue Art von Sportzentrum zu errichten, erinnert sich Uwe Schober noch ganz genau. Nichts weniger als eine „sportliche und soziale Mitte“ wollte die Sportvereinigung schaffen, so Schober, damals Leiter der Turnabteilung und heute Vorsitzender des Vereins. Die Sportvereinigung reagierte damit auf gesellschaftliche Veränderungen, die sich unmittelbar auf die Struktur des Vereins niederschlugen.

Es war eine einfache Rechnung, die das damals 24-köpfige Zukunftsteam der Sportvereinigung anstellte. Im Jahr 1980 waren von den 1338 Mitgliedern der Spvgg rund 900 Mitglied in Wettkampfgruppen. Anfang der 2000er-Jahre, als der Verein bereits 2500 Mitglieder zählte, war die Zahl der Wettkampfsportler mit 950 nahezu konstant geblieben. Gesundheit, Fitness und Spaß zählten offenbar mehr als die sportliche Leistung, stellte die Sportvereinigung fest. Doch wohin mit den Freizeit- und Gesundheitssportlern? Wer bei der „Aerobic“ oder in der Fitnessgruppe „Bauch, Beine, Po“ mitmachen wollte, für den „brauchte man keine dreiteilige Halle“, erinnert sich Schober. Bevor es das Fitkom gab, dienten Räume in Kindergärten oder in der Stadthalle Alte Kelter als Ausweichquartier.

Und es gab noch eine andere Entwicklung, die den Vereinsvorstand darin bestärkte, die neuartige Sporthalle zu bauen: Mit dem Neubaugebiet rund um den Elser Ring wuchs die Zahl der Einwohner in Besigheim und damit auch die Zahl der Kinder. Weil die Kapazitäten fehlten, „konnten wir sie nicht mehr aufnehmen“, sagt der Spvgg-Vorsitzende. Die Arbeitszeiten wurden flexibler, Frauen und ältere Menschen wollten Sport treiben, wann sie dazu Lust und Zeit haben, nicht erst nach 18 Uhr.

Aus dem 24-köpfigen Planungsteam entstand schließlich eine siebenköpfige Planungsgruppe, in der die Vision eines Sport- und Bewegungszentrums in konkrete Vorschläge und Pläne umgemünzt wurde. Rund um den Fitnessraum mit seinem Gerätepark sollten Sporthalle, Tagungsraum, Sauna, Büros und ein Bistro entstehen. Von Anfang an war die Kooperation mit den Schulen, mit Krankenkassen und anderen Vereinen ein Ziel des Neubaus, der im Oktober 2004 eingeweiht wurde.

Der Verein selbst sollte durch den Bau des Fitkom gestärkt und integriert werden. „Wir wollten kein isoliertes Fitnesszentrum“, sagte Schober. Aus seiner Sicht war es ein völlig neuer Weg, „den Gesamtverein dort hineinzubringen.“ Rein äußerlich zeigt sich das daran: Wer im Fitkom trainieren will und dafür seinen Monatsbeitrag zahlt, muss auch Mitglied der Sportvereinigung werden. Heute hat das Fitkom 1800 Mitglieder, „viel mehr als am Anfang gedacht“, so Schober; es ist längst die größte Abteilung innerhalb der Sportvereinigung, die rund 3800 Mitglieder zählt.

Uns noch etwas anderes war neu und bis dahin einzigartig am Projekt des größten Besigheimer Vereins: Es war die Sportvereinigung selbst, die das Gebäude mit einem Volumen von immerhin zwei Millionen Euro geplant, gebaut und finanziert hat. Auf kommunale Zuschüsse musste der Verein verzichten, die Stadt Besigheim gewährte lediglich eine Ausfallbürgschaft und stellte das Grundstück zu einem symbolischen Preis in Erbpacht zur Verfügung, so Schober.

Der Name für das neue Sportzentrum wurde mittels eines Wettbewerbs gefunden, für den 93 Vorschläge eingingen. Die Zahl der zahlenden Mitglieder wuchs schnell. Zwischenzeitlich wurde das Fitkom zwei Mal erweitert, zuletzt im Sommer 2016. Das ist ein Grund, warum der Verein noch immer an den Schulden trägt. Doch „wir sind im Soll“, sagt Schober, „wir können Rücklagen bilden.“

 
 
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