Die Otto-Rombach-Bücherei ist zufrieden Abholservice wird gut angenommen

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Bei der Otto-Rombach-Bücherei können online Bücher bestellt werden.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Seit fast zwei Wochen bietet die Otto-Rombach-Bücherei nun einen Abholservice an, der gut angenommen wird. Auch das Bürgeramt ist mit der Online-Terminvergabe zufrieden.

Lockdown, Regen, kalte Temperaturen und wenig Abwechslung – da können Bücher helfen und einen in eine ganz andere Welt entführen. Doch die Büchereien sind geschlossen. Ende Januar aber kam die rettende Nachricht für alle Leseratten in Bietigheim-Bissingen. Die Otto-Rombach-Bücherei bietet seit 19. Januar einen Abholservice für ihre Kunden an (die BZ berichtete). Bis zu 15 Medien können nun online oder telefonisch vorbestellt werden, und die kontaktlose Übergabe erfolge am nächsten Tag, verkündete die Stadt. Seit Anfang Februar gibt es diesen Service auch in der Bücherei Bissingen. Dort können die bestellten Bücher immer dienstags und donnerstags jeweils zwischen 15 und 18 Uhr abgeholt werden. Doch wie kommt das Angebot bei den Bietigheim-Bissingern an? „Sehr gut“, teilt die Stadt mit, „es kommen 30 bis 40 Menschen täglich, um die vorgemerkten Bücher abzuholen.“

Warum erst so spät?

Doch Deutschland befindet sich nicht im ersten Lockdown. Warum kommt das Angebot erst so spät? „Im ersten Lockdown war ein solches Angebot nicht erlaubt“, erklärt Anette Hochmuth, Sprecherin der Stadt Bietigheim-Bissingen. Die Otto-Rombach-Bücherei (ORB) habe in dieser Zeit jedoch einen Lieferservice für Senioren angeboten. Ab Ende April lief dann wieder der Normalbetrieb an. Doch nach kurzer Zeit musste die ORB bis November erneut schließen. „Im November musste zunächst wegen diverser Corona-Infektionen geschlossen werden“, teilt die Stadt mit. Ein Abholservice sei nicht möglich gewesen, da fast alle Mitarbeiterinnen krank oder in Quarantäne waren. Danach begann der erneute Lockdown, bei dem zunächst ein Abholservice ebenfalls nicht erlaubt war. Auch nach der Novellierung der Verordnung Anfang/Mitte Januar war er zunächst weiterhin untersagt, so Hochmuth. „Die öffentlichen Bibliotheken waren mit den wissenschaftlichen Bibliotheken zunächst nicht gleichgestellt.“ Erst am 13. Januar erfolgte eine Klarstellung des Landes, die auch öffentlichen Bibliotheken einen Abholservice erlaubte. „Dann konnte das Abholkonzept unverzüglich (19. Januar) umgesetzt werden.“

Allerdings gibt es auch Kritik an dem Abholservice. Zwar können wie bisher über die Homepage der ORB Bücher online vorgemerkt werden, doch müssen diese trotzdem telefonisch reserviert und ein Termin zur Abholung vereinbart werden. Zudem kritisieren manche Nutzer die veraltet wirkende Mediensuche der Bücherei. Die Zugänglichkeit zum Online-Katalog sei schlecht, schreibt ein Bürger an die BZ und an die Stadt.

Der Abholservice binde den wesentlichen Teil der noch vorhandenen Arbeitskraft in der ORB, da die Beschäftigten zurzeit in Kurzarbeit sind. „Eine Auszubildende und eine weitere Kraft beschäftigen sich fast den ganzen Tag mit Mediensuche und Bereitstellung. Parallel dazu koordiniert eine Person den Ablauf, berät und vergibt Termine“, sagt Hochmuth. Die Kurzarbeit der Beschäftigten werde so nach und nach reduziert, um den Abholservice weiter ausbauen zu können.

Termine fürs Bürgeramt

Neben dem Abholservice wurde auch die Online-Terminvergabe im Bürgeramt bekannt gegeben. Im September sorgten personelle Engpässe noch für lange Warteschlangen vor dem Amt in der Löchgauer Straße 22 (die BZ berichtete). Unter anderem die schlechte telefonische Erreichbarkeit sorgte für Unmut. Das sei damals der Urlaubszeit sowie Krankheitsfällen und anderen unerwarteten Ausfällen geschuldet gewesen, so Hochmuth. Zunächst hieß es, dass sich die telefonische Terminvergabe bislang gut bewährt habe und beibehalten werden soll. Doch im September räumte Anette Hochmuth ein, dass es inzwischen auch Engpässe in der Bearbeitung der Terminvergabe gebe. Daher wurde an einem Online-System gearbeitet, das jedoch in das bereits vorhandene System der Zuteilung der Serviceplätze eingebunden werden muss und deshalb mehr Aufwand bedeute.

Doch jetzt ist die Online-Terminvergabe möglich. Auch hierzu erhalte die Stadt positive Rückmeldungen: „Die neue Terminvereinbarung wird sehr gut angenommen.“ Genaue Zahlen liegen nicht vor. „Bereits einen Tag nach der Einführung gab es jedoch schon mehr als 60 Termineintragungen.“ Dennoch muss die Stadt eingestehen, dass es momentan immer noch zwei Wochen dauert bis zum nächst möglichen Termin. „Nach Einführung der Online-Terminvereinbarung wurde dies besser, aber dennoch ist eine Wartezeit für einen freien Termin nicht ganz zu vermeiden.“ Dafür gebe es kaum Wartezeiten, wenn die Menschen zum Bürgeramt kommen, so Hochmuth.

Telefonische Vorbestellung

Bücher können sowohl in der Otto-Rombach-Bücherei in Bietigheim als auch in der Bücherei in Bissingen telefonisch vorbestellt und abgeholt werden. Die Bissinger Bücherei ist dienstags und donnerstags jeweils zwischen 15 und 18 Uhr unter (07142) 7 43 82 erreichbar. Die ORB ist von Dienstag bis Freitag von jeweils 10 bis 17 Uhr unter der Nummer (07142) 7 44 86 erreichbar.

Der Anmelde-Button für das Bürgeramt ist auf der Startseite der städtischen Homepage zu finden. Die Online-Anmeldungen gelten allerdings nur für das Bürgeramt Bietigheim. Für das Bürgeramt in Bissingen verbleibt es bei der telefonischen oder schriftlichen (E-Mail) Terminanfrage.

www.buecherei.bietigheim-bissingen.de

www.bietigheim-bissingen.de

 
 
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