Die Stadt Sachsenheim pflegt vor allem hitzeresistente Bäume Eichenbäume als Klimaschützer

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Revierförster Theo Wöhr erklärt den anwesenden Sachsenheimer Gemeinderäten im Wald bei Häfnerhaslach, wie bei den Eichenbäumen Naturverjüngung im Wald umgesetzt wird.⇥ Foto: Oliver Bürkle

Gemeinderäte informieren sich beim jährlichen Waldbegang über Auswirkungen des Klimawandels im Sachsenheimer Forst.

Vereinzelte dünn belaubte Buchen mit dürren, abgestorbenen Kronen, Fichten mit rotbraunen Nadeln, die vom Borkenkäfer befallen sind, und einige vertrocknete Kiefern: Während an anderen Orten im Wald die Schäden des Klimawandels bereits deutlich sichtbar sind, hält sich die Schadensbilanz in der rund 1280 Hektar großen forstlichen Betriebsfläche der Stadt Sachsenheim noch in Grenzen. „Ursache dafür sind vor allem die Keuper-Mischwälder in unserem Stadtwald und ihr hoher Eichenanteil von über 40 Prozent. Die vielen Förstergenerationen vor uns haben gute Arbeit geleistet, dass die Klimaschäden im Sachsenheimer Wald bisher vergleichsweise gering sind“, betonten die beiden verantwortlichen Revierförster Theo Wöhr und Burkhard Böer beim diesjährigen Waldbegang rund um den Heiligenbergsee in Häfnerhaslach.

Klimaschäden im Wald
möglichst klein halten

Auch der Fachbereichsleiter für den Wald beim Landratsamt Ludwigsburg, Dr. Michael Nill, war ins Kirbachtal gekommen, um die anwesenden Gemeinderäte und Vertreter der Stadtverwaltung vor Ort darüber zu informieren, wie im Sachsenheimer Wald die Klimaschäden auch künftig möglichst klein gehalten werden sollen. „Der Wald ist unser ganz großer Klimaschützer, denn er bindet jedes Jahr viele Tonnen CO2. Doch dieser wichtigen Funktion kann der Wald nur nachkommen, wenn er auch wirklich gesund ist. Wir wollen den Wald für die künftigen Generationen erhalten. Von diesem Generationenvertrag ist unser tägliches Handeln bestimmt“, machte Dr. Nill deutlich. Dies wurde den Teilnehmern, unter denen auch Sachsenheims Bürgermeister Holger Albrich weilte, sehr schnell in einer sogenannten „Schirmschlagstellung“ mit Eichenaltholz klar. Während sich an dieser Stelle im Wald 80 bis sogar 180 Jahre alte Eichenbäume mit einem Stammdurchmesser von 77 Zentimetern und mehr in den Himmel schrauben, ist der Boden bereits von vielen kleinen grünen Eichenpflänzchen bedeckt. „Die Eiche ist eine Lichtbaumart und braucht Helligkeit. Daher haben wir in diesem Waldabschnitt Buchenbäume mit Trockenheitsschäden und anderen Mangelerscheinungen entfernt, um der Naturverjüngung der Eichen auf den sandigen Böden beste Ausgangsvoraussetzungen zu schaffen“, so Wöhr.

Wichtig ist, dass auch keine Brombeerhecken wuchern, welche die jungen Eichen bedrängen könnten. Sein Kollege Böer ergänzte, dass die Stadt Sachsenheim landesweit einen sehr hohen Anteil an Eichen im Forst habe, und dies auch Verpflichtung sei, die robuste Baumart zu bewahren und natürlich zu verjüngen.

Traubeneiche kommt mit dem Klimawandel gut zurecht

Dass die Traubeneiche im Unterschied zur Fichte beispielsweise mit den Auswirkungen des Klimawandels gut zurechtkommt, wurde an der zweiten Station der Waldbegehung deutlich, an der die Teilnehmer hautnah miterleben konnten, wie mit regelmäßigen Durchforstungsmaßnahmen ein klimaresistenter Mischwald aufgebaut wird. Dort sollen nicht nur Traubeneichen eine Chance haben, sondern auch Buchen, Kiefern und Lärchen.

Weiter ging es zu einer kleinen, 0,2 Hektar umfassenden Kalamitätsfläche, wo Fichtenbäume Stürmen zum Opfer gefallen waren. „Wir wollen auf solchen Flächen heimische Baumarten anpflanzen, die resistenter gegen die Auswirkungen des Klimawandels sind. Dazu gehört auch die Baumhasel, welche wir hier pflegen und deren Hartholz sehr begehrt ist. Die Baumhasel wächst schneller als die Eiche“, sagte Förster Wöhr.

2020 waren die jungen Baumhaselbäume in die Erde gekommen, deren gutes Wachstum die Teilnehmer des Waldbegangs selbst in Augenschein nehmen konnten. „Viele Waldbesucher fragen uns immer wieder, warum wir manchmal so viel Holz einschlagen. Aber dies machen wir gezielt, um beispielsweise die jungen Eichenbäume und die Naturverjüngung zu fördern“, so Dr. Nill. Um solche offenen Fragen zu klären, dafür sei der jährliche Waldbegang da, dessen Teilnehmer als Multiplikatoren in der Bevölkerung wirken können, betonte er.

 
 
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