E-Mobilität in Tamm Stresstest für E-Mobilität

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Die Teilnehmer des „E-Mobility-Carré“ mit dem Projektteam. ⇥ Foto: Netze BW

Die Auswirkungen der Elektromobilität auf das Stromnetz hat, testet die Netze BW in Tamm. 45 Haushalte der Wohnanlage Pura Vida haben E-Autos erhalten.

Wie alltagstauglich ist E-Mobilität? Dieser Frage gehen derzeit viele Tammer nach. „Elektropionier am Steuer“ – mit dieser Aufschrift versehene Autos sind seit Dezember vermehrt in Tamm zu sehen. Die Netze BW hat insgesamt 45 VW eGolf und BMW i3 an Bewohner der Tammer Wohnanlage Pura Vida in der Brächterstraße übergeben. Der Gebrauch der E-Autos soll Teil ihres Alltags sein. Der Auftrag lautet: Das Stromnetz stressen. Denn das muss auch im Zuge der Mobilitätswende und dem damit verbundenen Hochlauf der Elektromobilität stabil bleiben, teilt die Netze BW mit.

In Praxistests – sogenannten Netzlaboren – will die Netze BW herausfinden, wie die Integration von Elektromobilität in eine bestehende Netzinfrastruktur am besten gelingen kann. Nach einem abgeschlossenen Test in Ostfildern mit Einfamilienhäusern weitet die Netze BW ihre Erfahrungen in diesem Jahr in Tamm mit dem Projekt „E-Mobility-Carré“ auf Mehrfamilienhäuser aus. Der offizielle Projektstart ist für den 16. März geplant.

Ende vergangenen Jahres hat die EnBW-Tochter die Pura Vida-Tiefgarage mit einer Ladeinfrastruktur (58 Ladestationen) ausgestattet. „Wir erproben im E-Mobility-Carré ein intelligentes Lademanagement, das zur Vermeidung einer Überlastung des Netzes in den Ladevorgang eingreifen kann“, erklärt Projektleiter Ralph Holder.

Das Projekt ist vor dem Hintergrund einer anstehenden Gesetzesänderung des Wohnungseigentumsgesetzes besonders interessant: Bislang mussten Eigentümergemeinschaften einstimmig dem Bau von Ladestationen in gemeinsam genutzten Tiefgaragen zustimmen – künftig soll eine einfache Mehrheit der Stimmen genügen. Damit dürfte Elektromobilität auch in Mehrfamilienhäusern an Bedeutung gewinnen, so Netze BW. Das Unternehmen hat sich die Entwicklung von kundenfreundlichen Anschlüssen zum Ziel gesetzt. Dafür gilt es zunächst Kundenverhalten und –akzeptanz zu beobachten. Also, wie viel Autos zu welchen Zeiten laden. Daraus lasse sich ableiten, welche Anschlussleistung tatsächlich benötigt wird.

Bevor das Projekt richtig startete, wollte die Netze BW noch ein wenig Zeit verstreichen lassen, so Holder: „Die Projektteilnehmer sollen jetzt erstmal in Ruhe alles ausprobieren, sich an das neue Auto und das Laden gewöhnen.“ Das konnten sie seit Dezember tun, so dass es nun im März losgeht. Hans-Peter Willmann, Beirat der Eigentümergemeinschaft, freute sich im Rahmen der Autoübergabe: „Wir sind stolz, im ‚Auto-Land‘ Baden-Württemberg als E-Mobilitäts-Pioniere an diesem Projekt teilnehmen zu können und damit einen Beitrag zur Zukunft der E-Mobilität zu leisten.“

 
 
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