Eishockey, DEL2 Steelers bleiben cool in Crimmitschau

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Mychal Monteith (rechts) klärt gegen Crimmitschaus 1:0-Torschützen Carl Hudson. Mit einem Traumpass zur zwischenzeitlichen 3:2-Führung lieferte er einen guten Einstand im Steelers-Trikot ab.⇥ Foto: Andreas Kretschel

Trotz zweimaligem Rückstand gewinnen die Bietigheimer mit 5:3 bei den Eispiraten und klettern damit auf Rang sieben der DEL2. Guillaume Leclerc ist mit den beiden letzten Treffern der Matchwinner.

Die Bietigheim Steelers sind auf dem besten Weg, sich vielleicht doch noch direkt für die Playoffs in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) zu qualifizieren. Durch einen 5:3-Erfolg bei den Eispiraten Crimmitschau kletterte das Team von Trainer Marc St. Jean auf den siebten Platz, nur noch einen Punkt hinter dem Fünften Bad Nauheim.

Wäre Kevin Gaudet noch Trainer der Steelers, er hätte nach dem ersten Drittel bestimmt von seinen legendären „Gehirnfürzen“ gesprochen. Crimmitschau begann zwar in den ersten beiden Minuten sehr druckvoll, doch dass die Eispiraten zweimal in Führung gehen konnten, lag einzig und allein an sehr großzügigen Geschenken der Bietigheimer. Dem 1:0 durch Rekonvaleszent Carl Hudson ging eine katastrophaler Fehlpass von Eric Stephan von hinter dem eigenen Tor genau auf die Kelle von Christoph Körner voraus. Der legte quer auf Hudson. Dabei rutschte auch noch Torhüter Stephon Williams weg, sodass der Crimmitschauer aus etwas mehr als einem Meter ein komplett leeres Tor vorfand.

Doppelter Pechvogel Stephan

Die Steelers fingen sich aber recht schnell wieder, weil sie keine drei Minuten später so ein wenig aus dem Nichts ausglichen. Nikolai Goc zog einfach mal von der blauen Linie ab, Frederik Cabana hielt den Schläger rein und fälschte unhaltbar ab. Keine halbe Minute später hätten die Gäste eigentlich sogar in Führung gehen müssen, als sie einen Konter zwei gegen eins liefen. Matt McKnight täuschte einen Pass an, machte es aber alleine und scheiterte an Torwart-Neuzugang Patrik Cerveny. Dafür schenkten die Steelers dem schlechtesten Powerplay der Liga dann ein Überzahltor (10.). Ty Wishart zog von der blauen Linie ab, Williams wehrte ab, doch Pechvogel Stephan schlug ein zweites Mal zu – schoss den Puck statt an die Bande hinter dem Tor ins eigene Netz. Dafür bekam Bietigheim dann den Ausgleich geschenkt (16.). Ole Olleff fing einen langen Pass von Max Prommersberger runter, ließ ihn aber genau vor den Schläger von Norman Hauner fallen. Der zog auf und davon und ließ Cerveny mit einem Schuss neben den rechten Pfosten keine Chance.

„Ich denke, wir waren das bessere Team. Das war ein blödes Eigentor, ansonsten würden wir führen“, meinte der wiedergenesene Dennis Swinnen nach Ende des ersten Durchgangs. Das sollte sich im zweiten Drittel ändern. Williams bekam einiges zu tun, hielt aber erstklassig seinen Kasten sauber. Die beste Chance in den zweiten 20 Minuten bot sich aber Myles Fitzgerald in der 30. Minute im Powerplay, als er nach einem Abpraller plötzlich – aus allerdings spitzem Winkel – das leere Tor vor sich hatte und am langen Pfosten vorbeischoss.

Traumeinstand von Monteith

Unter den Augen von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer begann das Schlussdrittel mit einem Traumpass von Steelers-Neuzugang Mychal Monteith aus der eigenen Zone an die gegnerische blaue Linie auf Alexander Preibisch. Der hatte freie Bahn und netzte durch die Schoner von Cerveny zur erstmaligen Bietigheimer Führung ein (42.). Die Gäste liefen nun richtig heiß und das 2:4 schien nur eine Frage der Zeit, doch wie im ersten Drittel fiel diesmal auf der anderen Seite wie aus dem Nichts der Ausgleich. Dominik Walsh stand bei einem Querschläger plötzlich ganz frei (46.). Doch die Steelers ließen sich nicht beirren und gingen nach etwas mehr als 51 Minuten durch Guillaume Leclerc erneut in Führung. Der Rest war eine sehr clevere, offensive Verteidigung und ein Schuss ins leere Tor durch Leclerc 90 Sekunden vor dem Ende.

 
 
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