Eishockey, DEL2 Steelers fallen in die Löwengrube

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Viel Verkehr um Torhüter Patrick Klein, doch lediglich Brett Breitkreuz (links zwischen zwei Frankfurtern) überwand den Löwen-Schlussmann – trotz zahlreicher bester Chancen.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Bietigheim unterliegt Frankfurt mit 1:4 und wird Opfer der eigenen schwachen Chancenverwertung. Der Abstand auf Platz sechs beträgt damit genauso vier Punkte wie auf den ersten Playdown-Rang.

Eigentlich waren sich die Bietigheim Steelers sicher, nichts mehr mit der Abstiegsrunde in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) zu tun zu haben. Nachdem sie aber trotz guter Leistung mit 1:4 gegen die Löwen Frankfurt verloren haben, beträgt der Vorsprung nur noch vier Punkte auf Rang elf.

Der Eishockeyabend begann still, mit einer Schweigeminute für die Terroropfer von Hanau. Doch so ruhig blieb es nicht lange. Schon in der ersten Minute erwischte Frankfurt Steelers- Schlussmann Stephon Williams mit einem abgefälschten Schuss beinahe auf dem falschen Fuß. Dann musste Williams Kopf und Kragen bei einer Rettungsaktion riskieren, stand anschließend etwas weit vor seinem Kasten und Maximilian Eisenmenger hatte plötzlich das komplett offene Tor vor sich, war aber wohl so überrascht, dass die Bietigheimer mit vereinten Kräften klären konnten. Allerdings bekam Williams eine Strafe wegen Beinstellens, und weil Mychal Monteith nach nur 25 Sekunden in Unterzahl wegen eines Stockchecks auch raus musste, spielten die Steelers schon früh mehr als eineinhalb Minuten mit zwei Mann weniger.

Als diese brenzlige Phase überstanden war, kamen die Gastgeber immer besser ins Spiel und hätten sich die Führung redlich verdient. Der Ex-Frankfurter Eric Stephan schickte in der neunten Minute Alexander Preibisch mit einem Traumpass von hinter dem eigenen Tor steil, der verzog aber allein vor Torhüter Patrick Klein knapp. Eine Minute später waren Guillaume Leclerc und Preibisch gegen nur noch einen Verteidiger unterwegs in Richtung Tor, Leclercs Zuspiel auf Preibisch war jedoch zu ungenau. Und dann hatte auch noch zuerst Mark Ledlin binnen weniger Sekunden drei Einschussmöglichkeiten und noch im selben Angriff stoppte Benjamin Zientek die Scheibe in Baseball-Manier runter, Norman Hauner zog direkt ab, verzog aber auch knapp. Erst in den letzten drei Minuten wurde Frankfurt wieder gefährlich und hatte eine Druckphase, doch es ging torlos in die erste Pause.

In Unterzahl ins zweite Drittel

Das zweite Drittel begann so turbulent, wie das erste phasenweise war. Bietigheim musste in Unterzahl beginnen, weil Frederik Cabana nach der Sirene noch eine Strafe wegen unsportlichen Verhaltens kassiert hatte. Er war sichtlich unzufrieden mit der nur schwer erkennbaren Linie der Unparteiischen. Frankfurt nutzte den personellen Vorteil nach 52 Sekunden durch Roope Ranta zur Führung. Die hielt allerdings nicht lange. Die Gastgeber drängten sofort auf den Ausgleich und trafen nur 92 Sekunden danach bei einem Konter durch Brett Breitkreuz. Der ließ nach Zuspiel von Myles Fitzgerald den Torhüter aussteigen und vollstreckte mit der Rückhand.

Doch auch dieser Spielstand hielt keine zwei Minuten. Ausgerechnet Williams, der bis dahin ein überragendes Spiel gemacht hatte, unterlief der entscheidende Fehler. Er ließ einen Schuss wieder aus der Fanghand fallen, der ehemalige Nationalspieler Eduard Lewandowski stand goldrichtig und staubte ab.  Die Bietigheimer waren aber auch jetzt keineswegs in Schockstarre. Vor allem in der 32. Minute gab es bei einem Powerplay gleich mehrere Einschussmöglichkeiten, doch irgendwie war immer noch ein Frankfurter dazwischen. Nur einmal kam bei einem Breitkreuz- Schuss schon Jubel auf. Die Unparteiischen überprüften die Szene per Videobeweis und stellten fest, dass die Scheibe die Linie nicht überschritten hatte.

Diese Unterbrechung kostete die Steelers aber den Rhythmus. Plötzlich ging nicht mehr viel nach vorne und die Löwen wurden immer gefährlicher. Dies resultierte schließlich nach einer Frankfurter Druckphase im 1:3. Manuel Strodel schickte nun Williams tatsächlich in die falsche Ecke, als er einen Schuss abfälschte.

Mit dem späten Gegentreffer war bei den Steelers so ein wenig die Luft raus. Sie waren zwar weiter bemüht, konnten jedoch nicht mehr den Druck aufbauen, den sie zuvor über längere Phasen erzeugt hatten. Frankfurt agierte nun aber auch wie ein wahres Spitzenteam und kontrollierte die Partie. Dazu hatten die Löwen dann auch noch die nötige Portion Glück, als in der 48. Minute gleich dreimal ein Abpraller auf einem Frankfurter Schläger landete. Das letzte Mal von der Bande hinter dem Tor. Luis Schinko stand goldrichtig und überwand Williams zum 1:4.  Die Gastgeber hatten noch eine ganz dicke Chance, keine 60 Sekunden nach dem vierten Gegentor, als Fitzgerald die Gäste mit einem abgefangenen Puck bei einem ganz schlechten Wechsel erwischte, den Puck aber völlig frei daneben hämmerte.

 
 
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