Final Four: Bietigheimer Nachwuchs landet auf Platz vier SG BBM schnuppert am Finale

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SG-Talent Carlotta Hees hat die Bewacherinnen abgewimmelt und setzt zum Wurf an. ⇥ Foto: Eibner-Pressefoto / Beaut.Sports / Schlickis

Die weibliche Bietigheimer A-Jugend liefert Bayer Leverkusen im Halbfinale einen heißen Kampf und unterliegt erst nach Siebenmeterwerfen. Am Ende wird’s Platz vier.

Nur um Haaresbreite schrammte die weibliche A-Jugend der SG BBM Bietigheim beim Final Four in Leipzig an der Sensation vorbei. Der Außenseiter scheiterte nach Siebenmeterwerfen im Halbfinale an Bayer Leverkusen (31:33). Absolut gleichwertig war die SG auch im Spiel um Platz drei gegen Buxtehude. Nach dem 19:19-Zwischenstand fehlte am Ende die Kraft und „Buxte“ holte mit 23:19 Bronze.

„Das Spiel hatte keinen Verlierer verdient. Es war reine Glückssache, aber es musste einen Sieger geben“, fasste Jörg Hermes, der auf der Bank von der früheren Bietigheimerin „Flummi“ Karolius unterstützt wurde, das dramatische Halbfinalgeschehen am Samstagabend zusammen.

Der Start gehörte den „Jungelfen“. Die hatten sich gut auf die 5:1-Abwehr der SG vorbereitet, spielten diese lehrbuchmäßig aus und lagen schnell 5:0 vorn. Brian Ankersen reagierte, stellte seine Defensive erfolgreich auf 6:0 um. Bietigheim drehte die Partie, nach 21 Minuten erzielte Carlotta Hees beim 9:8 die erstmalige Führung. Mit 15:15 ging es vor 200 begeisterten Fans in die Pause. Nach dem Wechsel schien das Momentum auf Seite der SG. Ankersens Schachzug, die Torhüterin zeitweilig durch eine siebte Feldspielerin zu ersetzen, ging auf. In der 46. Minute schmuggelte Rechtshänderin Nina Gottschalk mit links die Harzkugel an Leverkusens Keeperin vorbei zum 22:19 für Bietigheim ins Netz. Bayer steckte den Rückstand weg, war beim 24:23 wieder vorn und verteidigte die Führung bis zum Ablauf der Spielzeit. Die Schwäbinnen hatten aber in letzter Sekunde einen nach dem Abpfiff direkt auszuführenden Freiwurf erhalten. Laila Ihlefeld trat an und zimmerte den Ball über Leverkusens Block zum 25:25 in den Winkel – Verlängerung.

In den zehn Extraminuten legte Bayer zum 26:25 und 27:26 vor, Bietigheim glich aus. Als Magdalena Probst eine umstrittene Zeitstrafe kassierte, nutzten die „Jungelfen“ den Vorteil, führten zwei Minuten vor dem Ende 30:28. Erneut nahm sich Laila Ihlefeld ein Herz, traf aus dem Rückraum zum 30:29. Marleen Gaiser sorgte in der Schlussminute mit einem energischen Durchbruch für das 30:30 und machte damit das Siebenmeterwerfen perfekt.

Das Finale vor den Augen verließ Bietigheim das Trefferglück. Zweimal gewann Bayer-Torhüterin Alexandra Humpert das Nervenspiel mit den SG-Werferinnen, einmal landete die Kugel am Gebälk. Leverkusen hatte mehr Fortune und zog zum achten Mal in Folge ins deutsche Endspiel ein.

Der SG blieben nur rund 15 Stunden Regenerationszeit vor dem Spiel um Platz drei am Sonntagmorgen gegen Buxtehude. Die Partie entwickelte sich zur Abwehrschlacht. Angeführt von der überragenden Torhüterin Rena Keller und Matilda Ehlert hielt Bietigheim das Match bis zum 19:19 in der 53. Minute offen. In der Schlussphase war aber der Tank leer und das Viadukt-Team musste sich trotz großem Kampf mit 19:23 geschlagen geben. „Nach dem gestrigen Kräfteverschleiß haben heute die letzten zehn Prozent gefehlt“, analysierte Brian Ankersen, „aber ich bin riesig stolz auf die Mannschaft, den Ehrgeiz und Teamgeist, den alle gezeigt haben. Wir kommen im nächsten Jahr zurück.“ 

SG BBM Bietigheim: Keller, Bäcker; Ihlefeld (8 Tore gegen Leverkusen / 0 gegen Buxtehude), Räuchle, Gaiser (3/1), Roith, Reißberg, Frohna (3/2), Bianco (2/3), Hees (1/4), Gottschalk (2/0), Probst (2/2), Walter (3/1), Ehlert (4/6), Maier (3/0).

 
 
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