Frauenhandball, Interview mit Laura van der Heijden „Das ist das beste Gefühl“

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Laura van der Heijden und Angela Malestein (von links) nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft mit ihren Goldmedaillen.⇥ Foto: SG BBM Bietigheim

Laura van der Heijden von der SG BBM Bietigheim hat mit dem niederländischen Nationalteam den WM-Titel geholt. Im BZ-Interview spricht sie darüber, wie es ist, Weltmeisterin zu sein.

Am Sonntagabend (Ortszeit) haben die Handballerinnen Laura van der Heijden und Angela Malestein vom Deutschen Meister SG BBM Bietigheim mit der niederländischen Nationalmannschaft den größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere gefeiert. Nach dem dritten Platz bei der EM 2018 wurde Oranje nun Weltmeister. Am Dienstag ist der neue Titelträger in der Heimat gelandet, nun kehren die Spielerinnen in ihre Vereine zurück. Im Interview spricht van der Heijden über die WM, den Titelgewinn und die bald wieder anstehende Rückkehr in den Liga-Alltag mit den Spielen gegen Buxtehude am zweiten Weihnachtsfeiertag und drei Tage später beim verlustpunktfreien Tabellenführer Borussia Dortmund.

Glückwunsch zum Titelgewinn. Wie fühlt es sich an, Weltmeisterin zu sein?

Laura van der Heijden: Das ist natürlich das beste Gefühl, das man haben kann. Wir haben so hart gekämpft bei dieser WM. Wenn du dann am Ende mit der Goldmedaille dastehst, das ist das beste Gefühl.

Den Titelgewinn habt Ihr dann vermutlich entsprechend gefeiert.

Nach dem Finale haben wir zunächst im Hotel gefeiert. Als wir dann in Holland gelandet sind, waren viele Freunde und Familienangehörige da. Mit denen haben wir noch einmal gefeiert. Das war richtig gut.

Wenn man sich die Spiele angeschaut und die Stimmen der Fachleute gehört hat, haben Sie eine gute Rolle im Team auf dem Weg zum Titelgewinn gespielt. Wie schätzen Sie selbst Ihre Leistung ein?

Ich denke, dass ich gut mitgespielt und meine Tore erzielt habe. Letztlich war die Goldmedaille aber eine Teamleistung. Wir haben aber auch alle individuell sehr gut gespielt.

Hattet Ihr vorab damit gerechnet, dass ihr den Titel holen könnt?

Damit kann man natürlich nicht rechnen. Aber wir hatten ein gutes Gefühl. Vor dem Turnier nehmen wir uns immer nur vor, von Spiel zu Spiel zu schauen. Wir wollen nicht zu weit vorausschauen. Für uns funktioniert das so ganz gut, dass wir immer auf das nächste Spiel fokussiert sind.

Ihr habt in der Zwischenrunde gegen Deutschland mit fünf Bietigheimerinnen mit 23:25 verloren. Am Ende sind aber die Niederlande Weltmeister und Deutschland hat die Olympia-Quali verpasst. Wird das noch ein Thema im Verein sein?

Ich habe meine Teamkameradinnen bislang noch nicht gesehen. Ich weiß nicht, wie es ihnen geht. Aber ich finde, sie haben ein richtig gutes Turnier gespielt, und es ist schade, dass sie Olympia verpasst haben.

Es herrschen acht Stunden Zeitunterschied gegenüber Japan. Haben Sie sich schon wieder einigermaßen akklimatisiert?

Wir sind erst am Dienstagmorgen zurückgekommen. Ich hatte also erst eine Nacht hier und bin noch ziemlich müde. Ich muss mich erst noch richtig umstellen.

In gut einer Woche geht es mit schweren Bundesligaspielen weiter. Ist es ein Vorteil, dass sieben Bietigheimerinnen bei der WM waren und im Spielrhythmus sind? Oder wiegt doch eher die Belastung von zehn Spielen schwerer?

Das weiß man immer nicht. Wir müssen in dieser Woche bis zum ersten Spiel schauen, ob wir fit sind, Es kann ein Vorteil sein, dass wir im Spielmodus sind. Aber es kann auch ein Nachteil sein. Das wird sich zeigen.

Nach dem Heimspiel am zweiten Weihnachtsfeiertag steht das Spitzenspiel in Dortmund an. Bei einer Niederlage könnte schon eine Vorentscheidung im Meisterschaftsrennen gefallen sein. Was habt ihr euch als Team für den Rest der Saison vorgenommen?

Wir wollen so viele Spiele wie möglich gewinnen. Wir sind im vergangenen Jahr Meister geworden, und wir spielen dafür, den Titel zu verteidigen. Das wird aber nicht einfach, denn Dortmund hat auch eine richtig gute Mannschaft. Die Dortmunderinnen spielen richtig gut diese Saison, und wir müssen richtig gut vorbereitet sein. Wenn wir alle wieder in Bietigheim sind, müssen wir schauen, wie wir das hinbekommen.

Auch im Pokal steht Dortmund im Viertelfinale noch als Hürde bevor. Nach zwei verlorenen Endspielen in Folge ist der Pokalsieg doch sicherlich auch ein Ziel.

Natürlich, wenn man es ins Final Four geschafft hat, möchte man auch gewinnen. Das ist uns in den letzten beiden Jahren nicht gelungen. Ich war allerdings nur im Vorjahr dabei. Jedes Mal, wenn die Chance besteht, einen Titel zu holen, will man das natürlich auch tun.

 
 
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