Freiberg Knapp 80 Prozent für Jan Hambach

Von Michael Soltys
Wahlsieger Jan Hambach (Mitte), links sein Lebenspartner Chris Zielinski und Bürgermeister Dirk Schaible. Foto: /Michael Soltys

Der Kommunalpolitiker aus Calw setzte sich in Freiberg schon im ersten Wahlgang gegen zwei Mitwerber durch.

Es war kurz vor 19 Uhr, als der noch amtierende Freiberger Bürgermeister Dirk Schaible das vorläufige Ergebnis der Wahl bekannt gab. Großer Beifall und Jubel brandete im Prisma auf, als Schaible die Zahlen nannte: Jan Hambach, Jahrgang 1994, Kommunalpolitiker und bisher Stabschef des Calwer Oberbürgermeisters siegte mit fast 80 Prozent der Stimmen. Exakt 79,19 Prozent der Wahlberechtigten, in absoluten Zahlen 5371 Bürger, stimmten für das SPD-Mitglied.

Für seine beiden Mitbewerber blieben nur Brosamen. Abgeschlagen auf dem zweiten Platz landete der von der CDU unterstützte Mathias Beck. Der 46 Jahre alte Fachbereichsleiter aus dem Rathaus von Korntal-Münchingen brachte es auf lediglich 15,7 Prozent. Gar nur 5,01 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme für Axel Müller ab, der Mitglied der Grünen ist.

Das Interesse an der Wahl des Nachfolgers von Dirk Schaible, der nach 16 Jahren im Amt nicht mehr antrat, war groß. Die Wahlbeteiligung betrug 54,34 Prozent, insgesamt gaben 6800 wahlberechtigte Freiberger ihre Stimme ab. Schon eine halbe Stunde, bevor um 18 Uhr die Wahlkabinen geschlossen wurden, warteten Bürger vor dem Prisma auf Einlass. „Es ist Wahnsinn, wie viele gekommen sind“, sagte Schaible.

Als kurz nach 18 Uhr der erste Wahlkreis ausgezählt war, zeichnete sich die Tendenz bereits klar ab. Schon in dem ersten von neun Wahlbezirken führte Hambach mit der Mehrheit von 79,78 Prozent, was die Besucher mit großem Beifall quittierten. In allen anderen acht Wahlbezirken lautete das Ergebnis ähnlich, in keinem einzigen konnten die Mitbewerber punkten. Im Publikum stellte sich mancher die Frage, ob Hambach möglicherweise die Grenze von 80 Prozent überschreiten würde.

Mancher Freiberger mochte auf Hambach als Sieger gesetzt haben, dass dieser Sieg jedoch so deutlich ausfiel, kam für die meisten völlig überraschend. Ihnen dürfte es wie dem scheidenden Bürgermeister gegangen sein, der zu Beginn des Wahlkampfs auf einen Zweikampf zwischen Hambach und Beck gesetzt hatte, eventuell mit einem zweiten Wahlgang als Ergebnis. In den letzten Tagen habe er allerdings eine Tendenz zu Hambach beobachtet, machte Schaible im Gespräch mit der BZ deutlich.

Wahlsieger Jan Hambach sieht in dem Ergebnis einen „riesigen Vertrauensbeweis“. In den nächsten Jahren gehe es jetzt für ihn darum, dieses Vertrauen zu rechtfertigen. „Ich freue mich darauf, Freiberg zu gestalten“, sagte er. Sein Dank galt auch seinen Unterstützern in der Stadt, seinem Wahlkampfteam und seinem Partner Chris Zielinski, der ihm in den letzten Wochen zur Seite gestanden sei. Michael Soltys

 
 
- Anzeige -