FSV 08 Bissingen neuer Spitzenreiter Williams fliegt und siegt

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Nöttingens Nikolaos Dobros (links) im Duell mit Pierre Williams, der kurz vor dem Ende mit Rot vom Platz flog. ⇥ Foto: Ralf Poller/Avanti

Gleich drei Platzverweise und viel Aufregung gibt es beim 2:1-Sieg des neuen Oberliga-Spitzenreiters FSV 08 Bissingen gegen den FC Nöttingen.

Was sich am Freitagabend im Stadion am Bruchwald abspielte, war nichts für schwache Nerven. Doch nicht so sehr die Oberliga-Partie zwischen dem FSV 08 Bissingen und dem FC Nöttingen (2:1) selbst sorgte für mächtig Aufregung, als vielmehr jene Szenen, die sich unmittelbar vor und nach dem Schlusspfiff ereigneten.

08-Coach Markus Lang hatte alle Mühe, seine Spieler vor möglichen Übersprungshandlungen zu bewahren. Der erfahrene Übungsleiter sprach immer wieder besänftigend auf seine Kicker ein und schaffte es schließlich, sie von den Gästen hinweg zu manövrieren. Doch was war geschehen? Nur wenige Sekunden zuvor hatte Pierre Williams nach einem Foul an Nöttingens Tolga Ulusoy in der Nachspielzeit die Rote Karte gesehen. Es war bereits der dritte Platzverweis an diesem Abend, der von vielen Fouls, Wortgefechten und Nickligkeiten geprägt war, jedoch von nur wenig Fußball. Zumindest vonseiten des FCN, der zuletzt mit zwölf Toren in zwei Spielen eigentlich noch hatte aufhorchen lassen.

Denn bei den Gästen, bei denen Riccardo Di Piazza (Gelb-Rot, 85.) und Jimmy Marton (Rot, 90.) vom unsicheren Schiedsrichter des Feldes verwiesen worden waren, ging es spätestens nach dem frühen Treffer durch Nikolaos Dobros (20.) nur noch darum, das Ergebnis irgendwie über die Zeit zu retten. Das Resultat waren viele Aktionen am Rande der Legalität oder gar darüber hinaus. Während es die Nöttinger im ersten Durchgang wenigstens noch sporadisch vor das Tor der Hausherren geschafft hatten, blieb 08-Keeper Henning Bortel in der zweiten Hälfte komplett beschäftigungslos. Der Torhüter dürfte auch die größten Jubelsprünge gemacht haben, als zunächst Konstantinos Markopoulos nach einem Rempler gegen Kapitän Marius Kunde im Strafraum, den fälligen Elfmeter zum 1:1 sicher verwandelte (63.) und zwanzig Minuten später bei einem Gerezgiher-Freistoß per Kopf erneut zur Stelle war. Schließlich war Bortel der harmlose Schuss von Dobros durch die Hände gerutscht.

Denn mit seinem Doppelpack rettte Markopoulos nicht nur Bortel den Abend, sondern auch seinen Farben gegen einen biederen Gegner drei verdiente Zähler – Punkte, die ganz nebenbei den zumindest vorübergehenden Sprung auf Platz eins bedeuteten. Doch nach dem Spiel war das prägende Thema natürlich das Festival an Roten Karten. „Ich habe im Spiel keine Linie beim Schiedsrichter gesehen“, wetterte Nöttingens Trainer Michael Wittwer. „Natürlich war Bissingen besser, aber entscheidend war der Elfmeter“, so der ehemalige KSC-Profi weiter. Wittwer wollte vor dem Foul, das zum Strafstoß geführt hatte, erkannt haben, dass der Ball zuvor im Aus gewesen war. Ganz anders sah Markus Lang die Sache: „Nöttingen konnte unser Tempo nicht halten, deshalb die vielen Fouls“, erklärte der Coach. „Ich habe versucht, im Spiel nicht so emotional zu sein. Aber bei den Entscheidungen des Schiedsrichters fehlte mir die Relation.“ Und etwas versöhnlicher: „Wir haben am Ende gewonnen, dementsprechend bin ich zufrieden.“

 
 
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