Gewerbe in Gemmrigheim Gemeinde sucht den Dialog

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Ortsansässige Händler, Dienstleister, Handwerksbetriebe und Unternehmen sind wichtig für eine nachhaltige Entwicklung und ein gesundes Wachstum. Deshalt sucht die Gemeinde Gemmrigheim den Dialog. Foto: Helmut Pangerl

Gemmrigheimer Gewerbetreibende und Unternehmen aus umliegenden Gemeinden haben sich zum ersten so genannten „Gewerbe.Dialog“ in der Kelter getroffen. Weitere Treffen sollen folgen

Der neue Bürgermeister von Gemmrigheim, Dr. Jörg Frauhammer, ist noch nicht sehr lange im Amt, und doch zeigt sich bereits nach einem guten Jahr, dass er es mit seinen einstigen Wahlversprechen ernst meint. Nach intensiven Gesprächen mit den örtlichen Wengertern sowie jungen Familien sucht er nun den Kontakt zu den hiesigen Gewerbetreibenden, versucht zu verstehen, wo sie der Schuh drückt, welche Wünsche und Erwartungen sie an die Gemeinde haben, und signalisiert, ihnen hierbei so gut als möglich entgegenkommen zu wollen.

Schließlich weiß der Rathauschef, wie wichtig ansässige Handwerksbetriebe, Händler, Selbstständige, Dienstleister und Unternehmen für eine nachhaltige Entwicklung und ein gesundes Wachstum einer Gemeinde sind. Sie bieten Arbeitsplätze und bezahlen die dringend benötigte Gewerbesteuer, ohne die viele Annehmlichkeiten für die Bevölkerung nicht möglich gemacht werden könnten. So hatte Frauhammer am Mittwochabend alle örtlichen Gewerbetreibenden und explizit auch Unternehmen aus den umliegenden Gemeinden zu einem ersten Input und Austausch in die Kelter eingeladen. Ziel der Veranstaltung, die sich künftig jährlich, bei Bedarf auch öfter, wiederholen soll, ist es, eine Win-Win-Situation für die Gemeinde und die Gewerbetreibenden herzustellen. Vor dem eigentlichen Austausch standen jedoch Vorträge über aktuell brennende Themen.

Voneinander profitieren

Der Schultes und sein Team hatten sich eine mehrteilige Agenda mit aktuellen Themen und einigen externen Fachleuten ausgedacht, denen die etwa 50 Anwesenden mit großem Interesse folgten. Drei Fachleute referierten zunächst unter der Überschrift „Arbeitskräfte 4.0“ über Unterstützungsangebote bei der Suche der Unternehmen nach geeigneten (Fach-)Arbeitern.

Der Leiter der Agentur für Arbeit Ludwigsburg, Martin Scheel, die Leiterin des Jobcenters Ludwigsburg, Kathrin Falke, und der Strukturwandelbeauftragte im Landkreis Ludwigsburg, Bürgermeister a.D. Thomas Schärer, zeigten in ihren Präsentationen vielfältige Unterstützungs- und Förderangebote auf, mit denen dem drohenden oder bereits bestehenden Fachkräftemangel begegnet werden kann. Sie informierten über weniger bekannte staatlich finanzierte Angebote bei der Einstiegsqualifizierung, über ausbildungsbegleitende Maßnahmen, über Möglichkeiten staatlich geförderter Probearbeitsphasen oder Praktikas in den Betrieben und über Förderungen bei innerbetrieblichen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Wichtig für die Unternehmer dürfte der Input gewesen sein, dass der Staat nicht nur bei Arbeitslosigkeit finanziell unterstützt, sondern auch beim Einstieg oder der mehrstufigen Einstellung neuer Mitarbeiter. Und am wichtigsten könnte für die Anwesenden gewesen sein, die bei der Suche nach neuen Mitarbeitern zuständigen Stellen und Personen kennenzulernen und deren Kontaktdaten mitzunehmen.

In einem zweiten Block sprachen Matthias Gauger, der Projektmanager der Gigabit Region Stuttgart, und Wolfgang Fahrian vom Infrastrukturvertrieb der Telekom, über das inzwischen gesicherte Projekt des Glasfaser-Breitbandausbaus in Gemmrigheim. „Wertschöpfung wird in der Zukunft über das Internet laufen“, und „Kupfertechnik ist am Ende“, sagte Gauger den Anwesenden, die zum großen Teil bereits auf den fahrenden Zug aufgesprungen sind. Schließlich geht es um nicht weniger als um die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Betriebs.

Verzahnung der Bedürfnisse

Im abschließenden informellen Austausch ging es um Themen wie die Parkplatzsituation in den Gewerbeflächen oder die Beleuchtung im Gewerbegebiet zur Sprache gebracht. Höchst interessant könnte der zweite, bereits geplante „Gewerbe.Dialog“ werden, in dem es um die Fortschreibung des Flächennutzungsplans gehen soll.

 
 
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