Handball, 2. Bundesliga Jonsson motzt trotz Heimsieg

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Trotz des 34:32-Heimsiegs gegen den TV Hüttenberg gab es für Hannes Jon Jonsson, den Trainer der SG BBM Bietigheim, viele Gründe, an der Seitenlinie zu meckern. ⇥ Foto: Marco Wolf

Der Trainer der SG BBM Bietigheim ist trotz des 34:32-Erfolgs seiner Mannschaft gegen den TV Hüttenberg alles andere als zufrieden mit der Leistung. Kritik übt er vor allem an der Abwehr und den Torhütern.

Versöhnlich sollte der Jahresabschluss der SG BBM Bietigheim vor eigenem Publikum werden. Das ist dem Team von Hannes Jon Jonsson in der Zweiten Handball-Bundesliga mit einem 34:32-Erfolg gegen den TV Hüttenberg, dem sechsten Sieg aus den letzten sieben Partien, gelungen. Mit der Art und Weise, wie der Sieg vor 2701 Zuschauern in der EgeTrans-Arena zustande kam, war der isländische SG-Trainer allerdings alles andere als zufrieden.

„Es gab einen Zeitpunkt in der zweiten Halbzeit, wo wir uns absetzen hätten können. Stattdessen kommt Hüttenberg nach 22:19 wieder auf 23:23 heran und die Partie kann kippen“, nannte Jonsson eine Situation exemplarisch für all die Ärgernisse, die er das Spiel über gesehen hatte. „Um in Hamm gewinnen zu können, müssen wir deutlich besser spielen – vor allem in der Abwehr und im Tor“, fügte der Isländer an. Zu den Akteuren an beiden Enden der Platte ließ er noch ein vernichtendes Urteil fallen: „Das war heute ein Spiel ohne Torhüter.“ Dabei war zumindest Nikolai Weber zwischen den TVH-Pfosten mit dafür verantwortlich, dass die Gäste aus Hessen über weite Strecken der ersten Hälfte mit bis zu drei Toren führten. In der Anfangsphase scheiterten die Werfer der Spielgemeinschaft drei-, viermal an der Nummer 98 der Gäste. Unter anderem brachte Christian Schäfer einen Siebenmeter zum möglichen 11:12-Anschluss nicht im Kasten unter.

Ausgerechnet sein Gegenüber Jürgen Müller leitete dann gut zwei Minuten später die endgültige Wende ein, als er einen Strafwurf von Björn Zintel hielt, nachdem der eigentliche Schütze Markus Stegefelt zuvor beim Stand von 7:9 schon deutlich übers Tor geworfen hatte. Im Gegenzug gelang Schäfer der 12:12-Ausgleich, und in Überzahl traf eine Minute später Kapitän Jan Asmuth zur ersten Führung seit dem 2:1.

Symptomatisch für das, was Jonsson nicht gefiel, war neben der Tatsache, dass Hüttenberg zu vielen einfachen Toren aus dem Rückraum kam, vielleicht eine Szene in der 15. Minute, als Nils Boschen die Chance zu einem Tempogegenstoß hatte, sich aber so behäbig nach vorne bewegte, dass die Hüttenberger ihn einholten und ihm sogar den Ball abnahmen. Offensiv wurde es allerdings besser. Nikola Vlahovic reagierte beispielsweise in 28. Minute gedankenschnell, als endlich mal ein Wurf von Dieudonne Mubenzem geblockt wurde, und traf aus der eigenen Hälfte zum 16:15 ins leere Tor. Auch der letzte Angriff der ersten Halbzeit, der mit dem 18:17 durch Asmuth mit der Pausensirene endete, war schnell und gut herausgespielt.

Gute Phase nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel konnten sich die Gastgeber dann gleich einen kleinen Vorsprung herausspielen, weil es die Gäste nun öfter mit tiefen Anspielen an den Kreis versuchten, die die Bietigheimer Abwehr aber aufmerksam wegfischte. Dennoch schlichen sich auch immer wieder Flüchtigkeitsfehler ein. Asmuth stand beim vermeintlichen 22:18 im Kreis. Auch das eine oder andere schlechte Anspiel schlich sich ein. Und als die Partie wieder eng war, unterlief beim Stand von 25:24 ein Schrittfehler bei einem Tempogegenstoß.

Aber es kam nun auch ein bisschen Glück für die SG ins Spiel. Noch beim selben Spielstand hielt Müller einen Siebenmeter von Stegefelt. Wenig später streifte ein Versuch aufs leere Tor die Oberkante der Latte. Und ganz gewitzt klaute Schäfer den Gästen beim Anspiel den Ball und erzielte das 27:24. Nun schien es endgültig zu laufen. Die Bietigheimer zogen auf 34:29 davon und profitierten da von zwei satten Lattenkrachern der Gäste. Ganz gelaufen war die Partie da aber noch nicht. „Es wird immer gefordert, dass ich auch die jungen Spieler einsetze. Heute bringe ich sie, und sie sollen ganz langweilig einfach die Zeit runterspielen. Stattdessen machen sie einen dummen Fehler nach dem anderen“, kommentierte Jonsson die Schlussphase, in der die Gäste beinahe noch einmal herangekommen wären.

 
 
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