Handball, Champions League SG BBM schrammt an Torrekord vorbei

Von bzh
Xenia Smits (links) und die Tschechin Veronika Malá hatten auch beim ersten Gruppenspiel in der Königsklasse viel zu feiern. Satte 46 Tore gelangen der SG BBM beim DHK Banik Most. Foto: /Marco Wolf

Der Deutsche Meister startet mit einem 46:23 bei Tschechiens Titelträger DHK Banik Most in die Champions League.

Einen Auftakt nach Maß erwischte die SG BBM Bietigheim beim Start in die Champions League. Den Viadukt-Handballerinnen glückte mit 46:23 bei DHK Banik Most ein beeindruckender Sieg. Mehr Tore erzielte in der Geschichte des Wettbewerbs nur Vardar Skopje beim 47:29 gegen RK Krim im März 2015. Daneben durfte die SG einen Jubiläumstreffer feiern. Trine Østergaards Konter zum 5:2 war Bietigheims 1000. Tor in der europäischen Königsklasse.

Wie heiß die Ellentälerinnen von der ersten bis zur letzten Minute waren, zeigte in den letzten Sekunden Kelly Dulfer. Obwohl die Partie längst entschieden war, luchste die Holländerin einer Tschechin mit aggressivem Abwehrspiel den Ball ab, startete zum Gegenstoß und vollendete zum 46:23.

Aktionen wie diese sorgten für Lobeshymnen bei Markus Gaugisch: „Das war ein geiler Auftakt, das hat richtig Spaß gemacht.“ Als mitentscheidenden Faktor sah der SG-Coach das konstant gute Offensivspiel: „Es gab nie mehr als zwei Angriffe in Folge ohne erfolgreichen Abschluss. Das ist ein Zeichen für Qualität!“

82 Prozent Trefferquote

Beide Teams gaben von Anfang an Vollgas. Bei Most ging dies meist schief und endete mit Ballverlusten. Bietigheim traf dagegen fast nach Belieben, führte 9:3. Banik-Trainer Adrian Struzik versuchte nach zehn Minuten vergeblich den Lauf der SG mit einer Auszeit zu stoppen. Obwohl Gaugisch schon früh damit begonnen hatte, seiner Stammbesetzung Pausen einzuräumen, blieb sein Team überlegen und erhöhte bis zur Pause auf 23:12. Beeindruckend: 82 Prozent der SG-Würfe landeten im Tor.

„Wir haben lange auf diese Chance gewartet, waren fast schon verrückt nach der Champions League und wollen mehr davon“, gestand nach der fairen Partie Karolina Kudlacz-Gloc. Diese Einstellung demonstrierte der Deutsche Meister auch nach der Pause. Most konnte die Begegnung zehn Minuten lang ausgeglichen gestalten, war aber chancenlos als die SG nach dem 27:17 wieder einen Gang hochschaltete. Nahezu im Minutentakt schlug es im Banik-Gehäuse ein. Jede Bietigheimerin traf, der Abstand vergrößerte sich über 32:17 auf 39:19. Nach 50 Minuten lag das Viadukt-Team 20 Tore vorn.

Leckerbissen in der Endphase

In den Schlussminuten präsentierten die Gäste noch ein paar Leckerbissen. Vom rechten Rückraum spielte Kudlacz-Gloc einen Kempa-Pass zu Veronika Malá. Die Tschechin nahm den Ball auf Linksaußen im Sprung an, täuschte in der Luft einen Wurf an und spielte dann zurück zu „Karo“, die in den Kreis flog und zum 42:21 vollendete. Nach diesem „doppelten Kempa“ sorgte Malá für das nächste Kabinettstückchen. Einen etwas zu lang geratenen Gegenstoß-Pass der starken Torhüterin Melinda Szikora pflückte sie im vollen Sprint artistisch aus der Luft, drehte sich im Sprung um die eigene Achse und netzte zum 43:21 ein. Ihre tschechischen Landsleute, obgleich Fans von Most, feierten die Linksaußen.

Mosts Trainer Adrian Struzik machte seinem Team keinen Vorwurf. „Die Champions League ist für uns eine tolle Sache. Ich weiß, wie hart die Mädels dafür täglich trainieren. Aber gegen einen Gegner mit dem Format des Mount Everest reicht das nicht.“  bzh

 
 
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