Handball: Rückkehrer erweitern den Favoritenkreis Sechs neue Vereine mischen in der 2. Bundesliga mit

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Spielszene  zwischen der SG BBM Bietigheim und dem VfL Gummersbach. Beide Mannschaften spielen in der kommenden Runde erneut um den Aufstieg in die Bundesliga. ⇥ Foto: Marco Wolf

In der Zweiten Bundesliga der Männer gibt es erhebliche Veränderungen. Sechs Vereine sind neu dabei, fünf haben die Spielklasse verlassen. Der Kreis der Favoriten ist größer geworden.

Das Gesicht der Zweiten Handball-Bundesliga der Männer hat sich stärker verändert, wenn es am 10./11./12. September los geht mit der Saison 2021/22.

Dann werden wieder 20 Mannschaften antreten, in der abgelaufenen Runde waren es 19. Nicht mehr dabei sind die Aufsteiger HSV Hamburg und TuS Nettelstedt-Lübbecke sowie die Absteiger HSG Konstanz, Wilhelmshavener HV und TuS Fürstenfeldbruck.

Wieder dabei in der Zweitklassigkeit sind die vier Rückkehrer aus der Bundesliga Eulen Ludwigshafen, Tusem Essen, HSC 2000 Coburg und HSG Nordhorn-Lingen sowie die Drittliga-Aufsteiger HC Empor Rostock und VfL Eintracht Hagen, die auch eine Vergangenheit in der Zweiten Liga haben. Coburg und Essen sind erst 2020 in die Bundesliga aufgestiegen, Nordhorn-Lingen hielt sich zwei Spielzeiten, Ludwigshafen war immerhin fünf Jahre in der Bundesliga.

Zurück ins Oberhaus

Neben diesen vier Klubs hegen vor allem auch die SG BBM Bietigheim und der VfL Gummersbach Absichten, ins Oberhaus zurückzukehren. Die beiden Absteiger aus dem Jahr 2019 wurden bei ihren beiden Anläufen nach oben zu kommen aus den unterschiedlichsten Gründen ausgebremst. Sowohl beim VfL als auch bei der SG BBM sitzen die größten Stars der Zweiten Liga auf der Trainerbank: Gudjon Valur Sigurdsson bei Gummersbach und ab der neuen Saison Iker Romero bei der SG BBM Bietigheim. Beide waren  Weltklasse-Handballer, spielten für den FC Barcelona, mit dem sie die Champions League gewannen, und in der Bundesliga.

Die SG BBM Bietigheim hat ihren Kader durch Torhüter Konstantin Poltrum, Sven Weßeling und Alexander Pfeifer  verstärkt (die BZ berichtete), beim VfL Gummersbach erfolgte nach dem enttäuschenden dritten Platz der Vorsaison ein größerer Umbruch im Kader.

Mit Matthias Puhle hat der beste Torwart der abgelaufenen Saison neben vier weiteren Spielern, darunter Stammkraft Tin Kontrec, den VfL verlassen. Mit Stefan Zeman (Coburg), Tibor Ivanisevic (Wetzlar) und Ole Pregler (Melsungen) kommen drei Spieler aus der Bundesliga, Hakon Dadi Styrmisson und Martin Nagy aus Island sowie der polnische Linkshänder Szymon Dzialakiewicz. Nagy und Ivanisevic bilden zusammen mit Diogo Valerio das neue Torhütertrio. Eine Leistungssteigerung gegenüber der vergangenen Rückrunde erhofft man sich beim VfL von den Routiniers Janko Bozovic und Timm Schneider, dazu ruhen die Hoffnungen auf den lange verletzt ausgefallenen Torjäger Alexander Hermann.

„Ich möchte nicht vom Wiederaufstieg sprechen, wir haben noch keine Zielsetzung definiert. Mir ist die Art und Weise, wie wir spielen wichtig. Wenn die stimmt, dann werden wir erfolgreich sein“, sagt Ceven Klatt, der bei den Eulen Ludwigshafen Ben Matschke abgelöst hat. Klatt war in der vergangenen Runde bis sechs Spiele vor Schluss bei den DJK Rimpar Wölfe unter Vertrag.

Mit dem 2,07 Meter großen Rückkehrer Stefan Salger von MT Melsungen, dem ebenfalls über zwei Meter großen Torhüter Matej Asanin und Ziga Urbic  haben die Ludwigshafener die Abgänge von Jonathan Scholz, Dominik Mappes und Gorazd Skof kompensiert. Das Trio soll mit Gunnar Dietrich, Torjäger Hendrik Wagner und Abwehrrecke Pascal Bührer das Gerüst einer aufstiegsfähigen Mannschaft bilden.

Der HSC 2000 Coburg hat es auch im zweiten Anlauf nicht geschafft, die Bundesliga zu halten. Die Folge ist ein größerer Aderlass im Kader. Neben dem nach Bietigheim abgewanderten Schlussmann Poltrum und dem Neu-Gummersbacher Zeman haben auch Christoph Neuhold, Felix Sproß und Pontius Zettermann die Coburger verlassen. Neu ist jeweils ein Duo vom TV Hüttenberg (Merlin Fuß und Dieudonne Mubenzem) und vom HC Erlangen (an Schäffer, Stefan Bauer), Verstärkungen könnten auch Jan Jochens vom Aufsteiger Rostock und der Este Karl Toom werden.

Die zusammen mit Coburg im vergangenen Jahr aufgestiegenen Essener planen auch den Wiederaufstieg, zumal das Team bis auf Tim Zechel (HC Erlangen), Niklas Ingenpaß (HSG Konstanz) und Laurenz Kluth (Dänemark) zusammengeblieben und durch Markus Dangers (Konstanz) und Viktor Glatthardt (Haslum HK/Norwegen) ergänzt wurde.

Die HSG Nordhorn-Lingen wird sicher auch um die beiden Aufstiegsplätze mitmischen, zumal Trainer Daniel Kubes davon ausgeht, einen mindestens genauso starken Kader zur Verfügung zu haben wie in der Bundesliga. Verzichten musst Kubes künftig auf Philipp Vorlicek, der Torjäger wechselte zum Aufsteiger Hagen. Johannes Wasielewski (TV Emsdetten) und das tschechische Rückraum-Talent Jan Patzel kommen in ein eingespieltes Team.

Neben den vier Absteigern sowie Gummersbach und Bietigheim gehören auch der TSV Bayer Dormagen, der HC Elbflorenz oder Aufsteiger Empor Rostock zum großen Kreis der Aufstiegsaspiranten. „Eine Überraschungsmannschaft kommt immer dazu“, vermutet Ludwigshafens Coach Klatt. Rostock hat sich mit Johannes Thümmler (Elbflorenz) und Christian Wilhelm (Dormagen) gewaltig verstärkt, das trifft auch auf  den HC Elbflorenz mit den Neuzugängen Rene Zobel (HBW Balingen-Weilstetten), Michael Schulz DJK Rimpar Wölfe) und Christoph Neuhold (HSC 2000 Coburg) zu.

Wurfgewaltig, gutes Anspiel

Wurfgewaltig und mit guten Anspielen am Kreis soll der Pole Patryk Biernacki (Pogon Stettin) das Repertoire im Rückraum des TSV Bayer Dormagen erweitern. Mit einer eingeschworenen Truppe belegte der TV Großwallstadt unter dem ehemaligen Bietigheimer Coach Ralf Bader in der Vorsaison Rang sechs. Der Toptransfer gelang dem TVG schon im Herbst des vergangenen Jahres mit der Verpflichtung von Savvas Savvas, der satte 189 Treffer erzielte. Diesmal muss Bader nach sechs Neuzugängen im Sommer 2020 nur drei neue Spieler integrieren: Povilas Babarskas (Bregenz), Thomas Rink (TuS Ferndorf) und Kuno Schauer (Wilhelmshaven).

In Rimpar übernimmt Julian Thomann, bislang Spieler bei HBW Balingen-Weilstetten 2 und A-Jugendtrainer bei der HBW, den Trainerjob von Sechs-Spiele-Coach Rolf Brack. Thomann kann auf die stärkste Zweitliga-Abwehr der Vorsaison bauen. Die erhält durch Felix Jäger von der HSG Konstanz noch eine starke Ergänzung. Nicht mehr dabei sind Kreisläufer Michael Schulz (HC Elbflorenz) und Rückraumspieler Lukas Siegler (TuS Ferndorf), die innerhalb der Liga gewechselt sind.

 
 
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