Hannes Weiberle aus Hohenhaslach Als Techniker für den Weinbau spitze

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Hannes Weiberle ist von der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet worden.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Hannes Weiberle aus Hohenhaslach legt seine Meisterprüfungen trotz Pandemie als einer der Besten seines Jahrgangs ab.

Die Weinlese ist in vollem Gange, und Hannes Weiberle aus Hohenhaslach hat alle Hände voll zu tun. Gerade wurden die Trauben für die Rieslingweine eingebracht, während die Trollinger- und Lemberger-Früchte noch an den Reben hängen. „Ich denke, dass in rund einer Woche die hauptsächliche Lese bei uns im Betrieb beendet sein wird. Lediglich die Trauben für die Premiumweine werden noch länger an den Reben verbleiben“, sagt Weiberle, der jüngst seine Weiterbildung zum Staatlich geprüften Techniker für Weinbau und Oenologie als einer der Jahrgangsbesten abgeschlossen hat.

Studiert hat Hannes Weiberle an der Staatlichen Meister- und Technikerschule für Weinbau und Gartenbau im fränkischen Veitshöchheim. „An dieser Schule hat bereits mein Vater gelernt. Es ist gewissermaßen schon eine kleine Familientradition, sich dort weiterzubilden“, sagt Weiberle. Der Fokus werde etwas mehr auf die Weißweine gelegt, die in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden seien.

Zwei Jahre hat sein Studium gedauert, das Hannes Weiberle an seine Auslandszeit auf einem Weingut in Neuseeland anschloss. Zuvor hatte er bereits seine Ausbildung zum Weintechnologen als Bester in ganz Baden-Württemberg absolviert. Bei der Ausbildung zum Weintechnologen lag der Schwerpunkt besonders auf der Kellerwirtschaft und der späteren Vermarktung der Weine. „Ich habe dabei viele interessante Dinge über den Ausbau der Weine im Keller oder die Überwachung der Gärprozesse gelernt“, sagt er. Bei der jetzt abgeschlossenen Weiterbildung lag das Augenmerk auf dem Weinbau von der Pflanzung bis zur passenden Pflege der Reben.

Er habe besonders Erfahrungen darüber gesammelt, wie die Trauben für den entsprechenden Wein behandelt werden müssen. Dafür hat Weiberle auch praktische Einblicke in einen Betrieb im Ausland gewonnen, als er mehrere Wochen auf den rund 40 Hektar großen Anbauflächen der renommierten Klosterkellerei Muri-Gries in Bozen in Südtirol gearbeitet hat. „Normalerweise hätten wir während des Studiums auch noch zahlreiche Exkursionen zu Weingütern im Inland unternommen, die aufgrund der Pandemie leider nicht möglich waren“, bedauert Hannes Weiberle.

Kellerplanung erstellt

Seiner Leistung tat die Corona-Krise jedoch keinen Abbruch, denn Weiberle wurde nicht nur mit dem Meisterbrief für seine erfolgreiche Weiterbildung belohnt, sondern auch mit einer Medaille als Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung. Darauf ist auch Vater Klaus Weiberle stolz, der neuen Ideen seines Sohnes gegenüber immer aufgeschlossen ist und diese gerne gemeinsam mit ihm umsetzt.

„Die Kellerplanung für den Herbst habe ich in diesem Jahr weitgehend selbst gemacht. Mein Vater lässt mir bei den sogenannten ‚oenologischen Fahrplänen‘ weitgehend freie Hand. Dafür bin ich ihm sehr dankbar“, betont der Jungwinzer, der den elterlichen Betrieb vorerst nicht auf biologischen Anbau umstellen möchte. „Derzeit ist es für mich der beste Weg, mir aus beiden Anbauarten die guten Dinge herauszupicken und sie entsprechend umzusetzen“, stellt Weiberle klar.

 
 
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