Heimsieg gegen Wetzlar im Testspiel SG BBM lässt aufhorchen

Von bzh
Bitter für die SG BBM: Trainer Iker Romero hievt den am Knie verletzten Neuzugang Tim Kaulitz auf die Bahre. Foto: Marco Wolf

Das Bietigheimer Zweitliga-Team kämpft die HSG Wetzlar aus dem Oberhaus mit 28:27 nieder. Kaulitz muss verletzt raus.

Mit einem Achtungszeichen meldete sich die SG BBM Bietigheim aus der Sommerpause zurück. Vor rund 350 Zuschauern gewann das Team von Trainer Iker Romero in der Halle am Viadukt das Testspiel gegen den Erstligisten HSG Wetzlar mit 28:27 (12:13). Die Neuzugänge Antonio Lopez, Fabian Wiederstein, Alexander Velz und Fredrik Genz hinterließen dabei einen starken Eindruck.

Für die ohne Kapitän Paco Barthe, Linksaußen Alexander Pfeifer und Rückraumwerfer Maximilian Hejny angetretene SG begann das Spiel mit einem Schreckmoment. Der aus Fürstenfeldbruck gekommene Tim Kaulitz brachte die Ellentäler in der zweiten Minute per Gegenstoß 1:0 in Führung. Bei der Landung verdrehte sich der 21-jährige Linksaußen das Knie und konnte nicht mehr weiterspielen. Eine genaue Diagnose der Verletzung steht noch aus, eine längere Pause ist zu befürchten.

Die SG steckte den Schock gut weg und setzte sich auf 3:0 ab. Als auch Wetzlar in der Defensive seinen Rhythmus gefunden hatte, kippte die Partie. Mitte der ersten Halbzeit lag Bietigheim 5:9 zurück. Die Gastgeber ließen sich aber nicht verunsichern und kämpften sich, auch dank guter Paraden von Genz, bis zur Pause auf 12:13 heran.

Nach dem Wechsel änderte sich das Bild. Das Viadukt-Team rührte in der Abwehr Beton an. Im Zentrum waren der aus Balingen gekommenen Fabian Wiederstein und Nikola Vlahovic nicht zu bezwingen, ihre Nebenleute deckten auf den Halbpositionen enorm beweglich und aggressiv. Der Gast aus Hessen fand zunächst keine Mittel mehr und kam oft in Zeitspielnot. Der ins Tor gekommene Konstantin Poltrum hielt seinem Team mit starken Aktionen den Rücken frei. Mit einem 7:1-Lauf drehte die SG die Partie, lag nach 40 Minuten beim 19:15 vier Tore vorn.

Während sich Wetzlar im zweiten Durchgang im Angriff schwertat, kam Bietigheim gegen die nun mit einer 6:0-Formation verteidigende HSG deutlich besser ins Spiel. Da mit Pfeifer und dem ausgeschiedenen Tim Kaulitz beide Linksaußen fehlten, feierte Jan Asmuth ein Comeback. „Es ist gut, dass wir mit ihm einen Spieler haben, der noch voll drin ist“, freute sich Zürn über die Leistung der Nummer 23. Neben Asmuths Treffern trug auch die Backup-Lösung im Rückraum zum Umschwung bei. Weil der Rückraum ohne Hejny und Barthe auskommen musste, testete Romero im Rückraum auch Max Oehler gemeinsam mit Alexander Velz und Juan de la Pena. „Diese Achse hat gut harmoniert und eröffnet uns weitere Möglichkeiten“, befand Zürn. „Grundsätzlich denke ich, dass wir im Rückraum einen Tick stärker sein werden als in der letzten Saison, zumal wir Nikola Vlahovic halten konnten.“

Beide Teams waren die Belastungen der harten Trainingstage anzumerken. Entsprechend häufig wechselten Romero und sein Pendant Benjamin Matschke aus. Am Spielverlauf änderte das zunächst wenig. Die taktisch wie kämpferisch starke Abwehr der Hausherren garantierte bis zum 27:22 den Vorsprung. In der Schlussphase startete der Tabellensiebte der letzten Bundesliga-Saison noch eine Aufholjagd. Bietigheim agierte aber abgezockt, ließ sich den 28:27-Sieg nicht mehr nehmen.

Ergebnis ist zweitrangig

Für Wetzlars Trainer Benjamin Matschke, der mit sieben Neuzugängen sein Team verjüngte, waren die Erkenntnisse aus der Partie wichtiger als das Ergebnis: „Es war eine lange, intensive Woche mit vielen Trainingseinheiten und die Jungs waren an der Belastungsgrenze. Dieser Test war wichtig, um auch in stressigen Situationen Erfahrungen zu sammeln.“ SG-Teammanager Jens Rith lobte seine Mannschaft: „Viele Abläufe passen schon. Unser Tempo ist noch besser als im letzten Jahr. Das Spiel hat gezeigt, dass die Mannschaft auf dem richtigen Weg ist.“

 
 
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