Herausforderungen durch Corona in der Sachsenheimer Gemeinschaftsschule Container stellen hohe Anforderungen

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Die Container an der Gemeinschaftsschule. Erst ab den Herbstferien kann das Schulgebäude wieder bezogen werden.⇥ Foto: Martin Kalb

Zwei neunte Klassen der Gemeinschaftsschule müssen in fünf Containern unterrichtet werden. Es fehlt an Waschbecken.

Seit Montag gehen Schüler der weiterführenden Klassen wieder in den Unterricht. Schüler und Lehrer sehen sich seitdem wegen der Corona-Krise ganz neuen und bisher unbekannten Herausforderungen ausgesetzt. Für Bernhard Dietrich, den Leiter der Gemeinschaftsschule in Sachsenheim, und sein Kollegium hat dies noch eine andere Dimension: Sie müssen die Schüler aus den beiden neunten Klassen in Containern unterrichten. Denn das Schulhaus, in dem die Klassenräume der Sekundarstufe liegen, wird saniert und ist voraussichtlich erst ab den Herbstferien wieder nutzbar.

Die insgesamt zwölf Container, die auf dem Schulgelände zu einem Verbund von Klassenzimmern zusammengefügt sind, dienen in normalen Zeiten dazu, alle elf Klassen ab Klasse 5 aufzunehmen. Aktuell werden jedoch alleine fünf Container benötigt, um die beiden Neuner-Klassen zu unterrichten, erläuterte der Schulleiter im Gespräch mit der BZ. Die zehnte Klasse ist zum Unterricht in der Mensa untergebracht. „Da haben wir genügend Platz“, sagte er.

Anders in den Containern. Hier können die Abstandsregeln nur eingehalten werden, wenn die Zahl der Schüler auf neun bis elf pro Container reduziert wird. Tische wurden ins Freie befördert oder dienen als Abstandshalter. Richtig eng könnte es werden, wenn auch die übrigen Schüler der Sekundarstufe wieder zurückkommen. Die Organisation der Corona-Anforderungen wird dann eine „knifflige Aufgabe“, sagte Dietrich.

Wie an allen anderen Schulen gibt es auch für die Schüler der Gemeinschaftsschule restriktive Vorschriften. Auf dem Schulweg, in der Pause, auf dem Gang zur Toilette – überall müssen sich die Jugendlichen an Abstands- und Hygieneregeln halten. Händeschütteln ist verboten, jeder Husten führt zu einer Krankmeldung, die Maske auf dem Schulgelände ist Pflicht und darf erst im Klassenzimmer abgesetzt werden. Das klappt gut: Die insgesamt 50 Schüler aus den Klassen Neun und Zehn „sind sehr diszipliniert“ lobt der Schulleiter seine Schützlinge. Gleiches treffe auf die 23 Kinder in der Grundschule zu, die in der Notbetreuung unterrichtet werden.

Kritik an den hygienischen Zuständen, wie sie aus dem Umkreis von Schülern und Eltern an die BZ herangetragen wurde, kann Dietrich deshalb nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: „Wir haben das wunderbar gelöst“, sagte er. Wäre die Kritik bei ihm vorgebracht worden, hätte er reagieren können, sagte er.

Richtig sei, dass es in den Containern nicht genügend Waschräume gibt, damit die Schüler sich ausreichend oft die Hände waschen können. Schüler dürfen Toiletten nur einzeln betreten, und das koste Zeit, die für die Vorbereitung auf die Prüfung benötigt werde. Die Stadt als Schulträger habe deshalb Ständer mit Desinfektionsmitteln bestellt, die allerdings noch nicht geliefert wurden. Bis dahin seien in jedem Klassenzimmer zwei Behälter mit Desinfektionsmitteln aufgestellt worden, damit die Schüler damit ihre Hände einreiben.

Auch aus Sicht der Stadt ist alles getan worden, um die Container für den Unterrichtsbeginn am Montag vorzubereiten. Das machte eine Sprecherin der Stadt auf Nachfrage der BZ deutlich. Die Container seien gesäubert und sogar zusätzlich desinfiziert worden.

 
 
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