Im Sport stünden aktuell viele Entscheidungen an Den Fans entgeht gerade sehr viel Spannendes

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Fans – egal welcher Sportart – schauen momentan in die Röhre. Dabei könnten sie derzeit gerade auch aus lokaler Sicht so viel Spannung erleben. ⇥ Foto: Martin Kalb

Die SG BBM Bietigheim würde an diesem Samstag das wohl entscheidende Spiel um die Titelvergabe in der Handball Bundesliga Frauen austragen.

Netflix schon leergeschaut? Auf Amazon Prime auch nichts Neues mehr gefunden? Den einen oder anderen wird wohl angesichts der Ausgangsbeschränkungen und Verbote für Großveranstaltungen langsam aber sicher der Lagerkoller überkommen. Ganz besonders gilt dies für Sportfans. Denn vor Corona gab es fast rund um die Uhr auf mehreren Kanälen Live-Sport von überall auf der Welt. Wer wollte und intensiv suchte, fand sicherlich auch irgendwo Live-Bilder aus der namibischen Rugby-Liga. Ganz aktuell wäre Sport aber nicht nur als profaner Zeitvertreib zu finden. Viele Ligen würden aktuell auf ihren Höhepunkt zusteuern und hätten, gerade auch aus regionaler Sicht, da so manchen Krimi parat.

Gegen Dortmund am Samstag

Vorausgesetzt die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim hätten am 13. März ihr Auswärtsspiel bei Vizemeister Thüringer HC und auch die beiden Spiele direkt vor Ostern in Neckarsulm und Buxtehude gewonnen, und auch Tabellenführer Borussia Dortmund wäre in allen Partien siegreich gewesen, so käme es am Samstag in der Ludwigsburger MHP-Arena zum großen Showdown um den Meistertitel. Zugegebenermaßen hätten die Bietigheimerinnen am letzten Spieltag noch das ganz schwere Spiel in Tübingen gegen die TuS Metzingen gehabt – das einzige Team das Dortmund bislang Punkte abgenommen hat – doch die Vorentscheidung wäre definitiv in Ludwigsburg gefallen. Hätte die SG BBM gewonnen, hätte sie die Titelverteidigung in eigener Hand gehabt. Bei eine Unentschieden wäre die erneute Meisterschaft zumindest schwierig, bei einer Niederlage fast unmöglich geworden.

Auf diesen Handball-Leckerbissen müssen die Sportfans nun genauso verzichten, wie voraussichtlich auf den Aufstiegskampf in der Zweiten Bundesliga bei den Männern. Dort ist der Spielbetrieb bislang zwar nur pausiert, doch ein Abbruch der Saison, wie bei den Frauen, wird nach Ansicht von SG-Geschäftsführer Bastian Spahlinger immer wahrscheinlicher. Dabei könnte es die Bietigheimer Spitzen-Handballer zum zweiten Mal in Folge richtig böse erwischen. Im Vorjahr waren sie in einem dramatischen Finale wegen eines einzigen fehlenden Tores aus der Bundesliga abgestiegen. In diesem Jahr liegen sie nach schwachem Saisonstart und toller Aufholjagd bislang zwei Punkte hinter einem möglichen direkten Wiederaufstieg.

Heißes Aufstiegsrennen

Seit Beginn des Lockdowns hätten die richtungsweisenden Partien gegen die direkten Konkurrenten Wölfe Rimpar, beim TuS N-Lübbecke und beim HSC Coburg angestanden. Nach einer Spielpause an diesem Wochenende stünde unter anderem eine Woche darauf noch das Duell beim ebenso unglücklichen Mitabsteiger VfL Gummersbach an. Da von Tusem Essen auf Platz zwei bis Lübbecke auf Rang sechs alle Teams innerhalb von vier Punkten liegen, wäre hier noch Spannung pur angesagt, sofern noch zu Ende gespielt wird.

Eine ähnliche Szenerie bietet sich in der Basketball-Bundesliga (BBL). Dort spielen die MHP Riesen Ludwigsburg die beste Saison ihrer Vereinsgeschichte, haben das Überteam des FC Bayern München geschlagen und werden sogar als Geheimfavorit auf den Meistertitel gehandelt. Doch am Ende könnte dies alles ein Muster ohne Wert sein. Noch ist der Spielbetrieb wie im Handball nur pausiert. Doch es droht zumindest die Absage der Playoffs, wie im Eishockey. Auch wenn Riesen-Pressesprecher Lukas Robert glaubt, dass die Liga-Gremien die Saison unbedingt zu Ende spielen möchten.

Apropos Eishockey. Da würden in  der DEL und DEL2 gerade die neuen Titelträger gekürt. Die Bietigheim Steelers würden, nach dem Ausscheiden in den Pre-Playoffs gegen Kaufbeuren, aber ausnahmsweise kein Wörtchen mehr mitreden. Insofern fiel für die erfolgsverwöhnten Bietigheimer kein einziges Spiel aus.

Freiburg ist Fan-Meister

Viele andere Fans mussten aber auf viel potenziell hochspannendes Playoff-Eishockey verzichten. Als kleine Entschädigung spielte die DEL2 eine Fan-Meisterschaft aus, bei denen die Fans für eines der beiden an den jeweiligen Playoff-Duellen beteiligten Teams abstimmen durften. Die virtuellen Partien wurden jeweils für zweieinhalb Stunden zum eigentlich angesetzten Spieltermin ausgetragen. Im Best-of-seven-Modus wurden so die drei Runden ausgespielt.

Am Ende wurden die Wölfe des EHC Freiburg ungeschlagen Meister. Im Finale setzten sich die Breisgauer gegen die Dresdner Eislöwen wie in den beiden Runden davor mit einem Sweep durch. So wurde am Ende wenigstens ein Meister ermittelt – wenn auch nicht im sportlichen Wettstreit im eigentlichen Sinne.

 
 
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