In zwei bis drei Jahren soll die Stadt versorgt sein Sachsenheim wartet auf Glasfaser

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Im Auftrag der Firma Netcom-BW wurden jetzt Glasfaserkabel von Großsachsenheim über Kleinsachsenheim zwischen Wohngebiet Zeil und Ost III in Richtung Löchgau gelegt. ⇥ Foto: Martin Hein

Bereits jetzt verlaufen Glasfaser-Kabel durch Sachsenheim. In zwei bis drei Jahren soll Sachsenheim komplett mit Glasfaser versorgt sein, sagt der Kreisbreitband-Geschäftsführer Viktor Kostic.

Das Kleinsachsenheimer Neubaugebiet Ost III ist bekanntlich mit sehr langsamem Internet mehr schlecht als recht versorgt. Teilweise sind die Anwohner dort gerade mal mit drei Megabit unterwegs. Besonders bitter für die Anwohner ist, dass wenige Meter entfernt bereits ein Glasfaserkabel für schnelles Internet verläuft. Allerdings werden an dieses Glasfaserkabel keine Sachsenheimer Haushalte angeschlossen. Nach den Worten von Viktor Kostic, Geschäftsführer des Zweckverbands Kreisbreitband Ludwigsburg (KBL), müssen sich die Sachsenheimer noch gedulden, bis endlich flächendeckend Glasfaseranschlüsse in ganz Sachsenheim verfügbar sind. Zunächst werden jetzt die Schulen ans Glasfasernetz angeschlossen.

Zunächst kommt schnelles
Internet für Schulen

Im Internet lief in diesen Tagen eine Breitbandausschreibung des Zweckverbands Kreisbreitband Ludwigsburg im Auftrag der Stadt Sachsenheim aus. Ziel dieser aktuellen Ausschreibung ist die Anbindung der Sachsenheimer Schulen an schnelles Internet. Viktor Kostic geht davon aus, dass bis zu den Sommerferien feststeht, welcher förderfähige Anbieter zum Zug kommt. Bis 2023 sollten alle Schulen an schnelles Internet über Glasfaser angebunden sein, so Kostic. Überhaupt will der KBL den gesamten Landkreis Ludwigsburg mit Glasfaser versorgen. Man müsse da 15 bis 20 Jahre aufholen, das gehe nicht alles auf einmal, erklärt Viktor Kostic.

In Sachen schnelles Internet für Sachsenheim habe man eine Markterkundung durchgeführt und ein sogenanntes Marktversagen festgestellt. Auf dieser Grundlage wiederum habe man Fördermittel beantragt. Ein Teil der Förderung sei bereits genehmigt. Geht dieser Förderantrag vollends durch, wären nach Aussage von Kostic, 50 Prozent der Kosten vom Bund förderfähig, 40 Prozent übernehme dann das Land. Die Stadt Sachsenheim müsste dann noch zehn Prozent der Kosten selbst schultern. Was den KBL-Zweckverband angeht, werde nach Aussage von Viktor Kostic die Telekom ihr bisher bestehendes Kupferleitungsnetz im gesamten Landkreis in den nächsten Jahren komplett mit Glasfaserleitungen überbauen. Die Endanschlussdose werde, so KBL-Geschäftsführer Kostic, in „Glas“ gebaut.

Viktor Kostic weiß um die schlechte Versorgung in Teilen Kleinsachsenheims und Hohenhaslach und wagt nach derzeitigem Stand eine Prognose für Sachsenheim. Wenn alles gut laufe, sei die Stadt in den nächsten zwei bis drei Jahren komplett mit Glasfaser versorgt. Die Telekom nutze dazu ihr eigenes Backbone-Netz. Die Zuführung in die Orte sei bereits vorhanden. Von diesen Zuführungen aus müssten dann die Kabel in die einzelnen Straßen gezogen und die Hausanschlüsse gelegt werden. Die Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen ist nach Auskunft von Kostic groß. In den Orten, die jetzt gerade wie beispielsweise Unterriexingen, Glasfaser bekommen, würden auf eigenen Wunsch, rund 50 bis 60 Prozent der Haushalte sofort an die neuen Leitungen angeschlossen. Bei den Haushalten, die momentan (noch) keinen Anschluss wünschten, werde der Anschluss zumindest bis zum Gehweg gelegt und könne später mit geringem Aufwand vollends ins Haus gelegt werden.

In Kleinsachsenheim hat vor ein paar Wochen, wenige Meter unterhalb von Ost III, die Firma Netcom BW Glasfaser-Leerrohre verlegt, und damit nach Auskunft von Netcom-Pressesprecher Hannes Müller, eine Lücke für die Weiterentwicklung des Netcom-Backbone-Netzes geschlossen. In diese Leerrohre werden dann mit Überdruck die Glasfaserkabel durchgeschossen. Die Glasfaserleitung verläuft vom Industriegebiet Holderbüschle, wo zwei Firmen an die Glasfaserleitung angeschlossen wurden. Von dort aus zieht sich die Leitung von der Metter entlang der Zeil hoch und verläuft dann unterhalb Ost III und geht weiter in Richtung Löchgau.

Auch auf Großsachsenheimer Gemarkung verläuft bald ein Glasfaserkabel. Wenn im nächsten Jahr die Arbeiten für die Neckarenztal-Gasfernleitung beginnen, wird Terranets bw nach Auskunft der Pressesprecherin Rebecca Penno neben der Gasleitung auch ein Glasfaserkabel verlegen.

Das Glasfaserkabel setzt Terranets zur Überwachung des eigenen Gastransportnetzes ein. Terranets vermarktet darüber hinaus auch diese Glasfaserkabel. So können beispielsweise neben Telekommunikationsanbieter auch Industrie- und Gewerbekunden entlang des Gasleitungsnetzes vom Glasfaserkabel profitieren.

 
 
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