Initiative Bietigheim-Bissingen Klimaneutral lädt ein Klima-Gespräche am Runden Tisch

Von Heidi Vogelhuber
Vertreter der Initiative Bietigheim-Bissingen-Klimaneutral, GAL-Mitglieder und Bürgermeister Michael Wolf setzten sich zusammen, um über Bietigheims Wege der CO2-Reduktion zu reden.⇥ Foto: Martin Kalb

Die Initiative Bietigheim-Bissingen Klimaneutral lud zum Gespräch ein, GAL-Gemeinderäte und der Baubürgermeister kamen in den kleinen Sitzungssaal des Bissinger Rathauses.

„Wir möchten gemeinsam mit der kommunalen Politik einen Maßnahmenkatalog für Bietigheim-Bissingen entwickeln, um die Stadt bis 2035 klimaneutral werden zu lassen“, fasste Cian Haensch, einer der Gründer der Klima-Initiative Bietigheim-Bissingen Klimaneutral, zusammen. Seit Januar gibt es die Bietigheimer Ortsgruppe, die Teil der bundesweiten Organisation GermanZero ist (die BZ berichtete).

Nun hatte die Bietigheimer Initiative zum Gespräch geladen, denn sie wolle der Stadtverwaltung etwas übergeben. GermanZero hat nämlich ein Online-Tool entwickelt, in das konkrete Zahlen und Parameter einer Stadt eingegeben werden können, um eine Klimavision für die städtische Entwicklung zu erstellen. Bundesdaten, zum Beispiel Emissionen, werden mit kommunalen Statistiken wie Fläche, Häuserzahl, Einwohner gekreuzt, um eine Treibhausgasbilanz der Kommune grob zu überschlagen und einen möglichen Pfad zur Klimaneutralität aufzuzeigen. Dieses Tool habe die Bietigheimer Ortsgruppe in der Testversion ausprobieren und Daten für ihre Stadt berechnen dürfen.

64-seitige Klimavision

Zur Übergabe der 64-seitigen Kalkulation mit Statistiken zu verschiedenen Themen war die Gruppe auf Stadtverwaltung und Gemeinderat zugegangen. Bürgermeister Michael Wolf hatte daraufhin in den Sitzungssaal im Bissinger Rathaus eingeladen, wodurch es zum wortwörtlichen Treffen am Runden Tisch kam.

„Bei den Themen Wärme und Bau sind die größten Hebel erkennbar“, erklärte Julian Straub von der Klima-Initiative. Dies bestätigte auch Baubürgermeister Wolf. „Als Verwaltung sind wir Rahmengeber“, so Wolf. Beim Thema Wärme könne die Stadtverwaltung durch den städtischen Eigenbetrieb Stadtwerke Bietigheim-Bissingen (SWBB) selbst gut aktiv werden.  Aber durch die Bietigheimer Wohnbau sowie Spillmann habe man auch Möglichkeiten in die Bau- und Verkehrsplanung einzuwirken. Dazu komme noch der Austausch mit der Ludwigsburger Energieagentur (LEA). „Wir müssen die Bürger, aber auch die Unternehmen erreichen“, so Wolf. Daher freue ihn auch der Austausch mit der Klima-Initiative.

Endlich hat’s gezündet

Die Bietigheimer Ortsgruppe kann auf das Wissen der bundesweit agierenden Organisation zugreifen und eben auch technische Möglichkeiten, wie dieses neue Maßnahmen-Tool, nutzen. „Benchmarketing ist aber nicht so mein Ding“, sagte Wolf zur fixen Zahl, klimaneutral bis 2035 zu werden. Ob nun 2036 oder 2034 sei ihm nicht so wichtig. Wichtig sei ihm aber, dass so schnell wie möglich, aber auch realistisch geplant werde.

Zum Gespräch im Bissinger Rathaus kamen auch die Gemeinderatsmitglieder Traute Theurer, Albrecht Kurz und Manuela Buchholz – allesamt Mitglieder der GAL-Fraktion. Eingeladen waren Vertreter aller Fraktionen. „Wir haben schon viele Klima-Anträge gestellt. Das Thema beschäftigt uns ja nicht erst seit Kurzem“, sagte Theurer gegenüber der BZ. Nun jedoch hätten weitere Gruppierungen Anträge zum Klimaschutz gestellt. „Jetzt hat es endlich gezündet“, fasste sie zusammen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Initivative Bietigheim-Bissingen klimaneutral - "Keine Gegenstimme zur Politik"

 
 
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