Internetseite hatte Bauwerk Untermberg zugesprochen Die Ruine gehört zu Sachsenheim

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Knapp einen Meter vor der südlichen Mauer der Ruine verläuft die Gemarkungsgrenze.⇥ Foto: Martin Kalb

Auf einem Informationsportal über Burgen und Schlösser in Süddeutschland, wurde die Ruine Altsachsenheim fälschlicherweise Bietigheim-Bissingen zugerechnet.

Zweifellos steckt viel Mühe und Arbeit in dem Informationsportal über Burgen und Schlösser in Süddeutschland, das im Internet über die Adresse www.burgen-web.de erreichbar ist. Rund 186 Burgen und Schl:www.burgen-web.de erreichbar ist. Rund 186 Burgen und Schl|_blank)$össer stellen Frank Buchali und Marco Keller auf dieser Seite vor.

Doch zum Leidwesen der Sachsenheimer hatte sich bei der Ruine Altsachsenheim ein Fehler eingeschlichen, das alte Gemäuer wurde Bietigheim-Bissingen, genauer Untermberg zugeschlagen. Die Ruine Altsachsenheim steht jedoch auf Sachsenheimer Gemarkung und das vermutlich schon seit dem 13. Jahrhundert.

Im 13. Jahrhundert erbaut

Wann genau die Burg gebaut wurde, ist nicht bekannt. Das Landesdenkmalamt hält es für denkbar, dass die Herren von Remmigheim die Burg bauten. Mehrere Bauphasen im Zeitraum von 1250 bis zum 16. Jahrhundert konnten nachgewiesen werden. Die Gemarkungsgrenze zwischen Sachsenheim und Untermberg verläuft in einem Meter Abstand entlang der südlichen Mauer.

Die Burg Altsachsenheim wird in alten Aufzeichnungen als „Eyßenburg“ bezeichnet, was so viel wie Äußere Burg heißt, demnach wäre die innere Burg beim heutigen Wasserschloss gewesen. Was heute noch von der Äußeren Burg übrig ist, lässt auf eine sehr massive Bauweise schließen.

Die Abmessungen des historischen Gemäuers wurden bereits in dem Heft „Großsachsenheim in Wort und Bild“ 1913, exakt beschrieben: „Man sieht ein ansehliches geschlossenes Viereck vor sich, dessen Mauern eine Dicke von durchschnittlich drei Metern (südliche Mauer 2,40 und westliche 3.05, nördliche 3,10 Meter) und eine Höhe von über 8 bis 10 Metern haben. Länge und Breite der Burganlage sind 33,40 und 30,10 Meter. Der innere Burghof, misst 26,90 und 24,60 Meter.“

Zum ersten Mal wird die Burg im Jahre 1340 in einer Sachsenheimer Stammtafel erwähnt. Die Burg wurde an dieser Stelle nicht der schönen Aussicht wegen gebaut, sondern diente vermutlich dazu, den sogenannten Wasserzoll zu erheben. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts war die Burg im Besitz der Herren von Nippenburg. 1481 kaufte Eberhard im Bart den Wasserzoll der Herren von Sachsenheim. Damit hatte die Burg ihren ursprünglichen Zweck verloren. Ob das Gebäude nur aufgegeben wurde und verfiel, bei einem Brand oder Angriff zerstört wurde, ist nicht bekannt.

Urkunden im Krieg vernichtet

Irgendwann gelangte die Ruine in den Besitz der Familie Schertel von Burtenbach. Eine Urkunde aus dem Jahr 1865 belegt, dass diese Familie recht stolz auf den insgesamt rund 22 Ar großen Besitz war. In der Familie Schertel von Burtenbach war geregelt, dass die Ruine nur in der männlichen Linie vererbt werden durfte. 1906 erbte der Heilbronner Arzt Wilhelm Franz Max Freiherr von Schertel die Ruine von seinem Onkel Freiherr Wilhelm Schertel von Burtenbach. Bei einem Bombenangriff wurden dort viele Urkunden über die Sachsenheimer Burgruine vernichtet. Von den Erben des Arztes kaufte die Stadt die Ruine.

Seit 1954 im Besitz der Stadt

Am 13. November 1954 berichtete der Enz- und Metter-Bote darüber, dass die Stadt Großsachsenheim es als Ehrenpflicht ansah, die zum Verkauf stehende Stammburg der Herren von Sachsenheim zu kaufen.

Unbekannte haben in den Folgejahren in der Ruine gelegentlich Feste abgehalten und allerlei Holz verbrannt, zum Leidwesen der Anwohner. Im Oktober 1970 sperrten Wengerter für die Dauer der Lese den Zugang zur Ruine. Die Sperrung musste auf Wunsch der Stadt Sachsenheim jedoch nach der Lese wieder beseitigt werden. Ruhe kehrte keine ein. Immer wieder wurden in der Ruine Lagerfeuer angezündet und im Burghof gezeltet. Gefährlich waren auch Klettereien an der Burgmauer.

Diesen Zustand hat die Stadt Sachsenheim im August 1981 mit einem Gitter am Burgeingang beendet. Eine Tradition begründete die DRK-Ortsgruppe, die viele Jahre den beliebten Silvestertreff in der Ruine veranstaltete.

Für 400 000 Euro saniert

Von Oktober 2012 bis März 2014 musste die Stadt die Ruine komplett sperren. Vermehrt bröckelten Steine von der Burgmauer ab. Es bestand Lebensgefahr, die Stadt musste handeln und ließ die Ruine sanieren. Die Mauerreste wurden befestigt und Nistkästen für Falken angebracht, für Wildbienen Löcher gebohrt und für Fledermäuse und Mauersegler Nistkästen ins Mauerwerk eingelassen. In der Summe kostete dies Maßnahme knapp 400 000 Euro. Zum 20-jährigen Bestehen des Vereins „Sympathie für Untermberg“, durfte der Verein mit einer Ausnahmegenehmigung der Stadt Sachsenheim am 21. Februar 2014 nachts die Ruine anstrahlen.

Dem Wunsch des Vereins „Sympathie für Untermberg“, die Sachsenheimer Ruine dauerhaft anzustrahlen, stünden jedoch, wie es damals hieß, Naturschutzgründe entgegen. Wegen der in den Mauern lebenden Schwalben und Mauersegler sei eine dauerhafte Beleuchtung nicht zulässig. Festivitäten in der Ruine Altsachsenheim sind nach Auskunft von Stadtsprecherin Nicole Raichle generell nicht gestattet. Einzige Ausnahme war bisher der traditionelle Silvestertreff des DRK.

Bleibt die Frage, warum Altsachsenheim auf burgen-web.de Untermberg zugeordnet wurde. Frank Buchali und Marco Keller, die Betreiber des Burgen-Informationsportals, haben dafür eine ganz einfache Erklärung: „Wir hatten die Ruine bei Untermberg angesiedelt, weil sie von dort aus touristisch besser zu erreichen ist“, so Frank Buchali.

Beim jetzt durchgeführten Update hat Buchali, initiiert durch die Anfrage der BZ, die Ruine Altsachsenheim der Gemarkung Sachsenheim zugeordnet, wo sie schon immer hingehörte.

www.burgen-web.de

 
 
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