Jahresgespräch in Erligheim Planungsjahr für die Gemeinde

Von Jürgen Kunz
Für die Gemeinde war 2022 ein erfolgreiches Jahr, persönlich war es für Bürgermeister Rainer Schäuffele nach eigenem Bekunden das schwierigste als Rathauschef. Foto: /Martin Kalb

Krippenhaus im Kostenrahmen, „Aichert Nord“ abgeschlossen und wiedergewählt. Für Bürgermeister Rainer Schäuffele war 2022 ein gutes Jahr – abgesehen von den Negativschlagzeilen.

Für die Gemeinde war 2022 ein gutes Jahr, konstatiert Bürgermeister Rainer Schäuffele im Gespräch mit der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung, der im Juli mit großer Mehrheit in seine dritte Amtszeit gewählt worden war. Das 2021 fertiggestellte Krippenhaus blieb mit rund 2,8 Millionen Euro im Kostenrahmen und hat zwischen Kinderhaus und Feuerwehrhaus zu Jahresbeginn 2022 den Betrieb aufgenommen. Die Erschließung des Baugebiets „Aichert Nord“ wurde abgeschlossen und eine rege Bautätigkeit ist auf den rund 40 Bauplätzen zu sehen.

Darüber hinaus gab es viel Lob für den Kinderspielplatz im neuen Baugebiet. Der Eindruck vom „guten Jahr“ für Erligheim wurden allerdings vom „Frühjahrsschock“, wie es Schäuffele nennt, getrübt, als in einem bäuerlichen Anwesen in der Mühlstraße 17 Tierkadaver entdeckt wurden und beseitigt werden mussten. „Die negativen Schlagzeilen haben mir und der Gemeinde weh getan“, bekennt der Erligheimer Rathauschef. Es sei für ihn persönlich das schwierigste Jahr gewesen, auch durch die vielen Personalwechsel in der Gemeindeverwaltung, wie etwa der Kämmererwechsel, im Bauhof und im Kinderhaus.

64 Flüchtlinge in der Gemeinde

„Nach Corona galt es weitere Krisen zu bewältigen“, sagt Schäuffele und nennt allem voran die Unterbringung von Flüchtlingen. Inzwischen leben 34 Ukrainer und 30 Flüchtlinge aus anderen Ländern in der knapp 2900 Einwohner zählenden Gemeinde. Man habe dies bisher gut bewältigt, mit der Unterstützung von Privatleuten, sagt er. Rund die Hälfte der Flüchtlinge sind privat untergebracht, und der Erligheimer Bürgermeister sieht noch weiteres Potenzial für Wohnraum für Flüchtlinge. Das Krippenhaus sei zwar abgeschlossen, aber bei der Kinderbetreuung sei man noch nicht am Ende. So ist für 2024 die Eröffnung des Naturkindergartens geplant und die Gemeinde habe bereits erfahrene Kräfte für dieses Betreuungsangebot gewinnen können.

Durch die große Layher-Wohnanlage Südstraße/Ringstraße mit rund 50 Wohneinheiten und die Bebauung von „Aichert Nord“ kommen weitere Kinder in den Ort, ist Schäuffele sicher. Dazu kommen die neuen Wohnungen, die im Großprojekt „Große Scheune/Grüner Baum/Hofener Straße“ entstehen werden, voraussichtlich mehr als in der Layher-Wohnanlage, wie Schäuffele andeutet.

Solide Haushaltslage

Von einer „weiterhin soliden Haushaltslage“ spricht Bürgermeister Schäuffele. Durch den Verkauf von Bauplätzen konnten die Rücklagen wieder aufgebaut werden. Nach wie vor sei die Gemeinde schuldenfrei und in der Steuerkraftsumme liege Erligheim im „vorderen Mittelfeld“ der Kreiskommunen, wie Schäuffele zufrieden anmerkt. 2023 ist für den Rathauschef ein Planungsjahr, die „Sanierung Ortskern III“ laufe auf Hochtouren.

Nachdem alle Grunderwerbe für das Areal „Große Scheune/Grüner Baum/Hofener Straße“ erledigt sind, stehen jetzt die Planungen an: „Das Thema, das uns beschäftigen wird.“ In einer Einwohnerversammlung am 8. Februar werden die Erligheimer darüber informiert. Auch die Planungen für die notwendige Sanierung des „Alten Rathauses“ stehen in diesem Jahr auf der Agenda des Gemeinderats. „Verstärkte Planungen“, so Schäuffele, wird es für eine durchgängig zweizügige Grundschule Erligheim-Hofen geben, hinzu kommen Überlegungen zur freiwilligen Ganztagsbetreuung und die künftige Verpflegung der Schüler in den Gebäuden der Grundschule. Gespräche mit dem Architekturbüro Herrmann aus Hohenstein laufen, auch die Schulleitung habe bereits ihre Wünsche formuliert.

„Die Ganztags- und die Kernzeitbetreuung brauchen Platz“, konstatiert Schäuffele. Mit Blick auf die Forderung seines Amtskollegen Albrecht Dautel nach einer Beteiligung der Nachbarkommunen an den Investitionen für das Bönnigheimer Schulzentrum sagt Schäuffele: „Wir werden unseren Anteil, zirka zehn Prozent, an der Schulsanierung in Bönnigheim bringen.“

Erligheimer Weintage

Überaus erfolgreich seien die Erligheimer Weintage gewesen, eine Gemeinschaftsveranstaltung der örtlichen Vereine und Organisationen, der Erligheimer Weinproduzenten und der Gemeindeverwaltung, die im vergangenen Jahr nach einer Abstinenz seit 2019 wieder veranstaltet werden konnten. „Bei den Weintagen hat man wieder die Leichtigkeit gespürt“, freut sich Schäuffele.

 
 
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