Japanwoche in Bietigheim-Bissingen „Bi-Bi no Nihon“ heißt es diese Woche im Jugendhaus 4D

Von Heidi Vogelhuber
Im Jugendhaus 4D in Bietigheim lernten wissensbegierige Kinder in dieser Woche viel über die japanische Kultur. Es wurde Sushi gerollt, Kalligrafie ausprobiert und Origami gebastelt. Die bunten Yukata, sommerliche Kimonos, gefielen den Mädchen besonders. Foto: /Oliver Bürkle

Im Jugendhaus 4D in Bietigheim lernten wissensbegierige Kinder in dieser Woche viel über die japanische Kultur. Es wurde Sushi gerollt, Kalligrafie ausprobiert und Origami gebastelt.

Das dünne Spezialpapier muss vorsichtig verwendet und exakt gefaltet werden. Jeder Falz muss an genau der richtigen Stelle sitzen. Nach wenigen Minuten ist eines der zwölf pyramidenartigen Einzelteile fertig, die für einen bunten Kusudama gebraucht werden. Im Raum herrscht Ruhe, 14 Kinder konzentrieren sich auf ihre Aufgabe. „Schwer ist es eigentlich nicht, aber es dauert schon ein bisschen“, sagt Nathalie, die schon zum zweiten Mal an der Japanwoche, einem Sommerienferienangebot des Jugendhauses 4D in Bietigheim-Bissingen, teilnimmt. Sie ist ein richtiger Japan-Fan. „Vielleicht kann ich einmal dort studieren und leben“, erzählt sie begeistert.

Begeisterung bei den Kindern

Auch Alice ist ganz angetan von der Kultur. „Es gibt so schöne Gärten – in Bietigheim haben wir ja auch den Japangarten, der gefällt mir richtig gut. Und natürlich Sushi, das liebe ich“, sagt sie. In diesem Jahr findet die Japanwoche, die durch die Jugendförderung Bietigheim-Bissingen ausgerichtet wird, zum zehnten Mal statt. Angeleitet werden die wissbegierigen Kinder durch die beiden Japanerinnen Sotomi Müller und Tomoko Kopplin, die ihnen authentisch Origami, Kalligrafie und die japanische Kultur näher bringen. „Das macht auch mir Spaß“, sagt Kopplin und lacht. Die Kinder seien fleißig, hätten schon einige japanische Sätze gelernt, sagt sie. Doch nicht nur die beiden Japanerinnen leiten den Kurs an, auch deren Kinder sind dabei und engagieren sich, so auch Emily und Hanna. Hanna besucht im Sommer regelmäßig eine Schule in Japan, erzählt sie. Die Sprache sei für sie kein Problem, „die Schriftzeichen sind schon schwieriger“, gesteht sie. Aber sie bleibe dran, das sei ihr wichtig.

Das traditionelle Essen darf in der Japanwoche natürlich auch nicht fehlen. „Frau Müller hat uns mit japanischen Köstlichkeiten verpflegt“, sagt Elfriede Steinwand von der Jugendförderung, die den Ferienkurs betreut. Am Donnerstag etwa gab es Gyozas, japanische Teigtaschen. Die Kinder durften aber auch selbst aktiv werden, so rollten sie am Mittwoch selbst Sushi. „Das hat am Anfang nicht gehalten. Aber dann habe ich ein dickeres Stück Gurke genommen, dann ging’s“, erzählt Sushi-Liebhaberin Alice.

Traditionelle japanische Kleidung

Das große Highlight – vor allem für die Mädchen – ist die traditionelle Kleidung, die sie am Donnerstagnachmittag anprobieren dürfen. Die Mädchen kommen gar nicht mehr aus dem Schwärmen, trägt doch jede einen andersfarbenen Yukata, einen sommerlichen Kimono aus Baumwolle, den Sotomi Müller den Mädchen kunstvoll gewickelt hat. Auch die Jungen dürfen sich freuen. Auf sie warten sommerliche Zweiteiler, sogenannte Jinbei oder auch schwarze Ninja-Anzüge.

Am letzen Tag besuchen die Kinder noch flankierend zur Ausstellung „Kawanabe Kyosai“, die sie am Dienstag im Hornmoldhaus gesehen haben, das Lindenmuseum in Stuttgart. Dort werden rund 6000 japanische Exponate gezeigt, die der Bietigheimer Erwin Bälz, Leibarzt des japanischen Kaiserhauses, importiert hat.

 
 
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