Jugendbegleiterin aus Valréas an der Kirbachschule in Hohenhaslach „Vive la France“ an der Kirbachschule

Von Michaela Glemser
Clémentine Morice aus Sachsenheims Partnerstadt Valréas singt und musiziert mit den Erstklässlern der Kirbachschule zu französischen Volksliedern. ⇥ Foto: Michaela Glemser

Clémentine Morice aus Valréas ist als Jugendbegleiterin und ehrenamtliche Unterstützung für ein Jahr in Hohenhaslach.

Sie trommelt gemeinsam mit den Kinder der ersten Klasse im Takt zu deutschen Volksliedern, lernt den Mädchen und Jungen bekannte Weisen aus ihrer Heimat wie „Sur le pont d`Avignon“ oder spielt mit ihnen Fingerspiele wie „Ainsi font“, das in Frankreich in jedem Kindergarten beliebt ist. Clémentine Morice war in den vergangenen vier Wochen an der Kirbachschule in Hohenhaslach eine echte Bereicherung und große Unterstützung im Schulalltag.

Schulleiter ist begeistert

„Als ich von der Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees zwischen Sachsenheim und Valréas, Karin Wycisk, die Anfrage erhielt, ob die Kirbachschule Interesse an einer Praktikantin aus Frankreich habe, war ich sofort begeistert. Clémentine Morice ist unterstützend in der ersten Klasse tätig, hilft ehrenamtlich beim Mittagstisch mit und bietet an den Nachmittagen für alle Grundschulklassen jeweils eine Französisch-AG an“, erläutert der Leiter der Kirbachschule, Rainer Graef.

Er freut sich sichtlich darüber, dass so seine Schüler die Möglichkeit erhalten, in engen Kontakt mit der französische Sprache zu kommen. „Das ist komplettes Neuland für die Kirbachschule. Aber vielleicht bahnen sich so dauerhafte Kontakte an, vielleicht sogar die Möglichkeit für einen Schüleraustausch. Wichtig sind das Miteinander und der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus“, sagt Graef.

Darauf komme es auch Morice an, die zuvor bereits zweimal in Sachsenheim im Rahmen der gegenseitigen Bürgerbesuche war. „Mir gefällt Deutschland sehr gut. Die Menschen sind nett und freundlich. Sie nehmen sich Zeit füreinander. Das finde ich schön, denn in Frankreich dominiert im Alltag häufig Hektik und Stress“, berichtet die 37-jährige studierte Kunsthistorikerin, die im Gymnasium die deutsche Sprache erlernt hat.

Die Französin will in Deutschland vor allem ihre Sprachkenntnisse verbessern und das kulturelle Leben hierzulande in allen Facetten kennenlernen. An das Schulleben in Deutschland musste sich Morice erst gewöhnen. „In Frankreich gibt es in den Schulen kaum Pausen oder intensive Gespräche zwischen Schülern und Lehrern. Es geht immer nur ums Lernen. An der Kirbachschule ist der Unterricht lockerer, nicht so strikt wie in Frankreich. Danach musste ich meine Französisch-AGs zunächst ausrichten“, schildert Morice. Sie wolle künftig noch mehr spielen, tanzen und singen mit den Kindern. Die Kinder seien sehr wissbegierig und möchten von ihr vor allem französische Wörter für Tiere und das Essen wissen, unterstreicht die Französin, die in Deutschland am liebsten Butterbrezeln oder Kässpätzle genießt, aber auch die Weißweine aus den Hohenhaslacher Reblagen zu schätzen weiß, wie sie berichtet.

Clémentine Morice wollte eigentlich noch bis zum Schuljahresende an der Kirbachschule tätig sein, und konnte sich sogar vorstellen, auch darüber hinaus in Deutschland zu bleiben. Aus familiären Gründen jedoch muss sie kurzfristig ihren Aufenthalt unterbrechen und in ihre Heimat zurückreisen. „Ich mag das Leben in Deutschland sehr. Auch die deutsche Sprache gefällt mir“ sagt die Französin. Sie habe sie fünf Jahre in der Schule gelernt und danach leider nicht mehr so häufig gesprochen. In Valréas gebe es an der Schule keine Möglichkeit, die deutsche Sprache zu erlernen. „Da geben nach Englisch, vor allem Spanisch oder Italienisch den Ton an“, beklagt Morice, die noch nicht weiß, ob und wann sie an die Kirbachschule zurückkommen kann.

Kinder bedauern Weggang

Nicht nur Schulleiter Graef ist darüber sehr traurig, auch die Grundschulkinder bedauern, dass ihre Französisch-AGs erst einmal keine Fortsetzung finden. „Vielleicht meldet sich bei uns jemand, der für Clémentine Morice als Jugendbegleiterin einspringen will und den Kindern weiterhin die Freude an der französischen Sprache vermittelt“, hofft Schulleiter Graef und mit ihm viele kleine Französisch-Freunde aus der Grundschule.

 
 
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