Jugendkreuzweg am Lichtenstern-Gymnasium Zeit für Ruhe und Besinnung

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Jesus vor dem Berg Golgatha zeigt eine der Stationen des Jugendkreuzwegs im Park vor der Villa.⇥ Foto: Martin Kalb

Im Park des Sachsenheimer Lichtenstern-Gymnasiums lädt der Jugendkreuzweg zum Nachdenken ein.

Sachsenheim. Schwer trägt Jesus das Kreuz auf seinen Schultern und vor ihm liegt der lange steile Weg auf den Berg Golgatha. Auf den ersten Blick wirkt das Bild dunkel, düster und trostlos. Doch der Weg, der sich vor Jesus erstreckt, ist hell gezeichnet und immer wieder von roten Stellen gesäumt. „Dieses Bild an der ersten Station unseres Jugendkreuzwegs ist mein persönliches Lieblingsgemälde“, sagt Reinhart Gronbach, Rektor des Lichtenstern-Gymnasiums in Großsachsenheim.

„Mir gefallen auch die Interpretationen und Erklärungen, welche sich unsere diesjährigen Schüler aus der Klasse 9b dazu haben einfallen lassen“, sagt Gronbach. Der helle Weg soll symbolisieren, dass Gott bei Jesus ist und ihn nicht alleine lässt. Die roten Flecken am Weg erklären die Schüler mit dem Leiden der Menschen, die vor Jesus schon diesen Weg beschritten haben.

Sterben, Tod und Auferstehung

An der Nordseite des Schlossgebäudes der Schule sind die Stelen mit den einzelnen Stationen des Jugendkreuzwegs aufgebaut und werden dort noch bis Christi Himmelfahrt für jeden zugänglich sein. Dass ein Jugendkreuzweg in der Passions- und Osterzeit zusammengestellt wird, hat im Lichtenstern-Gymnasium bereits eine lange Tradition.

„Ich habe gemeinsam mit dem ehemaligen katholischen Pastoralreferent in Sachsenheim, Edmund Zwaygardt, im Rahmen der konfessionsübergreifenden Zusammenarbeit diese Idee entwickelt“, sagt Gronbach. Die Bilder zu den einzelnen Stationen haben Neuntklässler 2013 gemalt. Die Texte dazu erarbeiten die Schüler der neunten Klassen in jedem Jahr neu. Die Themen „Sterben, Tod und Auferstehung“ werden im Religionsunterricht behandelt. Auch in diesem Jahr ist dies den Jugendlichen wieder eindrucksvoll gelungen. In Arbeitsgruppen haben sie sich mehrere Wochen lang intensiv mit den Gemälden, mal in düsteren, tristen Farben, mal in hellen, hoffnungsvollen Tönen, auseinandergesetzt und ihre Gedanken zu Papier gebracht.

An der ersten Stele erfährt der Besucher, dass an den einzelnen Stationen Bibelstellen zum Leidensweg Jesu mit eigenen Vorstellungen der Schüler verknüpft werden. Zudem wird der Betrachter zum Nachdenken über das eigene Leben angeregt. So werden die Besucher an der Station, an der Jesus das Kreuz auf seine Schultern nimmt, gefragt, für wen sie bereit seien, Leid auf sich zu nehmen oder wie sie sich an Jesus Stelle verhalten würden. Nach diesen Momenten der Besinnung wartet auf die Besucher an jeder Station noch ein Lied von traditionellen Werken aus dem Kirchengesangbuch bis zu modernen Hits.

Abschluss mit Gebet

Den Abschluss bildet jeweils ein Gebet. „Wir laden die Menschen ausdrücklich ein, zu uns in den Park an die Nordseite des Schlosses zu kommen und den Jugendkreuzweg zu beschreiten“, betont Schulleiter Gronbach, der den Weg vor den Schulschließungen auch mit Klassen des Lichtenstern-Gymnasiums besucht hat. „Es ist immer wieder erstaunlich die Reaktionen der Schüler zu sehen. Manche haben in ihrem eigenen Leben schon Erfahrungen mit dem Tod gemacht, anderen wiederum kamen mit diesem Thema noch überhaupt nicht in Berührung“, so Gronbach.

Hoffnung und Kraft schenkt den Besuchern vor allem die achte Station, an der der auferstandene Jesus vor dem grasgrünen Berg Golgatha steht hinter dem die orange-gelbe Sonne am Himmel den neuen Tag ankündigt. „Auch wenn die Situation noch so ausweglos erscheint, Gott bringt immer wieder Licht in unser Leben, denn es ist nie zu spät für einen Neuanfang mit Gott“, haben die Schüler zu diesem Bild geschrieben.

 
 
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