Junior-Cup in Bietigheim-Bissingen Europas Nachwuchskicker gut in Schuss

Von Walter Christ
Nach dem gewonnenen Finale gegen Rapid Wien freuen sich die D-Junioren von Eintracht Frankfurt ausgelassen über den Siegerpokal. Foto: Oliver Bürkle

Eintracht Frankfurt gewinnt den Sparkassen-Inter-Junior-Cup 2022 der Bissinger Nullachter und der Bietigheimer Germanen vor Rapid Wien.

Jugendfußball bleibt auch in Pandemie-Zeiten in. Jedenfalls erlebten am vergangenen Samstag und Sonntag insgesamt annähernd 2000 Besucher im Bietigheimer Ellental und am Bissinger Bruchwald ein imposantes europäisches D-Jugend-Festival mit glänzenden Leistungen. Allen voran der technisch versierte Cup-Sieger Eintracht Frankfurt, der im Finale Rapid Wien mit 2:0 bezwang. Dritter wurde der FSV Mainz 05 vor dem Team von MTK Budapest aus Ungarn.

Die freudigen Gesichter der zwölfjährigen Kicker aus zehn Ländern und ihres Anhangs verrieten vieles: Einmal sich nicht immer nur  mit Nachbarvereinen zu messen, sondern mit Juventus Turin, Bayern München, Zürich, Eindhoven, Kopenhagen, Warschau, dem „Club“ aus Nürnberg oder etwa Red Bull Salzburg. Da strahlten die Gäste vom  hohen Lappland (siehe Infokasten) über Bietigheim-Bissingen, Sachsenheim, Waiblingen und Pleidelsheim bis hin ins tiefe Piemont.

Mit Eifer und imponierendem Vermögen trugen 48 Mannschaften insgesamt rund 250 Spiele aus und schossen dabei Hunderte von Toren. Hervorragend geleitet wurden die Partien von 20 Schiedsrichtern der Gruppen Ludwigsburg und Vaihingen/Enz um ihren Boss Wolfgang Scheidt. Perfekt beaufsichtigt wurden die immensen Abläufe von WFV-Turnierleiter Bernd Ziegler im Ellental und Eberhard Hüttner am Bruchwald.

08 trotzt „Juve“ ein 0:0 ab

Was das Können der jungen Kicker anbelangt, beeindruckten allerdings nicht nur die Akteure der großen europäischen Namen, sondern durchaus auch solche aus der Provinz. Wie etwa die Sachsenheimer Torhüterin Matilda Schmidt, die einfach bravourös hielt und zurecht vom internationalen Publikum jede Menge Beifall bekam. Happy waren freilich auch die Jungs vom Bissinger Bruchwald, als sie ausgerechnet dem Topfavoriten Juventus Turin ein 0:0 abtrotzten und somit eine vielbejubelte Sternstunde für den FSV 08 mit seinen 17 Jugendteams genießen durften.

Die großen Klubs, wie  beispielsweise die Trainer von Bayern München, Eintracht Frankfurt, Rapid Wien und dem 1. FC Nürnberg im Ellental erläuterten, haben pro Altersklasse nur noch eine Jugend-Mannschaft, zehn bis zwölf  insgesamt. Und nur diese auserlesenen Teams werden top ausgebildet – die schwächeren Interessenten an die kleinen Nachbar-Vereine quasi „ausgesiedelt“.

Dr. Alexander Rossmann zeigte sich über den erneut gelungenen Schulterschluss zwischen den Bietigheimer Germanen und den Bissinger Nullachtern sehr zufrieden, zumal alle Teams angetreten waren.  „Alles lief, zumindest am Samstag, exakt nach Zeitplan, professionell ab. Es gab viel Anerkennung von den Gästen. Mein ganz großes Lob gilt den rund 150 ehrenamtlichen Helfern, insbesondere nach der Pandemie-Zwangspause“, sagte der Turnier-Sprecher. Rossmann freute sich auch darüber, dass selbst ein international populärer Verein wie Turin angereist war und eigens von Italienisch sprechenden Gastgebern vom Flughafen nach Bietigheim-Bissingen chauffiert und betreut wurde.

Die Siegerehrung nahm Bietigheim-Bissingens Erster Bürgermeister Michael Hanus vor. Im Namen der Sparkasse überreichte Ulrich Klink einen Scheck über  3000 Euro an die Veranstalter. Hanus lobte die beiden ausrichtenden Vereine „für das großartige Event“. 

Die Platzierungen, Goldrunde: 1. Eintracht Frankfurt, 2. Rapid Wien, 3. FSV Mainz 05, 4. MTK Budapest, 5. FC Bayern München, 6. TSG 1899 Hoffenheim, 7. TSV 1860 München, 8. 1. FC Nürnberg, 9.  Ferencvaros Budapest, 10. KSV Baunatal, 11. Juventus Turin, 12. Karlsruher SC.
Gewinner Silberrunde: FC Concordia Basel nach einem Sieg im Finale gegen Jahn Regensburg.
Gewinner Bronzerunde: Bröndby Kopenhagen.  

 
 
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