Keine automatischen Knöllchen mehr Parkraum wird auch künftig kontrolliert

Von Martin Hein
Dauerparker sind auf dem Rewe-Parkplatz ein ernsthaftes Problem. Deshalb wird der Parkraum auch künftig überwacht.⇥ Foto: Martin Kalb

Der Marktbetreiber hat eine andere Lösung im Blick.

Das Parkkonzept, das vor knapp einem Jahr für den Rewe-Parkplatz eingeführt würde, ist mehr oder weniger Geschichte. Anderthalb Stunden ist das Parken auf dem Privatparkplatz des Supermarkts erlaubt.

Seit November 2020 wurden im Rahmen einer Parkraumbewirtschaftung die Auto-Kennzeichen und der Fahrzeugtyp gescannt. Wer sein Auto länger als die erlaubten 90 Minuten parkte, dem wurden dann automatisiert Parkgebühren berechnet. Für reguläre Supermarkt-Kunden war diese Zeitspanne kein Problem, zumal die durchschnittliche Verweildauer der Kunden im Supermarkt sich etwa zwischen 20 bis maximal 30 Minuten bewegt. Alexander Weigelt, der den Rewe-Markt in Großsachsenheim betreibt, hat an den Parkgebühren keinen Cent verdient, die gingen zu 100 Prozent an den Parkraumbewirtschafter in München.

Problematisch wurde diese Technik mit ihrem 90-Minuten-Zeitlimit bei Kunden, die sich im Café der Bäckerei Clement in aller Ruhe eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen schmecken lassen wollten. Die wurden beim Überschreiten der Höchstparkdauer genauso mit einer Parkgebühr bedacht wie E-Auto-Fahrer, die ihr Fahrzeug an der dortigen Ladesäule der EnBW länger als 90 Minuten aufgeladen haben.

Ein Sachsenheimer, der sein Elektroauto aufgeladen hatte, sollte nach einem Ladevorgang immerhin 25 Euro Parkgebühr bezahlen. Der Fall klärte sich insofern, weil die Firma von der „Vertragsstrafe“ absah, als der Fahrer belegen konnte, dass er lediglich für die Dauer des Ladevorgangs sein Auto auf dem Parkplatz stehen hatte. Die Ladesäulen wurden anschließend mit entsprechenden Hinweisen versehen, wonach ein Ladebeleg an den Parkraumbewirtschafter geschickt werden musste, um die Gebühr zu umgehen.

Kunden des Cafés konnten sich im Supermarkt melden, dann wurde das jeweilige Kennzeichen an den Parkraumbewirtschafter weitergemeldet, um eine Strafe zu umgehen. Das habe leider nicht immer reibungslos funktioniert, so Alexander Weigelt. Teilweise haben sich die Rechnungs-Schreiben der Firma an die Kunden mit den Nachmeldungen der Kennzeichen überschnitten. Insgesamt war das Verfahren aus Sicht von Alexander Weigelt zu kompliziert, wenn Kennzeichen nachgemeldet wurden.

Die Münchener Firma bewirtschaftet den Parkplatz des Supermarktes inzwischen nicht mehr. Der eigentliche Auslöser für eine Parkraumbewirtschaftung sind die Dauerparker. Weigelt hat jedoch bereits eine Lösung mit einem anderen Anbieter im Blick. ⇥

 
 
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