Kirchheim Der Kirchheimer Wald soll wachsen

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Mit rund 30 Hektar hat Kirchheim wenig Waldfläche. Der Kayhwald soll deshalb aufgeforstet werden⇥ Foto: Martin Kalb

Revierleiter Burkhard Böer stellte im Kirchheimer Gemeinderat den Forstbetriebsplan vor und hofft auf zwei Hektar neue Fläche.

Der Kirchheimer Wald leidet wie andere Wälder an zu wenig Feuchtigkeit im Boden. Revierleiter Burkhard Böer stellte im Gemeinderat den Forstbetriebsplan sowie seinen Bericht fürs abgelaufene Jahr vor und hofft auf zwei Hektar neue Fläche. Mit rund 30 Hektar hat Kirchheim wenig Wald, verglichen mit anderen Kommunen im nördlichen Landkreis. Doch auch sie wollen gepflegt werden. Böer ist es auch nach der Forstneuorganisation für die Gemeinde zuständig.

Vier trockene Jahre

Die mangelnde Feuchtigkeit im Boden komme nicht von ungefähr, erklärt der Revierleiter. Denn schließlich habe man nun vier Trockenjahre hintereinander erlebt, ein echtes Novum mit einschneidenden Folgen für die Bäume. Die Defizite aus vier Jahren addieren sich nun auf, machte Böer deutlich, was die Wasserspeicher im Boden austrocknen ließ. Auch der Regen 2019 habe den Verlust nicht ausgeglichen, der Boden sei zu trocken und es fließe auch nichts ab. „Aus acht Quellen im Bönnigheimer Wald kommt nichts“, sprach er die kleine Wassermenge der Bäche an, „daran merkt man, welche Auswirkungen das hat“. Erschwerend komme hinzu, dass es hier oft Muschelkalkböden gebe, die kein Wasser speichern könnten.

Der Forst hat für die gefällten Bäume ein Zentrallager bei Großsachsenheim eingerichtet, wo es schon keine Fichten mehr gibt. „Leider ist die Menge an Baustellen von Baumarten nicht kleiner, sondern größer geworden“, betonte Böer in seinem Bericht. Die Kiefern machen im mittleren und westlichen Stromberg erhebliche Probleme und seien dort sehr reduziert worden. Buchen haben dürre Baumkronen, die Eschen leiden unter dem Eschentriebsterben. Es werde zwar mit neuen Baumarten experimentiert, doch diese seien nicht die Rettung in der Not. Der Wald müsse diversifiziert bleiben, um auf viele Jahre eine Chance zu haben. Baumarten wie die Zeder „können nur örtlich eine Bereicherung sein“.

Der Forstbetriebsplan, der ein Minus von rund 880 Euro ausweist, sei im Grunde nur eine Absichtserklärung, so Böer. Im Mittelpunkt stehe die Waldpflege bei den vielen Baustellen, die es hier gebe.

Im besten Fall kann sogar aufgeforstet werden, wie es am Kaywald geschehen soll. Dort plant die Kommune eine Ausgleichsfläche für einen Bebauungsplan, der am Ende zwei Hektar neuen Wald bedeuten würde. Für sie hat Böer bereits Ideen und er will sie gemeinsam mit der Kommune und engagierten Bürgern verwirklichen. Die Pflanzungsqualität müsse stimmen, so der Forstbeamte, der sich als Hauptbaumart die Eiche vorstellen kann.

Zustimmung gab es aus den Reihen des Gemeinderats und auch Anregungen. Stephan Hennig von der Wählergemeinschaft gefiel das Vorhaben, den Kaywald größer werden zu lassen. Erich Schneider von den Unabhängigen schlug vor, mit den neuen Gemeinderäten wieder einmal eine Waldbegehung zu machen, was auch in diesem Jahr passieren soll.

Böer verwies noch auf die anstehende Versteigerung von Brennholz, die am 18. Februar in Erligheim stattfinden wird. Das Gremium stimmte anschließend dem Forstbetriebsplan einstimmig zu.

 
 
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