Konzert Das „Dumky-Trio“ war der Höhepunkt

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Das „Berlin Piano-Trio“ mit (von links) Krzysztof Polonek (Violine), Pianist Nikolaus Resa und Katarzyna Polonek (Cello) spielte im Bietigheimer Kronenzentrum.⇥ Foto: MARTIN KALB

Das „Berlin Piano Trio“ spielte unter anderem Dvorak im Kronenzentrum.

Das Kulturamt bot zum Einstieg ins neue Jahr seinem Publikum einen besonderen musikalischen Hörgenuss: Das „Berlin Piano Trio“, gegründet 2004 und heute eines der führenden, vielfach preisgekrönten Klaviertrios in der Klassik-Szene, bescherte im gut gefüllten Kronensaal am Donnerstagabend den Klassikliebhabern einen kammermusikalischen Abend vom Feinsten.

Bekannt ist das Ensemble für seinen charismatischen Stil und warmen Klang, mit dem es Werke von Haydn, Brahms, Martinu und Dvorák interpretiert. Dabei überzeugt nicht nur die musikalische Brillanz, sondern auch der spielerische Dialog zwischen dem Ehepaar Krzysztof Polonek (Violine) und Katarzyna Polonek (Violoncello) und Pianist Nikolaus Resa. Ihr Zusammenspiel ist geprägt von starker Emotionalität und harmonischem Miteinander, das sich auch aufs Publikum überträgt.

Stimmungsvoll eröffnete das Klaviertrio mit Joseph Haydns „Klaviertrio in G-Dur, Hob XV: 25 Zigeunertrio“. Schon hier offenbarte sich das Können der Interpreten mit viel Ausdruckskraft. Die zärtlich-leichten Streicherklänge in Kombination zum klanglich verzierten Klavierthema sorgen für eine idyllische Stimmung, die in dem ungarisch angehauchten „Zigeunerthema“ im effektvollen Finale im „Rondo all’Ongarese“ ihre Steigerung findet.

Viel Harmonie

Mit dem „Klaviertrio Nr. 1 in H-Dur, op. 8“ von Johannes Brahms brillierte das Ensemble im perfekten Zusammenspiel und nahm mit seiner dynamischen Interpretation dieser Komposition sein Publikum gefangen. „Das Ensemble spielt einfach toll, man merkt, wie gut die aufeinander eingespielt sind“, so eine Zuschauerin in der anschließenden Pause. „Gefühlvoll, mit viel Harmonie, mit viel Leidenschaft, die einen mitnimmt“, so der Eindruck eines weiteren Besuchers.

Den zweiten Teil des Abends eröffnete ein selten dargebotenes Werk von Bohuslav Martinu, tschechischer Komponist des Neoklassizismus, mit dem „Klaviertrio Nr. 1 Cinq pièces brèves“ von 1930, das sich durch kleinste Motive und permanent wiederholten rhythmischen Mustern mit häufigen Taktwechseln auszeichnet. Hier zeigte sich das perfekte Timing des Ensembles auf beeindruckende Weise.

Erzählendes Volkslied

Ein besonderer Höhepunkt war das letzte Stück des Abends. Das „Klaviertrio No. 4 Opus 90 in e-Moll“, auch „Dumky-Trio“ genannt, ist eines der bekanntesten Werke von Antonín Dvorák. Seine Besonderheit liegt darin, dass es von der üblichen Sonatenform abweicht. Der Titel „Dumky“ verweist auf eine besondere Art des erzählenden Volksliedes in Polen und der Ukraine, eine Form der elegischen Ballade. Typisch ist hier der Wechsel zwischen langsamen und lebhaften Tempi und von Moll nach Dur. Mit viel musikalischem Gespür für die besondere Stimmung der sechs Sätze des Dumky-Trios interpretierte das Berlin Piano Trio diese Komposition. Das perfekte Zusammenspiel im Kontrast zwischen sanften, spielerisch heiteren und virtuosen, melancholischen Klängen zeigte nochmals die ganze musikalische Bandbreite des Ensembles.

Viel Applaus und eine Zugabe beendeten einen exquisiten Konzertabend, der sich durch hohe Qualität und viel Gefühl auszeichnete.

 
 
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