Kreis Ludwigsburg Kommunen kämpfen für Sprach-Kitas

Von bz
Der Schlosskindergarten Sachsenheim gehört auch zu den „Sprach-Kitas“, die um Förderung bangen. Foto: /Martin Kalb

Weil sie befürchten, Fördermittel des Bundes für die Spracherziehung zu verlieren, wenden sich 14 Rathauschefs an ihre Abgeordneten in Berlin.

Mit Bundeskabinettsbeschluss vom 24. August zum neuen Kita-Qualitätsgesetz ist deutlich geworden, dass die Bundesregierung das Förderprogramm „Sprach-Kita“ zum Ende des Jahres 2022 auslaufen lassen will. Ab 2024 wird die Sprachförderung in das Kita-Qualitätsgesetz integriert. Dagegen wehren sich nun Gemeinden im Kreis.

„14 Kommunen sind hiervon im Landkreis betroffen“, so Ludwigsburgs Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht. „Das Bundesprogramm hat die vom Land Baden-Württemberg teilfinanzierte Sprachförderung hervorragend ergänzt. Das Land setzt bei der gruppenbezogenen Förderung der Kinder an, der Bund hat folgende Schwerpunkte: bei den Eltern, bei der Qualifikation der Mitarbeitenden, im Bereich Inklusion und Digitalisierung.“ Deshalb haben sich die 14 Kommunen gemeinsam an ihre Bundestagsabgeordneten Steffen Bilger, Fabian Gramling (beide CDU) und Sandra Detzer (Grüne) gewandt.

7000 Kitas im Land

In den Schreiben heißt es unter anderem „um für den Erhalt der rund 7000 Sprach-Kitas und geförderten Fachberatungsstellen des Programms zu kämpfen, ist Mitte August die bundesweite Kampagne ,Sprach-Kitas retten’ gestartet. Um eine Weiterführung des Projekts zu erreichen, ist es notwendig, den politischen Druck zu erhöhen.“ Die Kommunen fordern von den Abgeordneten, sich für die Verlängerung des Programms einzusetzen und eine Sicherung zu verlangen, dass das Volumen der Sprach-Kitas auch im neuen Gesetz verankert wird.

Unterzeichner sind die Rathauschefs aus Kirchheim, Sachsenheim, Bietigheim-Bissingen, Remseck, Steinheim, Kornwestheim, Großbottwar, Markgröningen, Eberdingen, Ditzingen, Korntal-Münchingen, Gerlingen, Ludwigsburg und Vaihingen.

Die gemeinsame Aufgabe, Teilhabe von Kindern in der Gesellschaft und die Stärkung der Bildungschancen für alle voranzubringen, werde vom Bund 2023 deutlich geschwächt. „Auf diese Weise sind wir gezwungen, die Förderung einzustellen oder selbst zu übernehmen“, ergänzt Oberbürgermeister Michael Makurath aus Ditzingen, „nicht nur, dass wir uns mit der Energiekrise befassen, der Unterbringung der Geflüchteten widmen und den sozialen Frieden in unseren Städten und Gemeinden sichern wollen“.

Für Integration wichtig

Oberbürgermeisterin Ursula Keck aus Kornwestheim bestärkt: „Die Förderung ist dringend notwendig für eine soziale Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. Das betrifft ganz besonders die Kinder aus der Ukraine, die in unseren Kommunen gerade aufgenommen werden.“

OB Dirk Schönberger aus Remseck zeigt sich besorgt: „Selbst wenn das neue Gesetz die Sprachförderung aufgreift, ist noch nicht klar, ob überhaupt die Gelder bei uns in den Kommunen ankommen, um diese wertvolle Arbeit noch zu leisten.“

„Das ist verantwortungslos, wo doch im Koalitionsvertrag explizit die Förderung der Sprache vom Bund festgehalten wurde“, unterstreicht Holger Albrich, Bürgermeister aus Sachsenheim.

„Wir fordern, dass bestehende Strukturen und Prozesse fortgeführt werden. Warum sollen wir unser Personal Ende 2022 entlassen und dann 2024 wieder einstellen, das macht doch keinen Sinn! Zumal durch den Fachkräftemangel Besetzungsverfahren oft ewig dauern, bis sie zum Erfolg führen“, berichtet Thomas Winterhalter aus Steinheim.  bz

 
 
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