Kreis Ludwigsburg Lars Maximilian Schweizer will für die Grünen in den Bundestag

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Lars Maximilian Schweizer (rechts) wurde mit 39 von 62 Stimmen zum Bundestagskandidaten der Grünen im Wahlkreis Neckar-Zaber gewählt. Damit verwies er seinen Konkurrenten Alexander Link auf den zweiten Platz. Foto: Klaus Jähne

Die Grünen haben ihren Kandidaten am Dienstag in Lauffen mit 39 von 62 Stimmen für den Wahlkreis Neckar-Zaber nominiert.

Lars Maximilian Schweizer kandidiert bei der Bundestagswahl für die Grünen im Wahlkreis Neckar-Zaber. Der 27-Jährige hat sich bei der Nominierungsveranstaltung am vergangenen Dienstag in der Lauffener Stadthalle gegen Alexander Link (30) durchgesetzt. Von 62 Stimmen entfielen 39 Stimmen auf Schweizer.

Schweizer, der in Ludwigsburg geboren wurde, studierte Geschichts- und Rechtswissenschaft in Tübingen. Seit Mai 2019 ist er Persönlicher Referent der Abgeordneten Thekla Walker in der GrünenLandtagsfraktion. Seit Oktober 2019 ist er zudem Vorstand im Stadtverband der Grünen in Tübingen. Schweizer trainiert ehrenamtlich die erste Mannschaft des DJK SG Ludwigsburg e. V. Der 27-Jährige ist verheiratet und wohnt mit seiner Frau Lara in Tübingen. Das Paar hat vor wenigen Wochen einen Sohn bekommen.

Chancen nutzen

„Ein fairer Wettbewerb“ sei die Nominierungsveranstaltung gewesen, sagt Schweizer. Die Kandidaten hatten 15 Minuten Zeit, um ihre Themen zu präsentieren. Anschließend stand eine 30-minütige Fragerunde auf dem Programm. Dabei ging es um Themen wie Energiewende, Flächenverbrauch, Sozialpolitik und Gentechnik. „Ich stehe nicht hinter dem Feldversuch, den Theresia Bauer vorgeschlagen hat“, stellt Schweizer klar. Er sei aber auch nicht grundsätzlich gegen Verfahren wie das der Genschere CRISPR/Cas9. „Neue Chancen muss man nutzen“, ist Schweizer überzeugt. Aber jetzt sei die Zeit dazu noch nicht reif.

Lars Maximilian Schweizer will sich vor allem für die Gemeinwohl-Ökonomie stark machen. „Das Thema treibt mich um“, sagt er. Er möchte sich dafür einsetzen, dass die Region Neckar-Zaber zur Gemeinwohl-Musterregion wird. Auch wenn das ein langer Weg werde, hätten Beispiele aus Nordrhein Westfalen gezeigt, dass die Umsetzung „von unten nach oben“ erfolgen müsse. Dazu gebe es in den nächsten vier Jahren viele Möglichkeiten – auch wenn etwa eine Änderung des Steuersystems mindestens noch zehn Jahre dauern werde.

„Alexander Link hat sich sehr gut präsentiert“, lobt Schweizer seinen Mitbewerber. Link hatte sich dabei auf die Themen Bürgerengagement und Innovationsprozesse konzentriert. Dennoch fiel die Entscheidung der Wahlberechtigten eindeutig auf Schweizer. Der 27-Jährige, dessen Eltern und Großeltern in Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen wohnen, ist erleichtert, dass sich sein Engagement gelohnt hat. „Ich habe viel investiert und fast alle Ortsverbände besucht“, erzählt er. Von den Querelen der Grünen im Kreis (die BZ berichtete) hat er dabei nichts mitbekommen: „Bei uns war das überhaupt nicht so“, sagt er. Mehr möchte er zu dem Thema nicht sagen. Seit zweieinhalb Jahren betreibe er aktive Politik im Tübinger Stadtverband der Grünen, der sich auch mit der Politik von Oberbürgermeister Boris Palmer auseinandersetzt. Dabei habe er gelernt, „dass ich nicht zu allem meinen Senf geben muss“, sagt der nominierte Kandidat.

Jetzt hofft er auf einen guten Platz der Landesliste, die im April auf der Delegiertenversammlung gewählt wird. „Ich möchte möglichst viele Erststimmen bekommen“, erklärt Schweizer. Als nächstes will er dazu sein Wahlkampfteam aufstellen. CDU-Kandidat Fabian Gramling sei bei der Bundestagswahl in Ludwigsburg zwar bekannt, schätzt Schweizer. Doch im nördlichen Teil des Wahlkreises Neckar-Zaber rechnet sich der 27-Jährige Chancen aus.

 
 
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