Kundgebung Aufstehen gegen den Krieg

Von Susanne Yvette Walter
Beim Ku(h)riosum zeigten die Bürger ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine. ⇥ Foto: Oliver Bürkle

Bietigheim-Bissinger Bürger zeigen am Samstagnachmittag bei einer Kundgebung vor dem Kronenzentrum, wo sie stehen im Ukraine-Krieg.

Frei nach dem Motto „lokal denken, global wirken“ riefen am Samstagnachmittag Bietigheimer Bürger, die Fraktionen, allen voran die Grün-Alternative-Liste Bietigheim-Bissingen und die Stadtverwaltung eine Kundgebung aus, die Solidarität bezeugen will mit den Opfern des Ukraine-Kriegs.

Über 150 Zuhörer bildeten eine Menschentraube um das Rednerpult am Ku(h)riosum. Neben den Stadtfarben von Bietigheim-Bissingen wehte am Samstagnachmittag die ukrainische Flagge vor dem Kronenzentrum im Wind.

Flüchtlingen helfen

Attila Tür von der GAL moderierte und Oberbürgermeister Jürgen Kessing fand klare Worte vor über 150 Zuhörern am Marktbrunnen. Er dankte den Bietigheimern für ihre Solidarität und erinnerte daran, dass hunderttausende Menschen im Zweiten Weltkrieg ebenso auf der Flucht waren wie die Ukrainer es jetzt sind. „Es gehört zu unseren gesellschaftlichen Verpflichtungen dafür zu sorgen, dass das nie in Vergessenheit gerät“, betont der Bietigheimer OB und erklärt: „Ich bin froh, dass wir in der Lage sind, Flüchtlingen zu helfen, sei es hier vor Ort oder sie mit Hilfsgütern zu unterstützen.“ Kessing sensibilisiert seine Zuhörer dafür, dankbar zu sein, dass „wir hier ohne unser Zutun das große Los gezogen haben und auf einem Flecken Erde leben dürfen, auf dem seit über 70 Jahren Frieden herrscht. Es ist uns geschenkt worden. Aber jetzt müssen wir dafür kämpfen und dafür arbeiten.“ Beifall brandet auf. Der Bietigheimer OB erinnert weiter an das Mitgefühl für Menschen in Not, „die dieses Los nicht gezogen haben“. Kessing: „Denken wir daran, dass jeder einzelne Mensch das Recht hat leben zu dürfen, Schutz zu erhalten, wenn sein Leben bedroht ist.“ Spontan treibt Kessing seine Rede auf die Spitze: „Schöne Grüße an Herr Putin aus Bietigheim-Bissingen und wir lassen uns nicht unterkriegen.“ Das zündet. Begeisterter Applaus gibt Kessing recht.

Gebet für den Frieden

Ein Gebet für den Frieden spricht im Anschluss Pfarrer Bernhard Ritter. Der Geistliche nimmt dabei Gläubige und Atheisten in ein Boot und betet laut: „Gib Frieden Herr, gib Frieden, der Welt. Recht wird durch Macht entschieden.

Mit Erschrecken schauen wir nach Osteuropa. Es herrscht Krieg in der Ukraine. Unfassbar für so viele von uns, die das nicht für fassbar hielten. Was liegt uns alles auf dem Herzen an Gefühlen, Schmerz, Ohnmacht, Wut, Unsicherheit, Angst vor dem, was kommt - wahrscheinlich eine Mischung von allem. Wir sehen die Not: die alte Frau, die im Einkaufswagen transportiert wird, das Kind das sein Haustier an sich drückt und die Männer, die sich verabschieden und in den Krieg ziehen sowie den unermüdichen Einsatz der Rettungskräfte.“

Ritter wendet sich an den „Gott der Versöhnung“ für alle die politische Verantwortung tragen bittet „um Weisheit und Geduld und den unmittelbaren Willen zum Frieden.“ Der Bietigheimer Pfarrer spricht auch all die Menschen an, die in der Ukraine Familie und Freunde haben und jetzt in Angst leben, um ihre Liebsten.

Friedliche Kundgebung

Es bleibt eine friedvolle Zusammenkunft, bei der kein Polizeitaufgebot notwendig ist.

Bernhard Ritter sagt zum Schluss mit Blick auf die Ereignisse in der Ukraine in seiner Hinwendung zu Gott: „Lass die Verbindungen nicht abreissen, sondern zeige uns gerade jetzt, wo wir helfen können“.

 
 
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