Landesstraße zwischen Sachsenheim und Hohenhaslach Schläge auf die Mechanik der Autos

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Die Schlaglöcher in der Straße zwischen Großsachsenheim und Hohenhaslach sind ein Ärgernis für viele Autofahrer, für Zweiräder kann es gefährlich werden. Doch kurzfristige Besserung ist nicht absehbar.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Der schlechte Zustand der Landesstraße zwischen Sachsenheim und Hohenhaslach ärgert Autofahrer und die Stadt gleichermaßen. Schnelle Abhilfe ist nicht in Sicht.

Den Artikel in der BZ von Mitte August über Stadtrat Lothar Makkens und seinen Ärger über die holprige Landesstraße von Sachsenheim nach Hohenhaslach hat Thorald Zerpenick genau gelesen. Denn was die BZ im Gespräch mit Makkens beschreibt, kennt der Sachsenheimer bestens aus eigener Erfahrung: Die Straße sei in einem „desaströsen Zustand“.

Makkens hatte sich, wie berichtet, an das Regierungspräsidium gewandt, das für die Landesstraße zuständig ist. Zerpernick wandte sich an die Stadt Sachsenheim. Ähnlich wie Makkens findet er kein gutes Wort über die Fahrbahn: Von Flickschusterei spricht er, der komplette Unterbau der Straße sei  beschädigt. Die Fahrbahn senkt sich ab. Zur Abhilfe werde  Kaltbitumen in die Straße geschmiert, nach acht Wochen sei die Straße aber wieder so schlecht wie vorher. Fahrschüler bekämen die Anweisung, auszuzweichen, um das Fahrzeug nicht zu beschädigen.

„Durch Mark und Bein“

Zepernick, der sich beruflich mit Audiovision befasst, hat zudem eigene Lärmmessungen unternommen. Danach sind die Geräusche auf der Strecke um 20 bis 25 Dezibel höher als an einer schlaglochfreien Straße. Mit den Messungen will er vor allem belegen, wie hoch die Fahrzeuge selbst durch den schlechten Zustand der Straße belastet werden. Es gibt „Schläge auf die Mechanik“, so Zerpernick, die erzeugte Akustik gehe „durch Mark und Bein“. Stadtrat Makkens hatte sogar davon gesprochen, dass die Straße für Pkw, Radler und Motorradfahrer „untragbar und gefährlich“ sei.

So wie Zerpenick und Makkens wenden sich auch andere Bürger an die Stadt Sachsenheim, die den Zustand der Straße ähnlich schlecht beurteilen. Das sagte Thomas Feiert im Gespräch mit der BZ, bei der Stadt zuständig für den Fachbereich Technik. Er teilt die Kritik, dass die Straße dringend sanierungsbedüftig sei. Als Motorradfahrer vermeide er es selbst, sie zu benutzen.

Abhilfe kann die Stadt jedoch nicht schaffen, sie sei für eine Landesstraße schlicht nicht zuständig, so Feiert. Der Stadt bleibe nichts anderes üblich, als die Beschwerden direkt an das Regierungspräsidium weiterzuleiten und immer wieder auf die Problematik hinzuweisen. Das sei auch nach der Anfrage von Lothar Makkes so geschehen.

Die Antwort, die Feiert vom Regierungspräsdium bekam, ist dieselbe, die auch Makkens erhalten hatte. Und sie ist wenig tröstlich. Den schlechten Zustand der Fahrbahn leugnet das Baureferat im Regierungspräsidium nicht. Doch eine großflächige Sanierung sei nur möglich, wenn der Streckenabschnitt im Erhaltungsmanagement des Landes enthalten ist.

Aktuelle Bewertung

Alle vier Jahre findet in Baden-Württemberg eine solche Zustandserfassung und -bewertung (ZEB) der Straßen statt. Haushaltsmittel gibt es nur für die Sanierung derjenigen Straßen, die in der ZEB enthalten seien. Aktuell sei die Befahrung des Landesstraßennetzes für das nächste ZEB-Programm der Jahr 2021 bis 2025 abgeschlossen. Das Baureferat im Regierungspräsidium erwartet, dass der Streckenabschnitt zwischen Sachsenheim und Hohenhaslach in die ZEB aufgenommen wird. Trifft dies zu, steht aber immer noch nicht fest, wann in diesem Zeitraum die Straße endlich saniert werden könnte, so Thomas Feiert.

 
 
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