Landkreis Ludwigsburg: Mehr Geflüchtete Kommunen haben noch ausreichend Platz

Von Petra Neset-Ruppert
In der Geisinger Straße in Bietigheim ist eine der 25 Gemeinschaftsunterkünfte des Landratsamts, in der Geflüchtete zuerst im Landkreis aufgenommen werden. Foto: Helmut Pangerl

Die Zahl der Geflüchteten hat im Landkreis Ludwigsburg im vergangenen halben Jahr zugenommen. Noch wirkt sich das nicht auf die Städte und Gemeinden aus, im Frühjahr werden die Zahlen neu evaluiert.

Die Flüchtlingszahlen sind in den vergangenen Monaten gestiegen. Nahm der Kreis im Juli noch 68 Geflüchtete in den Unterkünften des Landratsamts auf, so waren es im Dezember mit 183 fast drei mal so viele. Insgesamt betreibt der Landkreis 24 Gemeinschaftsunterkünfte, in den 1466 Plätze zur Verfügung stehen. Rund 1200 Plätze in diesen Erstunterbringungen sind belegt. Zirka 100 Plätze können momentan noch belegt werden. „Die weiteren Plätze sind aus sozialen Gründen nicht belegbar oder werden derzeit saniert“, erklärt Frank Wittmer vom Landratsamt.

Sachsenheim

In den Unterkünften der Städte und Gemeinden spürt man davon aber noch nichts. Die Aufnahmequote für 2022 sei noch nicht gestiegen, heißt es aus Sachsenheim. Doch man rechne mit mehr Geflüchteten auch in den Unterkünften der Stadt: „Die Zunahme der Flüchtlingszahlen kommt erfahrungsgemäß zeitverzögert auf die Kommunen zu, da die Geflüchteten maximal 24 Monate in der vorläufigen Unterbringung durch den Landkreis verbleiben“, sagt Matthias Friedrich von der Stadt Sachsenheim. Noch seien ausreichend Plätze für Geflüchtete vorhanden. Knapp 200 Plätze sind in den städtischen Unterkünften momentan belegt.

Bönnigheim

Nach derzeitigem Stand werden der Stadt Bönnigheim elf Personen in einer Anschlussunterbringung zugewiesen. „Wir gehen davon aus, dass wir diese Personenzahl mit den vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten in der Stadt abdecken können“, sagt Bönnigheims Bürgermeister Albrecht Dautel. Im Frühjahr will das Landratsamt jedoch nochmals die Prognosezahlen überprüfen.

Bietigheim-Bissingen

Auch in Bietigheim-Bissingen seien noch nicht mehr Geflüchtete in den Anschlussunterbringungen angekommen. „Derzeit steht uns genügend Wohnraum zur Verfügung. Je nachdem, wie sich die Zuzugszahlen entwickeln, müsste die Situation zu gegebener Zeit neu bewertet werden“, erklärt Anette Hochmuth von der Pressestelle der Stadt Bietigheim-Bissingen. Momentan leben knapp 300 Asylbewerber in den Unterkünften der Stadt, deren Verfahren noch läuft oder deren Antrag bereits abgelehnt worden ist. „Die Kapazitäten reichen derzeit noch aus. Sollte es allerdings bei den hohen Zuweisungszahlen bleiben, müssen die Unterkunftskapazitäten weiter angepasst werden“, so Wittmer. Dann müssten auch die Kommunen reagieren und ihre Unterkünfte aufstocken.

 
 
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