Löchgau will Ackerrandstreifen zu Insektenweiden machen Blüten auf 14 000 Quadratmetern

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Auf der rechten Seite dieses Feldweges, der auf die Petershöfe zuführt, soll einer der  Blühstreifen unter dem Motto „Löchgau blüht auf“ entstehen.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Die Gemeinde will blühende Ackerrandstreifen und hat dafür eine Vereinbarung mit sechs großen Bauern im getroffen. Für die Finanzierung werden jetzt Paten gesucht.

Naturschutz hat in der Löchgauer Gemeindeverwaltung eine hohe Priorität, allen voran bei Haupt- und Ordnungsamtsleiter Jens Millow. Um dem Insektensterben entgegenzuwirken hat die Gemeinde zusammen mit sechs Löchgauer Landwirten und dem BUND das Projekt „Blühstreifen“ ins Leben gerufen.

Im Urlaub im vergangenen Jahr in Norddeutschland hat Millow das kommunale Projekt von Ackerrandstreifen, die dort von der Gemeinde von Landwirten zum Anlegen von blühenden Wiesenstreifen gepachtet wurden, entdeckt. „Das können wir in Löchgau doch auch machen“, dachte sich Millow. Mit Unterstützung von Bürgermeister Robert Feil gab es inzwischen viele Gespräche mit den örtlichen Landwirten, allen voran Phillip Weigel, auch der BUND wurde mit ins Boot genommen.

Erträge ermittelt

Zunächst habe man, so Millow, ermittelt, mit welchen Beträgen die landwirtschaftlichen Betriebe üblicherweise bei der Bewirtschaftung von Ackerflächen kalkulieren können. „Beim Maisanbau kamen wir auf einen Euro pro Quadratmeter für drei Jahre“, erklärt der Löchgauer Haupt- und Ordnungsamtsleiter im Gespräch mit der BZ. Insgesamt sechs Cluster wurden aus den zur Verfügung gestellten 14 000 Quadratmetern Fläche gebildet, von denen zunächst die Hälfte in Blühstreifen verwandelt werden sollen. Nach zwei Jahren soll die andere Hälfte bepflanzt werden. So wird ermöglicht, dass die Insekten am gewohnten Standort bleiben können, wenn nach drei Jahren die Randstreifen wieder als Ackerland verwendet werden. Grund dafür: nach drei Jahren würden diese der Status als landwirtschaftlich genutzte Fläche verlieren. „Das Projekt findet natürlich dort statt, wo man es auch sehen kann“, sagt Millow. Doch die so entstehenden Blühstreifen sind nicht nur schön anzusehen, sondern geben den Insekten dringend benötigte Nahrung und Lebensraum. Es wird die mit dem BUND abgestimmte Saatmischung „Blühende Landschaft“ von der Firma Rieger-Hofmann verwendet.

Besondere Samenmischung

Nach den Angaben des Herstellers wurde die Mischung gemeinsam mit dem Netzwerk „Blühende Landschaft“ entwickelt. Diese Mischung verbessert die Nahrungsversorgung von Wildbienen, Honigbienen, Schmetterlingen und anderen blütenbesuchenden Insekten nachhaltig. Diese Insekten wiederum übernehmen eine wesentliche Funktion bei der Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen. Blütenbesuchende Insekten benötigen zur Sicherung von Fortpflanzung, Gesundheit und Ernährung Pollen und Nektar während der gesamten Insektensaison. „Diesem Anspruch wird die Mischung durch einen lang anhaltenden Blühzeitraum gerecht“, betont der Löchgauer Haupt- und Ordnungsamtsleiter.

Info Ein Euro pro Quadratmeter, natürlich auch mehr, können Unterstützer für den Zeitraum von drei Jahr spenden. Die Gemeinde wird den Betrag ohne Abzüge an den betreffenden Landwirt weitergeben, der daraufhin die entsprechende Fläche mit der Blühmischung einsät. Diese wird dann für drei Jahre erhalten. Auf Wunsch erhalten die Spender eine Urkunde über ihre Patenschaft.

 
 
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