Ludwigsburger Basketballer unterliegen im zweiten Halbfinale Bayern München Riesen verlieren Heimnimbus

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Einen ganz schweren Stand hatten Lukas Herzog und seine Riesen in der Offensive gegen das Abwehrbollwerk aus Bayern. Der Münchener D.J. Seeley (rechts) traf dagegen aus allen Lagen.⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Ludwigsburg hat nach dem Auftaktsieg gegen Bayern München das zweite Halbfinale mit 72:82 verloren – die erste Heimpleite seit zwei Jahren.

Die mehr als zweijährige beispiellose Heimserie der MHP Riesen Ludwigsburg ist seit Montagabend, 20.47 Uhr, Geschichte. In der zweiten Halbfinal-Begegnung gegen den FC Bayern München verlor die Mannschaft von Trainer John Patrick nach dem hauchdünnen 101:98-Erfolg an gleicher Stelle zwei Tage zuvor den nächsten Krimi mit 72:82.

Das Starensemble von der Isar, das wenige Wochen zuvor nur haarscharf am Einzug unter die letzten Vier der EuroLeague vorbeigeschrammt war, machte in Bestbesetzung in der ersten Halbzeit kurzen Prozess mit dem Hauptrunden-Meister aus Ludwigsburg. Dabei hatten sich die Riesen in den ersten fünfeinhalb Minuten bei einer soliden 13:4-Führung noch ähnlich stark präsentiert wie im ersten Vergleich mit den Bayern. Doch was dann folgte, war eine Machtdemonstration des frisch gekürten Pokalsiegers, der ganz klar angetreten war, um die Verhältnisse im deutschen Basketball wieder gerade zu rücken. Die Münchener zogen ein Abwehrbollwerk auf und die Riesen konnten einem bei ihren verzweifelten Durchbruchversuchen nur leidtun.

So schmolz der eigentlich recht komfortable Vorsprung innerhalb kürzester Zeit dahin. Nach acht Punkten in Serie des bereits im ersten Aufeinandertreffen mit 20 Punkten bärenstarken D.J. Seeley lagen die Gäste plötzlich sogar mit 19:16 in Front. Ein Buzzer Beater von Jordan Hulls, dessen Wadenverletzung aus Spiel eins den US-Amerikaner nicht von einem Einsatz abhielt, sorgte zumindest mit der Sirene für den Ausgleich.

Doch damit war es dann zunächst vorbei mit der Herrlichkeit der Hausherren. Angetrieben von Point Guard Zan Sisko, der am Samstagabend noch aufgrund einer Migräne hatte aussetzen müssen, Seeley und Superstar Vladimir Lucic bauten die Bayern die Führung auf elf Punkte aus (21:32). Einzig der erneut auffällige Jonah Radebaugh fand gegen die bayerische Mauer ein Durchkommen und erzielte acht Punkte im zweiten Viertel (33:42).

Nach der Pause fanden die Riesen zwar wieder in den gewohnten Rhythmus und gestalteten die Partie offener, doch auch weil Bayern-Coach Andrea Trinchieri seinen Stars wie Lucic, Wade Baldwin oder Jalen Reynolds – sicherlich schon mit Blick auf die beiden kommenden Begegnungen in München (Mittwoch und Freitag – jeweils 20.30 Uhr) eine Verschnaufspause gönnte.

Noch einmal richtig die Pumpe dürfte Trinchieri nach dem Treffer von Jamel McLean zum 64:70 gegangen sein. Hätten die Riesen ihre Trefferquote der letzten Minuten konstant hoch halten können, wer weiß, vielleicht wäre der Finanzkrösus der Liga tatsächlich noch einmal in der Crunchtime ins Wanken geraten. Doch so setzten sich die Bayern schließlich mit 82:72 durch, glichen in der Serie aus und beendeten ganz nebenbei die zweijährige Siegesserie der Riesen in der MHP-Arena. Jetzt haben die heimstarken Münchener alle Trümpfe in der Hand, durch zwei Siege in den kommenden beiden Heimpartien ins Playoff-Finale einzuziehen.

 
 
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