Marode Bauwerke in Sachsenheim Fünf Brücken gesperrt

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In der Sersheimer Straße müssen die Großsachsenheimer gerade die Straße queren, um über die Metter zu gelangen. Denn die Brücke ist einseitig gesperrt (im Hintergrund). ⇥ Foto: Werner Kuhnle

In der Stadt werden aktuell Fußgänger und Landwirte ausgebremst. Aber wo genau? Und wie geht es mit den maroden Bauwerken weiter?

Wer dachte, das Thema Brücken hat sich in Sachsenheim mit der Fertigstellung der Eisenbahnbrücke 2019 erledigt, der hat sich getäuscht. Denn der Sanierungsbedarf ist weiter hoch: Aktuell sind fünf von 30 städtischen Brückenbauwerken gesperrt. Nicht bei allen ist klar, wie es weitergeht.

Die Brückenprüfungen sind für dieses Jahr weitgehend abgeschlossen. Alle drei Jahre findet eine Nebenprüfung statt, alle sechs Jahre eine Hauptprüfung und jährlich eine Sichtprüfung. So weit, so schlecht. Denn wie mit dem Status quo nun umgegangen wird, ist noch nicht klar. Weder einen Zeitplan gibt es, noch konkrete Kostenschätzungen – und somit auch keine Entscheidung, inwiefern sich eine Sanierung lohnt. Die Maßnahmen seien „individuell unterschiedlich“, sagt Stadtsprecher Matthias Friedrich, und müssen „von einem Statiker zunächst berechnet werden“. Diese lägen noch nicht vor oder seien im Gemeinderat noch nicht behandelt worden.

Feldwegbrücke über Kirbach bei Hohenhaslach

Das Brückenbauwerk BW 14 im Nordwesten des Ortsteils „weist gravierende standsicherheits- und verkehrssicherheitsrelevante Schäden auf“, erklärt Friedrich. Die Sperrung betrifft hier jegliche Verkehrsteilnehmer, überwiegend Landwirte. Über eine Sanierung konnte die Stadt auf BZ-Nachfrage noch keine Auskunft geben.

Fußgängersteg über den Kirbach Untere Au

Die Sperrung der Brücke BW 14a am westlichen Rand von Hohenhaslach betrifft die Fußgänger. Auch hier ist unklar, ob und wann es zur Sanierung kommt.

Fußgängerbrücke über den Kirbach

Die Sperrung des Brückenbauwerk BW 21a im Wald am nördlichen Rand Großsachsenheims in Richtung Hohenhaslach betrifft Fußgänger. „Der Austausch aller Bohlen ist notwendig“, sagt der Stadtsprecher. Eine Prüfung der Kosten und sogar eventuell ein Austausch sollen noch 2021 erfolgen. Die Ausschreibung ist hier bereits erfolgt. Das Vergabeverfahren wird laut Stadt zeitnah gestartet. Die Umsetzung soll voraussichtlich Ende Juli beginnen. Ende Oktober oder Anfang November soll die neue Brücke dann fertig sein, teilt Friedrich mit. Hierfür sind schon dieses Jahr 400 000 Euro im Haushalt vorgesehen. „Die Maßnahme findet unter anderem in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Stuttgart bezüglich der Sanierung der L 1110 noch dieses Jahr statt“, erklärt Friedrich.

Fußgängerbrücken in der Sersheimer Straße

Bei den maroden Bauwerken 22 und 23 nahe des Edeka-Markts in Großsachsenheim behilft sich die Stadt aktuell mit einer Ampel. Hier ist dieses oder kommendes Jahr der Neubau für die Brücken auf beiden Seiten der Sersheimer Straße geplant. Dies wurde im Gemeinderat schon beschlossen. Die beiden Holzbrücken werden nacheinander rückgebaut und durch Aluminiumkonstruktionen ersetzt. Die Kosten sollen sich auf rund 360 000 Euro belaufen. Diese sind bereits im Haushaltsplan 2021 eingestellt. Zumindest für eine der Brücken (Bauwerk 22) hofft die Stadt nach wie vor auf Fördermittel. Deshalb geht es hier erst 2022 los. Auch ins neue Radwegekonzept soll sie integriert werden. Bei der Brücke 23 sucht man noch nach finanziellem und zeitlichem Einsparpotenzial.

Fußgängerbrücke im Zuge der Sudetenstraße

Auch die Sperrung des Brückenbauwerks 24 in Großsachsenheim betrifft die Fußgänger. Hier ist die Stadt bereits in der Planungsphase. Hier ist ein Provisorium für Fußgänger geplant. Friedrich erklärt: „Die provisorische Fußgängerbrücke in der Sudetenstraße soll noch im Laufe dieses Jahres errichtet werden.“ Genaueres könne man aber noch nicht sagen. Die Stadt sei abhängig vom stark ausgelasteten Handwerkermarkt, vor allem was die ausführenden Unternehmen sowie der Lieferbarkeit des Materials betreffe. Voraussichtliche Kosten: 10 000 bis 15 000 Euro.

Faktor Verkehrsbelastung

Auf dringenden Handlungsbedarf hat die Stadt bereits 2018 im Gemeinderat hingewiesen. „Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten hat die Stadt auch darauf reagiert“, sagt Friedrich. Auch eine weitere Stelle wurde geschaffen. Wie es in Zukunft weitergeht, hänge auch von der Verkehrsbelastung, sprich von der Beanspruchung der Brücken ab.

 
 
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