MHP Riesen Ludwigsburg Bryce Jones wirft Ludwigsburg aus der Champions League

Von Michael Nachreiner
Jacob Patrick (Mitte) war maßgeblich mit dafür verantwortlich, dass sich die Riesen bis auf 22 Punkte absetzten. Foto: Avanti/Ralf Poller

Der Guard von Limoges trifft mit der Schlusssirene in der Verlängerung zum 96:94-Sieg von CSP im entscheidenden Spiel der Play-in-Serie.

Abrupter als von vielen gedacht ist die Champions-League-Saison für die MHP Riesen Ludwigsburg beendet. Die Mannschaft von Trainer Josh King verlor am Mittwochabend das entscheidende dritte Spiel der Play-in-Serie gegen Limoges CSP mit 94:96 nach Verlängerung. Held des Abends für die Franzosen wurde Bryce Jones. Der US-amerikanische Guard warf den elfmaligen Französischen Meister mit Ablauf der Spielzeit in der Verlängerung in die Zwischenrunde der besten 16 Mannschaften. Er traf einen Wurf aus der Ecke über den ausgestreckten Arm von Justin Johnson. Während das Spielgerät noch in der Luft war, ertönte die Schlusssirene.

„Die Jungs sind enttäuscht und sauer“, gibt King einen Einblick in die Ludwigsburger Kabine direkt nach Spielende. Allerdings sah er eine gewisse Mitschuld auch bei seiner Mannschaft. „Man darf nicht so viele Punkte abgeben. Man muss 40 Minuten lang verteidigen“, ärgert er sich. Und sein Gegenüber, Massimo Cancellieri ergänzt: „Für uns fühlt es sich an, als hätten wir heute Abend die Champions League gewonnen.“

Die Ludwigsburger machten zu Beginn genau da weiter, wo sie gegen München aufgehört hatten.  In der Verteidigung waren sie sehr aggressiv. Bei jeder Gelegenheit, die sich bot, doppelten sie den ballführenden CSP-Spieler. Dadurch nahmen sie Nicolas Lang und Javontae Hawkins, die Spiel zwei in Limoges auf Seiten der Franzosen den Stempel aufgedrückt hatten, komplett aus dem Spiel. Und in der Offensive fanden sie immer wieder den freien Mann. Prentiss Hubb traf allein im ersten Viertel zwei, Jacob Patrick sogar drei Dreier.

Mitte des zweiten Durchgangs hatten sich die Riesen beim 50:28 auf 22 Punkte abgesetzt. „Wir waren mental eigentlich gut auf die Partie vorbereitet. Doch dann lief gar nichts. Das hat uns geschockt“, berichtet Cancellieri.

Doch die Franzosen ließen die Köpfe nicht hängen. „Wir haben in der Verteidigung immer wieder Kleinigkeiten geändert, bis wir etwas gefunden haben, das den Rhythmus der Ludwigsburger unterbrochen hat“, erklärt der CSP-Coach. Beim Seitenwechsel hatten die Gäste den Rückstand bereits auf 39:51 verringert. Nach dem dritten Viertel lagen sie nur noch mit 63:72 zurück.

Noch zogen die Ludwigsburger aber immer wieder, wenn das Spiel zu kippen drohte, den Kopf aus der Schlinge. Auch, weil Limoges erst Hubb, dann Jacob Patrick beim Dreierversuch foulte. Und die beiden Riesen-Guards waren von der Freiwurflinie nervenstark.

Doch der Vorsprung der Ludwigsburger schmolz immer weiter. Mathieu Wojciechowski brachte CSP knapp eine Minute vor dem Ende mit vier Punkten in Folge auf 82:84 heran. Nachdem Johnson einen Sprungwurf aus der Drehung vergeben hatte, glich Jones 14 Sekunden vor der Schlusssirene aus. Ein Verzweiflungswurf von Hubb wollte zum Ende der regulären Spielzeit nicht fallen.

In der Verlängerung zogen zunächst die Gastgeber wieder davon 92:86 nach knapp zwei Minuten. Doch Jones, der den Korb nicht mehr zu verfehlen schien, drehte die Partie noch für die Franzosen. „Das waren alles Würfe, die ich tagtäglich trainiere. Natürlich war das heute hier eine große Bühne. Aber wenn man kontinuierlich Arbeit reinsteckt, zahlt es sich irgendwann aus“, erklärt der Guard.

 
 
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