Nach Corona-Lockerungen im Landkreis Gemischte Gefühle bei Wirten

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Restaurantbesuche sind seit Montag wieder möglich. ⇥ Foto: NGG

Wenige Tage nach den ersten Corona-Lockerung hat die BZ bei Wirten im Landkreis nach Erfahrungen mit dem Neustart gefragt. Die Auflagen schrecken manchen Gast anscheinend noch.

Seit Montag dürfen Restaurants wieder – unter Auflagen – öffnen. In Zeiten der Pandemie ist die Geduld der Gäste gefragt. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin: „Wirte und Kellner freuen sich nach extrem harten Wochen auf Kundschaft. Jetzt zählt jedes getrunkene Bier“, sagt NGG-Geschäftsführer Hartmut Zacher. Mit Blick auf Abstands- und Hygieneregeln werde der Restaurantbesuch jedoch ein anderer sein. Gäste sollten mehr Zeit mitbringen als sonst – und auch Verständnis für die Situation des Personals.

Genau diese Hygienevorschriften schreckten derzeit doch noch einige ab, meint Christian Wentz, dessen Familie das Gasthaus Storchen und den Biergarten Rössle in Bietigheim betreibt. „Es ist komplizierter geworden Essen zu gehen“, sagt Wentz und meint damit die Abstandsregeln und das Erfordernis die Anschrift zu hinterlassen. Ein spontaner Besuch im Biergarten wird erschwert. „Vom Betrieb her ist es deutlich weniger als vor Corona, aber dafür, dass wir so lange geschlossen hatten, läuft es einigermaßen“, sagt Wentz, der sich trotz allem freut wieder für seine Gäste da sein zu können.

„Wir sind sehr froh, dass es weitergeht“, sagt auch Siegfried Egger, der in Bönnigheim das Restaurant Alte Apotheke betreibt. Seit Montag habe man wieder geöffnet und die Gäste seien „happy“ wieder Essen gehen zu dürfen. „Gerade unser Außenbereich ist bei dem Wetter natürlich sehr beliebt“, sagt Egger. Schon an den ersten Tagen konnte er einen guten Besuch verzeichnen und auch für die weiteren Tage habe er einige Reservierungen. Die Corona-Einschränkungen seien für Gäste und Bedienungen kein großes Ärgernis. „Das ist halt jetzt so, und damit müssen wir umgehen“, erklärt Egger. Durch die Abstandsbeschränkungen seien selbst bei vollem Haus viel weniger Gäste erlaubt als vorher. Noch sei es daher zu früh zu sagen, ob man auch im Corona-Betrieb schwarze Zahlen schreiben könne. Weiterhin setzt Egger auch auf den Hol- und Lieferservice.

„Gut Ding will Weile haben“, sagt Frank Land vom Restaurant Marktwirtschaft in Besigheim zu den ersten Tagen im Coronamodus. Die Auslastung am ersten Tag sei mehr als gut gewesen. Etwa zu drei Vierteln sei das Restaurant gefüllt gewesen. Hauptsächlich mit Stammgästen, die sich alle auf die Wiedereröffnung gefreut hätten. Für die weiteren Tage kämen gerade immer mehr Reservierungen herein, so Land weiter.

„Einerseits soll die Gastronomie endlich wieder Genuss und Geselligkeit möglich machen. Andererseits darf die Branche unter keinen Umständen zum Infektionsherd werden“, so Gewerkschafter Zacher. Das gelte auch für die Hotellerie, die ihren Betrieb in den nächsten Wochen langsam wieder hochfahre. Im Kreis Ludwigsburg beschäftigt das Hotel- und Gaststättengewerbe laut Arbeitsagentur rund 7000 Menschen. Viele von ihnen seien auf den ersten vollen Lohn nach langer Zeit in Kurzarbeit angewiesen, so die NGG.

 
 
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