Narren Hexenbrut vor dem Rathaus

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Die Ingersheimer Fasnetzunft Holma´le bereitet sich auf die närrischen Tage vor. ⇥ Foto: Nicht angelegt

Die Mitglieder der 1. Fasnetszunft Holma’le Ingersheim, stauben an Heilige Drei Könige die Masken ab.

Früh im neuen Jahr regen sich die Mitglieder der 1. Fasnetszunft Holma’le Ingersheim, um am Montag (Heilige Drei Könige), 6. Januar, auf dem Dorfplatz vor dem Rathaus ab 16 Uhr die Masken abzustauben. Am Samstag 15. Februar, 13 Uhr, steht der Rathaussturm auf dem Programm.

Bei den Holma’le gibt es ganz unterschiedliche Masken. Zum einen das Holma´le selbst, das unter anderem an seinem schwarzen Hemd mit Schnürung, einer Jacke mit Fellresten, schwarzer Hose und Gürtel mit Trinkhorn, Ledertasche und Glocken zu erkennen ist. Die Wiesentalhex trägt schwarz- rote Kniestrümpfe, einen schwarzen Rock und ein schwarzes Hemd. Dazu eine schwarze Schürze mit aufgenähten Taschen, schwarzes Kopftuch sowie einen Gürtel mit Leinensack und Becher. Die Hexenbrut trägt einen schwarzen Rock (Flicken in rot oder gold), rote Schürze mit aufgenähten schwarzen Taschen, gehäkeltes rotes Schultertuch und einen Gürtel oder eine Kette mit Leinensack.

Der Fährmann – er dient zum Schutz der Maskenträger – trägt ein Hemd wie bei der Brut mit Abzeichen, einen schwarzen Mantel mit Kapuze, eine Landsknechthose, schwarze Stiefel und hat einen langen Stock.

Die Ingersheimer Holma’le haben sich eine eigene Sage zugelegt, von der sich ihr Name ableiten lässt. So hatten die Hessigheimer einst noch keine Brücke über den Neckar. Wenn sie nach Großingersheim wollten oder die Großingersheimer nach Hessigheim und an die Fuhrt am Neckar kamen, so mussten sie warten und dem Fährmann rufen: „Hol, hol über!“ bis dieser es hörte, kam und sie mit dem Fahr (Fähre) übersetzte.

Eines Abends lag der Fährmann schon im Bett. Da hörte er „Hol, hol“ rufen. Er stand auf, nahm die Laterne zur Hand und ging an die Furt. Am anderen Ufer fand er ein kleines Männlein, das eilig ins Fahr stieg. Plötzlich war das Männlein verschwunden. Und an der Stelle, an der es gesessen hatte, lag ein Kreuzer. Als er nach Hause kam, und seine Frau ihn fragte, wer denn so spät noch habe überfahren wollen, da antwortete er: „Ich habe das Holma‘le überführen müssen und habe dafür einen Kreuzer bekommen, der hat wie Feuer gefunkelt.“ Er zog den Kreuzer aus der Tasche, der golden funkelte. Auch die anderen Kreuzer, die er vorher in der Tasche gehabt hatte, waren zu lauter Goldstücken verwandelt. Der Fährmann hatte aber nie wieder Lust, den Geist ins Fahr zu nehmen.

Was der Fährmann jedoch nicht wusste, das Holma´le hatte den Kreuzer nicht absichtlich vergessen, sondern verloren und wollte ihn nun unbedingt wieder haben. Erzürnt darüber, dass der Fährmann ihn nicht mehr holte, beschloss das Holma´le eine Brut zu gründen um seinen Schatz zu schützen. Der Geist irrte tagelang herum, bis er eines Tages ins Wiesental kam. Dort an der Quelle sah er ein Weibsbild, das im Mondlicht in einem Kessel rührte. Es war die grässliche Wiesentalhex. Mit ihr schuf der Geist die Brut, die fortan die Aufgabe hatte, den Schatz des Holma´le zu schützen. All diese Figuren sind jetzt beim Maskenabstauben als auch beim Rathaussturm zu sehen.

 
 
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