Netflix-Produktion im Scala Jochen Laube produziert „Die Kaiserin“ mit Netflix

Von Gabriele Szczegulski
Die Liebesgeschichte des Kaiserpaars Elisabeth und Franz-Josef wird ganz neu und historisch korrekt erzählt. Ab 29. September läuft „Die Kaiserin“ auf Netflix.  Foto: Netflix Inc.

Jochen Laube schaffte es, dass Streeming-Gigant Netflix eine außergewöhnliche Premiere der Serie „Sisi“ im Scala präsentiert.

Gänsehaut habe er schon jetzt, so der Ludwigsburger Produzent Jochen Laube, Geschäftsführer der Sommerhaus-Filmproduktion, wenn er daran denke, dass am 29. September die erste Folge seiner Serie „Die Kaiserin“ über den Bildschirm flimmert. Laube produziert die Serie über die österreichische Kult-Kaiserin Sisi für Netflix. Wenn am 29. September Laube im Scala in Ludwigsburg sitzt und die ersten drei Folgen der Serie auf der Kinoleinwand gezeigt werden, können theoretisch 300 Millionen Netflix-Kunden in aller Welt und in 25 Sprachen bisher synchronisiert, die deutsche Produktion zeitgleich sehen.

„Nun produziere ich eine Netflix-Serie, das ist das Größte, was mir bisher passiert ist“, so Laube, der an der Filmakademie Ludwigsburg studierte. Einen „hohen zweistelligen Millionenbetrag“ ließ der Streamingdienst es sich kosten, dass Laube und Showrunnerin Katharina Eyssen die Geschichte der österreichischen Kaiserin Elisabeth, genannt Sisi, neu verfilmen. „Und sie knauserten auch nicht mit Geld, wenn wir neue Ideen hatten“, so Laube. Netflix sei, so sagt er, sehr interessiert an neuen, kreativen Einflüssen und würde junge Filmemacher sehr fördern und ihnen viel kreative Freiheit lassen.

Dass der Streamingdienst mit Laubes Arbeit und seinem Einfluss auf die Serie zufrieden ist, zeigt auch, dass der Ludwigsburger schaffte, was so noch nie passiert ist: Der Scala-Gesellschafter Laube überredete die Netflix-Verantwortlichen dazu, ein öffentliches Screening der ersten drei Folgen am Erscheinungstag der Serie im Scala in Ludwigsburg zu veranstalten. Für Netflix ist es unüblich, eine öffentliche Premiere abzuhalten. Und noch dazu ist die Aufführung für alle Besucher kostenlos. Zudem kommt die Hauptdarstellerin Devrim Lingnau, eine Mannheimerin, zur Vorführung. „Für mich ist das eine große Sache, dies im Scala, meinem Lieblingskino, zu machen.“

Der ersten Staffel mit sechs Folgen soll im kommenden Jahr eine zweite folgen, wenn die Streamingquoten gut sind. „Wir arbeiten schon mit Netflix daran“, sagt Laube, der es sich nicht nehmen lässt, intensiv am kreativen Prozess mitzuwirken. „Diese Serie ist mir sehr wichtig“, sagt er.

Er sei mit „Kaiserin Sissi“, der Verfilmung mit Romy Schneider und Karl-Heinz Böhm von 1955, aufgewachsen. „Aber das ist mir zu romantisierend.“ Der Ansatz der Serie „Die Kaiserin“ sei ein anderer: „Es geht uns um historische Korrektheit“, so Laube. Es ginge nicht nur um die 16-jährige Kaiserin und den 21-jährigen Kaiser Franz-Joseph. Die beiden wollten, so Laube, ein modernes Herrscherpaar sein, aber die politischen Umstände – Krieg auf der Krim, umkesselt von Zar, Napoleon und den Türken – hätten dies nicht zugelassen.

Jochen Laube. Foto: Helmut Pangerl

Die Netflix-Serie „Die Kaiserin“

Elisabeth
ist eine außergewöhnliche, junge Frau, als sie Franz, Kaiser von Österreich, kennen und lieben lernt. Mit der royalen Hochzeit wird sie, beinahe über Nacht, zu einer der mächtigsten Frauen am Wiener Hof. Die zerbrechliche junge Liebe der beiden wird von Machtkämpfen, Intrigen und den strengen Konventionen am Hof auf die Probe gestellt. Elisabeth muss ihren Weg für sich, ihre Ehe und Österreich finden.

Nach der Hochzeit
muss sich die junge Kaiserin nicht nur in einer für sie fremden Welt orientieren, sondern sich auch gegen ihre Schwiegermutter Sophie durchsetzen, die bis dahin mächtigste Frau am Wiener Hof. Außerdem stellt Maximilian, der als Zweitgeborener im Schatten seines Bruders Franz steht, die Gefühlswelt von Elisabeth auf eine harte Probe. Während sich an den Grenzen des Habsburger Reiches feindliche Truppen formieren, liegt in Wien eine neue Revolution in der Luft. Elisabeth muss herausfinden, wem sie vertrauen kann und wie hoch der Preis ist, Kaiserin und Hoffnungsfigur für ein ganzes Volk zu werden.

Devrim Lingnau
spielt Sisi, Philip Froissant ist Kaiser Franz-Josef, Melika Fouroutain spielt Kaisermutter Sophie und Johannes Nussbaum Herzog Maximilian, den Bruder von Franz-Josef. Die Serie steht unter der Ägide von Showrunnerin Katharina Eyssen, produziert von Jochen Laube und Fabian Maubach, ebenfalls ein Ludwigsburger Absolvent der Filmakademie. Bei den ersten sechs Folgen führten Katrin Gebbe und Florian Cossen Regie.

Ab 29. September
ist „Die Kaiserin“ weltweit auf Netflix zu sehen. Am selben Abend, 20 Uhr, werden die ersten drei Folgen – eine Folge dauert zirka 55 Minuten – öffentlich im Scala in Ludwigsburg gezeigt. Der Eintritt ist kostenlos, es ist nicht möglich, Plätze zu reservieren. Die Hauptdarstellerin Devrim Lingnau und Produzent Jochen Laube sind anwesend. sz

 
 
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