Neubaugebiet Birkenfeld in Kleinsachsenheim Parkraum dominiert Diskussion

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So oder so ähnlich soll das Neubaugebiet Birkenfeld in Kleinsachsenheim aussehen.⇥ Foto: BZ-Grafik/Quelle: KMB

Im Bezirksbeirat Kleinsachsenheim wurde der Entwurf für das Baugebiet Birkenfeld diskutiert. Ums Wohnen ging es nur am Rande.

Wir planen hier ein Wohngebiet, diskutieren jetzt aber seit einer Stunde über Parkplätze“, merkte Thomas Feiert, Fachbereichsleiter Technik bei der Stadt Sachsenheim, an. Thema war der Entwurf zum Bebauungsplan, der am Dienstagabend im Kleinsachsenheimer Bezirksbeirat diskutiert worden ist. Zum Zeitpunkt von Feierts Bemerkung war bei der Fußball-EM die erste Hälfte zwischen Italien und Spanien schon gelaufen. Während es im Wembley-Stadion noch eher gemächlich zugegangen sein soll, flogen in Kleinsachsenheim die Fetzen. Letztlich wurde der Entwurf mit Änderungswünschen verabschiedet.

Bereits an diesem Donnerstag soll der Entwufsbeschluss gefasst, ebenso wie die Entwürfe für die Mini-Baugebiete in Häfnerhaslach und Ochsenbach (die BZ berichtete) verabschiedet werden. Dann sollen die Gebiete, die nach dem beschleunigten Verfahren des Paragrafen 13b Baugesetzbuch durchgeführt werden, öffentlich ausgelegt werden. Die Planverfahren sollen noch in diesem Jahr zum Abschluss kommen. Zu Kleinsachsenheim dürfte aber auch der Gemeinderat erneut diskutieren. Hauptpunkt im Bezirksbeirat war neben der Anzahl der Parkplätze die Verkehrsführung.

Bis zu fünf Stockwerke

Aber erst mal zu den Eckdaten: Ungefähr 140 Wohneinheiten sollen auf 3,5 Hektar am östlichen Rand von Kleinsachsenheim entstehen. Als Nettobauland sind 2,23 Hektar ausgewiesen. Das Gebiet wird durch einen neuen Kreisverkehr angebunden und im Wesentlichen über eine Ringstraße erschlossen. Im Innern der Ringstraße entstehen acht Mehrfamilienhäuser mit drei Vollgeschossen. Dazu sind ein kleineres Dach- und Gartengeschoss erlaubt. Hier wird mit 90 bis 100 Wohneinheiten gerechnet. Es wird Tiefgaragen geben, in denen sich ein Großteil der benötigten circa 140 Parkplätze für diese Gebäude befinden sollen. Im Äußeren Bereich des Birkenfelds gibt es ein- oder zweigeschossige Einfamilien- sowie sogenannte Kettenhäuser, bei denen die Garage ans nächste Haus anschließt.

1,5 Parkplätze pro Wohneinheit sieht der Entwurf vor. Vielen Bezirksbeiräten war das zu wenig. Auch einige Bürger forderten, sich mehr an der Realität zu orientieren. Was zu wenig Parkplätze anrichten, zeige die chaotische Parksituation im Wohngebiet Ost III. Die dortige Bebauung wurde aufs „Birkenfeld“ quasi gespiegelt. Planer Uwe Müller vom Büro KMB verteidigte die Quote und sprach von einem Spagat. Denn mehr Parkplätze würden unter Umständen eine zweite, sehr teure Ebene für die Tiefgarage oder weniger Wohnraum bedeuten.

Feiert fügte an: Der Paragraf 13b sei vor allem dazu gedacht, „Wohnraum und nicht Stellplätze zu schaffen“. Außerdem seien zu viele Stellplätze auch politisch nicht mehr gewollt – wegen der Flächenversiegelung: „Unser Plant ist endlich, wir müssen Anstöße zum Umdenken liefern.“ Die ÖPNV-Anbindung sei verhältnismäßig gut. Auch das Radnetz werde massiv ausgebaut.

Eigener Platz für Fußgänger

Was die Bezirksbeiräte und anwesende Kleinsachsenheimer Stadträte ebenfalls störte: Die Ringstraße ist im Entwurf größtenteils als Mischverkehr geplant. Davon profitierten aber vor allem Autofahrer, die – wie in Ost III – dann einen Großteil der Fläche zuparken würden. Die Stadt hat bereits einen Alternativplan ausgearbeitet, der einen einseitigen Gehweg am inneren Rand der Ringstraße vorsieht. Die Entscheidung trifft der Gemeinderat.

Insgesamt sei die Stadt darauf aus, „bezahlbareren Wohnraum“ zu schaffen. Bei den Gebäuden, die sich letztlich in der Hand der Stadt befinden werden, soll zudem sogenannter sozialer Wohnraum für Einkommensschwache geschaffen werden. Wie viel genau, entscheidet zu einem späteren Zeitpunkt der Gemeinderat.

Ab dem Kreisverkehr aus Metterzimmern kommend soll zukünftig Tempo 50 gelten. Zwar könne das Ortsschild aus baurechtlichen Gründen nicht versetzt werden. Aber durch einen beidseitigen Fuß- und Radweg könne dennoch Tempo 50 angeordnet werden. An der Grenze zu Ost III ist eine Freifläche geplant, die mit den Bürgern als Begegnungsstätte für alle Generationen gestaltet werden soll. „So wachsen die Baugebiete auch zusammen“, betonte Feiert. Auch eine Kita ist perspektivisch angedacht und wohl auch notwendig.

 
 
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