Neuer Spiel- und Rastplatz in Bissingen Spielen zwischen Baumstämmen

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Weihten den Spiel- und Rastplatzes Flößerstraße ein (von links): Claus-Dieter Jaisle (Hoch- und Tiefbauamt), Thomas Bopp (Regionalverband), Oberbürgermeister Jürgen Kessing und Baubürgermeister Michael Wolf.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Der neue Spiel- und Rastplatz in der Flößerstraße in Bissingen wurde am Dienstag eingeweiht. Er wird von der Region Stuttgart mitfinanziert.

Dass der Vorsitzende des Regionalverbands Stuttgart zu einer Spielplatzeinweihung kommt, ist eher ungewöhnlich. Doch erstens ist der Platz an der Flößerstraße in Bissingen, der am Dienstag von Verbandschef Thomas Bopp und Oberbürgermeister Jürgen Kessing gemeinsam eingeweiht wurde, nicht nur ein Spiel-, sondern auch ein Rastplatz, und zweitens ist die Region daran finanziell beteiligt. Rund 370 000 Euro kosteten die Arbeiten, die Region förderte das Projekt zur Hälfte mit 185 000 Euro.

Radler können pausieren

Grund für das regionale Engagement: Der Platz ist Teil eines regionalen Projekts zur Aufwertung des Enztalradwegs. Zur Verbesserung der Infrastruktur sollen dabei die bestehenden Aufenthalts- und Spielflächen attraktiver gestaltet und eine bessere Erlebbarkeit der Enz ermöglicht werden. Radfahrer und Wanderer sollen hier Pause machen können. Die Förderung, die seit 2006 gewährt wird, solle dafür sorgen, dass „aus einzelnen Perlen im Laufe der Zeit eine ganze Perlenkette“ werde, umriss Bopp die Zielsetzung. Für das Bietigheim-Bissinger Projekt, bei dem der 1984 angelegte Spielplatz in der Flößerstraße geringfügig umgebaut und in den neuen Spiel- und Rastplatz integriert wurde, hatte der Regionalpräsident viel Lob parat. „Der Spielplatz ist verdammt gut geworden“, sagte er bei der Einweihung. 

Auch Oberbürgermeister Jürgen Kessing sprach mit Blick auf die schöne Aussicht auf die Enz, das Wehr, die gegenüberliegenden Weinberge und die Rommelmühle von „einer wunderschönen Anlage“. Er erläuterte, dass die Planer vom Büro KuKuk Freiflug GmbH aus Stuttgart als Leitmotiv die Geschichte der Flößerei genommen haben, die einst in Bissingen eine große Rolle spielte. In Form von Holzflößen wurde sie spielerisch dargestellt. Ein Grundfloß aus vier Stämmen, das sich in verschiedenen Varianten auf den alten und neuen Spielflächen wiederfindet, setzte die Idee um. „Wir haben hier viel Holz verbaut“, sagte Kessing.

Klettern und rutschen

Zum Konzept gehöre es, dass der bestehende Höhenunterschied auf dem Spielplatz zum Klettern und Rutschen genutzt wird und bestehende Natursteinmauern lediglich etwas in der Höhe reduziert wurden. Wasser und Sand bilden viele Gelegenheiten zum Spielen, insbesondere für kleine Kinder. Aus Gesprächen wisse man, dass in der Stadt noch ein Matschspielplatz fehle, sagte der Rathauschef. Den habe man jetzt auch geschaffen.

Eltern oder Aufsichtspersonen sind laut Kessing ebenfalls zum Spielen aufgefordert und finden viele Möglichkeiten zum Aufenthalt – auf Sitz- und Liegeflößen, Floßbänken, einer drehbaren Sonnenliege und mehr.

Auch an die Radfahrer wurde gedacht. Sie finden Anlehnbügel für die Räder, Ladestationen für E-Bikes, mit abschließbaren Fächern für die Akkus, und einen Wasserspender, um sich an warmen Tagen mit Trinkwasser zu erfrischen. Nördlich des Platzes befindet sich zudem eine Kanu-Anlegestelle.

Aussichtsbalkon an der Enz

Betont wurde vom Oberbürgermeister, dass die vorhandenen Bäume in die Anlage integriert wurden. Sie sollen mit vier weiteren Bäumen ergänzt werden, welche allerdings erst ab November gepflanzt werden können.

Eine besondere Attraktion an dem Platz soll ein „Aussichtsbalkon“ – der Oberbürgermeister sprach von einem „Skywalk“ – an der Stelle bieten, an der in früheren Zeiten einmal eine Straßenbrücke über die Enz führte. Thomas Bopp verwies auf das ähnliche Beispiel der „Landungsbrücke“ in Fellbach-Öffingen, die noch größer sei und mittlerweile auch zum Heiraten genutzt werde. Vielleicht sei die Bissinger Aussichtsplattform ja auch als Ort für Paare geeignet, die sich das Ja-Wort geben wollen.

 
 
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