Neuer Trainer beim SGV Freiberg Trainer Sbonias übernimmt die Mission Aufstieg

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Quelle: Unbekannt

Seine erste Fahrt als neuer Trainer des Fußball-Oberligisten SGV Freiberg unternahm Evangelos „Laki“ Sbonias am Samstag zu seiner ehemalige Wirkungsstätte. In Backnang beobachtete er das Testspiel des Oberliga-Aufsteigers gegen den Regionalligsten VfB Stuttgart II. Damit begann der 37-Jährige den theoretischen Teil der Vorbereitung auf die neue Saison, denn am 22. August startet er mit dem SGV Freiberg ausgerechnet bei der TSG Backnang in die Spielzeit 2020/2021.

Für Sbonias eine Story, die es sonst nur im Kino zu sehen gibt. „Der Fußall schreibt schon seltsame Geschichten“, meint der Bietigheim-Bissinger mit einem Schmunzeln. Denn bis zum coronabedingten Abbruch der Saison 2019/2020 im März war er bei der TSG Backnang tätig und hatte den Oberligaabsteiger des vergangenen Jahres souverän mit nur einer Niederlage auf Platz eins und damit zurück ins baden-württembergische Fußball-Oberhaus geführt. Erst vor ein paar Wochen war er bei der improvisierten Meisterwimpel-Übergabe im Backnanger Etzwiesen-Stadion noch zu Gast. Am Montag begann Sbonias dann auf dem Freiberger Wasen mit der praktischen Vorbereitung auf die kommende Runde und startete mit der Mission „Aufstieg in die Regionalliga“, die spätestens in zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen werden soll. Dafür hat ihm der Freiberger Sportdirektor Dr. Christian Werner einen hochkarätigen Kader zusammengestellt.

Der „Königstransfer“ ist der bisherige Kapitän und Torjäger des SSV Jahn Regensburg, Marco Grüttner, der am Ende seiner Laufbahn zu seinem Verein aus Jugendzeiten zurückkehrt. Auch Grüttner stieg nach seinem Urlaub am Montag ins Mannschaftstraining ein. Damit fehlte der 35-Jährige, der auch als Sportlicher Leiter fungiert, noch beim ersten Testspiel am Samstag beim Verbandsligisten SV Fellbach. Auch der profierfahrene Michael Klauss musste aufgrund einer Blessur noch passen. Nach einer starken ersten Halbzeit mit Spielfreude, Pressing und einigen feinen Kombinationen, in der das neu zusammengestellte Ensemble seine fußballerischen Qualitäten darlegte, dabei aber auch einige Schwächen in der Defensive offenbarte, stand nach einer zähen zweiten Hälfte ein 3:2-Sieg.

Das erste Freiberger Tor erzielte Flamur Berisha (21.), nach dem Ausgleich durch Claudio Paterna mit einem herrlichen Schlenzer ins lange Eck (40.), sorgten David Müller (43.) und Neuzugang Lukas Hoffmann (45.) für die 3:1-Halbzeitführung. Luis Guedo Ribeiro gelang für die Fellbacher noch der 2:3-Anschlusstreffer (55.).  In der Anfangsformation der Freiberger, die von den Assistenztrainern Marcel Ivanusa und Ferdinand Groß gecoacht wurden, standen mit dem als Kapitän fungierenden Torhüter Sven Burkhardt, Volkan Celiktas, Müller und Hakan Kutlu nur noch vier Spieler aus dem Kader der Vorsaison. Dem 24 Mann (vier Torhüter und 20 Feldspieler) umfassenden Aufgebot, dem noch eine Kreativkraft für die Zehnerposition zugefügt werden soll, gehören insgesamt noch acht Akteure an, die auch 2019/2020 dabei waren. Hinzu kommen zwölf externe Neuzugänge und vier Talente aus der hauseigenen U19. Als Aktivposten fielen in Fellbach von den Neuen vor allem die beiden Außenbahnspieler Yannick Thermann und Jonathan Zinram positiv auf. Der langjährige Oberliga-Torjäger Dominik Salz, als Sturmpartner von Grüttner vorgesehen, mühte sich, rackerte, half hinten aus, kam aber nicht in Abschlusssituationen.

Viele Gespräche geführt

Sportdirektor Werner hatte dem seit November 2019 und bis Juni 2022 noch unter Vertrag stehenden Trainerroutinier Pilipovic aus Freiburg die Anleitung des von der Konkurrenz zum Topfavoriten erkorenen SGV offenbar nicht mehr zugetraut.

 Sbonias ist froh, dass er seine eigenen Ambitionen nun keine zehn Autominuten von seiner Wohnung entfernt in Freiberg angehen und dort die Professionalisierung vorantreiben kann: „Ich bin überzeugt, dass wir unsere Ziele erreichen können.“ Die sehen den Aufstieg in die Regionalliga in spätestens der nächsten zwei Jahre vor. Er stellt aber auch klar: „Nur mit reden kann man die ambitonierten Ziele nicht erreichen. Es ist eine knallharte Arbeit. Wir ziehen an einem Strang. Dann sehen wir, was rauskommt.“

Der ehrgeizige Trainer, der seine Laufbahn beim FV Löchgau begann und vor seiner Backnanger Zeit in der Dritten Liga als Co-Trainer bei der SG Sonnenhof Großaspach und dem SV Werder Bremen II tätig war, erwartet eine „sehr, sehr interessante Runde“ in der Oberliga. „Es sind 21 Mannschaften, das haben wir noch nie gehabt. Es wird auch darauf ankommen, wie man mit der Belastung umgeht“, verweist Sbonias auf die Mammutrunde mit 40 Spielen und zahlreichen englischen Wochen.

Erstmals an der Linie beim SGV steht Sobinas an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) im Testspiel in Freiberg gegen den Bezirksligiten SF Gechingen. Am Samstag (14 Uhr) gastiert dann der VfB Stuttgart II zu einem Vorbereitungsspiel im Wasenstadion.

 
 
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