Neues Angebot in Sachsenheim Unterricht im Wald

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Kirbachtal-Revierförster Theo Wöhr zeigt Kindern und Jugendlichen den Wald und seine Bewohner. Er will vor allem ein breites Bewusstsein schaffen. ⇥ Foto: Martin Kalb

Revierförster Theo Wöhr lädt Schulklassen zu unterschiedlichen Programmen im Forst ein – nicht nur im Kirbachtal.

Sie helfen beim Pflanzen junger Bäume, unterstützen den Bau von Hochsitzen oder sammeln Fichtenzapfen, Eicheln und Co., um daraus kleine Kunstwerke entstehen zu lassen. Dank einer überarbeiteten Konzeption des Fachbereichs Forst beim Landratsamt Ludwigsburg können Schüler im Landkreis Ludwigsburg den Wald als außerschulischen Lern- und Erlebnisraum künftig noch intensiver kennenlernen. Neben dem stellvertretenden Fachbereichsleiter Ralf Zellin besteht das Waldpädagogik-Team im Landkreis aus zwei zertifizierten Waldpädagogen sowie drei Forstrevierleitern. Unter ihnen ist auch der Revierleiter des Kirbachtals, Theo Wöhr.

„Ich werde in den kommenden Wochen verstärkt Kontakt zu den Schulen aufnehmen und unsere Angebote vorstellen. Das jeweilige Programm wird auf die Altersgruppe abgestimmt. Auch sonderpädagogische Einrichtungen sind gerne zu einem Besuch im Wald eingeladen“, schildert Theo Wöhr. Er hat in den vergangenen Jahren bereits Erfahrungen bei unterschiedlichen Aktionen für Schulklassen und auch Kindergartengruppen gesammelt, doch sich nun noch umfangreich in diesem Bereich weitergebildet.

Nachdem der Ministerrat in Baden-Württemberg im Jahr 2017 eine landesweite Konzeption für die Waldpädagogik verabschiedet hatte, wurde diese Aufgabe auch im Rahmen der Forstreform im Landkreis besonders berücksichtigt und entsprechend personell ausgestattet. „Ich bin bei den waldpädagogischen Angeboten nicht nur für mein Revier im Kirbachtal zuständig, sondern auch für ganz Sachsenheim, für Freudental, Löchgau, Erligheim, Bönnigheim, Kirchheim, Walheim, Gündelbach und Horrheim. Da es meist eine logistische Herausforderung ist, die Schulklassen in den Wald zu bringen, versuche ich immer Aktionen vor Ort in der Nähe der Schule umzusetzen“, erläutert Wöhr.

Die Kinder und Jugendlichen sollen den Wald bei den verschiedenen Programmen aktiv erleben und erfahren können. So können sie beispielsweise bei der Kulturpflege helfen und mit Schere sowie Säge Bäume vom Wildwuchs befreien und ihnen mehr Licht verschaffen. Die Schüler erhalten außerdem Einblick in die Bewirtschaftung des Waldes, erkennen, wie wertvoll der Rohstoff Holz ist, beobachten die Kreisläufe in der Natur und erschließen sich die wichtigen Funktionen des Waldes für das Klima. „Ziel ist, das Bewusstsein für einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt zu schärfen. Das Lernen im Wald, das Lernen durch den Wald und das Lernen für den Wald stehen dabei im Mittelpunkt“, betont Dr. Andreas Fritz, Sprecher des Landkreises Ludwigsburg.

Unterschiedliche Bausteine

Revierförster Wöhr versucht seine Programme für die Schulklassen immer mit unterschiedlichen Bausteinen aufzubauen. „Es gibt einen Wissensschwerpunkt, eine spielerische Aktion und auch eine kreative Einheit. Ich gehe dabei individuell auf die einzelnen Klassen ein. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist sehr groß. Klassen können zu verschiedenen Themen auch mehrmals in den Wald kommen“, macht Wöhr deutlich.

In Abstimmung auf die Bildungspläne der Schulen hat der Fachbereich Forst beim Landratsamt Themenboxen mit Materialien, Spielvorschlägen und Versuchsanleitungen zusammengestellt, aus denen sich das Waldpädagogik-Team zu den Bereichen „Wald und Klima“, „Waldarbeit und Holzwerkstatt“, „Wald und Kunst“ oder „Wald und Tiere“ bedienen kann. Besonders groß sei die Nachfrage in der Vergangenheit aufgrund der Klimaschäden vor allem nach Arbeitseinsätzen gewesen, erklärt Fritz. „Bei meinen bisherigen Veranstaltungen war die Reaktion der einzelnen Klassen durchweg positiv. Es hat den Schülern Spaß gemacht, auch wenn viele Kinder und Jugendliche verschieden agieren“, unterstreicht Förster Wöhr, „manche kennen den Wald schon, da sie im Waldkindergarten waren oder mit ihren Eltern oft im Forst unterwegs sind. Für andere wiederum ist er ein fremdes Terrain, und sie haben zunächst gewisse Berührungsängste. Mir ist es vor allem wichtig, dass die Schüler den Wald und seinen Wert schätzen lernen.“

Er tauscht sich mit seinen Kollegen Jürgen Weis und Simon Walz sowie den beiden Waldpädagogen Katharina Obermeier und Luca Schmid regelmäßig aus und sie besuchen gemeinsam Forstbildungen. „Ich freue mich, wenn möglichst viele Klassen Interesse zeigen. Natürlich gibt es auch für die kalte Jahreszeit Angebote, aber von März bis Oktober werden wohl die meisten Aktionen stattfinden“, berichtet Wöhr.

Info Anfragen nimmt der Fachbereich Wald per E-Mail an: wald.erleben@landkreis-ludwigsburg.de oder unter Telefon (07141) 144 2010 entgegen.

 
 
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