Oberligist FSV 08 Bissingen besiegt SKV Rutesheim Dreierpacker Götz braucht keinen „Welpenschutz“

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Alexander Götz erzielte beim 4:1 seiner Nullachter in Rutesheim einen Dreierpack.⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Der Oberligist FSV 08 Bissingen gewinnt auch sein zweites Testspiel gegen den Verbandsligisten SKV Rutesheim mit 4:1.

Es war schon ein wenig paradox. Da gewann der Oberligist FSV 08 Bissingen am Samstagabend auch sein zweites Testspiel souverän mit 4:1 und dennoch bestrafte Trainer Markus Lang seine Kicker nach der Partie mit einer soliden Laufeinheit. Während der unterlegene Verbandsligist SKV Rutesheim schon lange in der Kabine entschwunden war, trotteten die Nullachter nach dem Abpfiff einer recht eintönigen Partie zehn Minuten lang über den Platz.

Zehn Laufminuten als Strafe

Dabei hatte Lang seine Akteure in der Vorwoche noch nach dem Sieg im ersten Vorbereitungsspiel gegen den Verbandsligisten VfB Eppingen vom Absolvieren der Ehrenrunde verschont, obwohl sein Team da „nur“ mit 2:0 gewonnen hatte. 15 Minuten beträgt das maximale Strafprogramm des neuen FSV-Coaches, der erst im Dezember letzten Jahres von Alfonso Garcia übernommen hatte. Für jeden kollektiven Fehler im Spielsystem, den Lang moniert, setzt es dabei fünf Laufminuten für das Team. Zehn Minuten auf der Uhr sind demnach eine ganz schöne Hausnummer, wie auch Lang nach dem Erfolg gegen die klassentieferen Rutesheimer bestätigte: „Zehn Minuten sind schon viel. Doch auch, wenn es letzte Woche nach dem ersten Testspiel keine Extra-Laufeinheiten gab, haben wir heute schon besser gespielt als gegen Eppingen“, sagt der Trainer, der seinen Spielern im ersten Spiel noch den Faktor „Alles neu“ zugutehalten konnte.

Dass die Ehrenrunde der Oberliga-Kicker nicht noch länger ausfiel, hatten die Nullachter vor allem Alexander Götz zu verdanken. Die quirlige Offensivkraft, die bereits gegen Eppingen getroffen hatte, zeigte sich über 90 Minuten in blendender Verfassung, zeigte viel Biss und noch mehr Qualität im Abschluss. Drei Treffer erzielte Götz, der über 90 Minuten ran durfte. Für den vierten Bissinger Treffer zeigte sich unmittelbar vor dem Seitenwechsel Pascal Hemmerich verantwortlich. Der 29-Jährige verwertete nach einem Pfostenschuss von Fabian Kirsten gedankenschnell den Abpraller zum zwischenzeitlichen 2:0 für die Gäste.

Nicht geschmeckt haben dürfte Lang allerdings der Gegentreffer nur kurz nach dem 0:3 durch Götz, als sich der sonst eher biedere Verbandsligist nach einem schnellen Konter plötzlich durch Laurin Stütz zurückmeldete. „Das Tor war schon ein bisschen ärgerlich, da hat unser Abwehrspieler seinen Gegenspieler komplett aus den Augen gelassen“, gesteht der Ex-Trainer der U19 der SG Sonnenhof Großaspach. „Aber Rutesheim hat es sich auch verdient.“ Mehr zu schaffen machte dem neuen Mann an der Seitenlinie des Oberligisten allerdings die passive Spielweise seiner Akteure, für die sich Kapitän Marius Kunde bereits Mitte der ersten Hälfte ein paar deutliche Worte seines Trainers gefallen lassen musste: „Wir müssen anfangen, nach vorne zu verteidigen. Aber dieses defensive Denken ist bei den Spielern noch so verankert. Den Anker müssen wir anfangen zu lösen“, so der Coach, der auch schon die erste Mannschaft der SG Sonnenhof in der Dritten Liga betreut hatte.

Lang sieht sich und sein Team noch in der Findungsphase. „Die wird sicherlich auch noch eine ganze Zeit lang dauern, denn ich versuche, das System komplett neu auszurichten“, so der Coach, der gegen den Verbandsligisten zwar auch „einige gute Aktionen“ gesehen hatte, seinen Kickern allerdings auch noch deutlich „Luft nach oben“ und „noch nicht den nötigen Fitnesszustand“ bescheinigte. Zu hoch wollte Lang nach nur wenigen Wochen Training mit seinem neuen Team die noch ausbaufähige Leistung der Nullachter allerdings auch nicht hängen. „Momentan genießen die Spieler noch einen gewissen Welpenschutz“, sagt der 45-Jährige mit einem Lächeln.

 
 
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