Parkplatznot in Kleinsachsenheim Hohe Bußgelder für Falschparker

Von Michaela Glemser
Rund um die evangelische Kirche in Kleinsachsenheim herrscht Parkplatznot. Teilweise wird auf Gehwegen geparkt. Doch das kann für Autofahrer teuer werden.⇥ Foto: Martin Kalb

In Kleinsachsenheim regt sich Unmut wegen mangelnder Stellplatzmöglichkeiten in der Ortsmitte. Doch das Ordnungsamt wird bei seiner Linie bleiben.

Bei einigen Anwohnern in der Ortsmitte von Kleinsachsenheim sorgten in jüngster Zeit Bußgelder, die von den Mitarbeitern des Ordnungsdienstes der Stadt verhängt wurden, für Unmut. Vor allem in den Straßen rund um die Evangelische Kirche kam es immer wieder vor, dass Fahrzeuge teilweise auf den Gehwegen geparkt waren.

Nach Ansicht einiger Anwohner, die so ihre Fahrzeuge abstellten, geschah dies aus Rücksicht auf die vorbeifahrenden Einsatz-, Müll- oder Baustellenfahrzeuge. An die Fußgänger auf den Gehwegen haben die parkenden Autofahrer dabei jedoch nicht gedacht. „In der Straßenverkehrsordnung heißt es ganz klar, dass Fahrzeuge die Fahrbahn benutzen müssen. Dies gilt auch für den ruhenden Verkehr. Gehwege gehören nicht zur Fahrbahn, Daher ist das Parken auf Gehwegen grundsätzlich verboten, wenn es nicht ausdrücklich durch ein entsprechendes Verkehrszeichen zugelassen ist“, erklärt die Sprecherin der Stadt Sachsenheim, Nicole Raichle.

Schutz der Fußgänger

Sie verweist darauf, dass die Verantwortlichen der Stadt mit der Durchsetzung der Parkregeln die schwächsten Verkehrsteilnehmer, die Fußgänger, schützen wollen. „Es kann nicht sein, dass Fußgänger, Kinder oder ältere Personen ohne oder mit Gehhilfen, Eltern mit Kinderwagen oder auch Rollstuhlfahrer den schützenden Gehweg verlassen und auf die Straße ausweichen müssen“, betont  Raichle.

Dass dieses falsche Parken kein Kavaliersdelikt ist, bekamen besagte Fahrzeugbesitzer zu spüren. Das Falschparken ohne konkrete Behinderung werde mit einer Geldbuße von 55 Euro geahndet, Falschparken mit konkreter Behinderung sogar mit 70 Euro und einem Punkt im Fahreignungsregister des Kraftfahrt-Bundesamts in Flensburg, macht Raichle deutlich. Aussagen von Falschparkern wie „Da läuft ohnehin kaum jemand“ seien völlig irrelevant, denn es kommt bei den Strafen nicht auf die Fußgängerfrequenz auf den Gehwegen an, die als Parkfläche mitgenutzt werden.

Nach Auskunft Raichles haben die Verantwortlichen der Stadt bei den Falschparkern in der Ortsmitte Kleinsachsenheims zwar das Gespräch mit den Betroffenen gesucht, aber dennoch werden die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes der Stadt auch weiterhin im gesamten Ortsgebiet von Sachsenheim derartige Verstöße konsequent ahnden.

Dass die Parkplätze rund um die Evangelische Kirche rar sind, weiß auch der Kleinsachsenheimer Pfarrer Christian Treiber. „Manchmal wird sogar auf dem Kirchplatz in zweiter Reihe geparkt. Während der Pandemie, als weniger Veranstaltungen in der Kirche und im Gemeindehaus stattgefunden haben, haben wir es aus Kulanz toleriert, dass auch Anwohner die Parkplätze der Kirchengemeinde genutzt haben. Diese brauchen wir jedoch inzwischen bei Veranstaltungen wieder selbst, denn es gibt manche Besucher, die einfach schlecht zu Fuß sind. Wir haben die Anwohner auf unseren Parkplätzen daher darauf aufmerksam gemacht, und sie halten sich inzwischen auch weitgehend daran“, erläutert Pfarrer Treiber.

Kein Kauf möglich

Manche Fahrzeugbesitzer in der Ortsmitte von Kleinsachsenheim haben sich auf der Suche nach neuen Parkmöglichkeiten an die Stadt mit Kaufanfragen für städtische Flächen gewandt, um dort selbst Stellplätze errichten zu können. „Schon im Jahr 2020 wurde nach verwaltungsinterner Diskussion jedoch beschlossen, die in Frage kommenden Flächen nicht zu verkaufen. Grundsätzlich sollte jeder Anwohner vor dem Auto- und Immobilienkauf schauen, wo Fahrzeuge abgestellt werden können. Mit einem Stellplatzschlüssel von Zwei bei Neubauten will die Stadt künftig bereits beim Bau von Immobilien auf ausreichend Parkraum achten“, erläutert Stadtsprecherin Raichle.

Ähnlich wie in Kleinsachsenheim sieht es auch in anderen Stadtteilzentren aus wie beispielsweise im Herzen von Großsachsenheim, wo die Parkplatzsuche ebenfalls zum Geduldsspiel werden kann. Ob hier eventuell ein mögliches Parkhaus Abhilfe schaffen kann, wird die Zukunft zeigen.

 
 
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