Planungen fürs Bietigheimer Krankenhaus Bebauung soll lockerer werden

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Das Bietigheimer Krankenhaus aus der Luft. Im Vordergrund das Parkhaus. Foto: Werner Kuhnle

Am Bietigheimer Krankenhaus gibt es in Sachen bauliche Weiterentwicklung eine Planänderung. Details sollen im Frühjahr beraten werden.

Die RKH-Kliniken haben am Standort Bietigheim viel vor. Umfangreiche Baumaßnahmen sind vorgesehen, für die seit mehreren Jahren an einem Masterplan gefeilt wird. Daran soll auch festgehalten werden, doch das Konzept für die Neubebauung soll ein anderes sein. Das geht aus der Unternehmensplanung für die Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH hervor, die vom Kreistag wie vom Bietigheim-Bissinger Gemeinderat vor der Winterpause abgesegnet wurde.

Die Pläne der Klinikenleitung für das Krankenhaus Bietigheim beinhalten, wie bereits berichtet, eine Vielzahl von mittel- bis langfristigen Vorhaben, die teilweise technisch sehr komplex sind. Mit einem Bettenanbau soll grundsätzlich zusätzliche Kapazität für das geplante Zentrum für Altersmedizin geschaffen werden. Außerdem soll ein Großteil der bestehenden Stationsbetten modernisiert beziehungsweise neu errichtet werden.

Durch die Anbindung eines Erweiterungsbaus soll zudem auch die Struktur des Bestandsgebäudes angepasst werden. Der Eingang zum Krankenhaus soll in Richtung Parkhaus verlegt werden und den Standort vollständig neu ausrichten, heißt es im Unternehmensplan. „Dadurch ergeben sich kurze Wege für Patienten, Mitarbeiter und Besucher zu den jeweiligen Verkehrsmitteln und eine neue städtebauliche Qualität.“

Im Zuge des Umbaus soll das gesamte Erdgeschoss grundlegend verändert und patientenorientiert gestaltet werden. Die zu Behandlungsbeginn notwendigen Funktionen Zentrale Notaufnahme, Patientenaufnahme und die Ambulanzen, inklusive Notfallambulanz, sollen dort in unmittelbarer räumlicher Nähe untergebracht werden.

Abstimmung mit der Stadt

Zur Umsetzung der Pläne, die sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren erstrecken soll, war als erster Schritt der Abriss der alten Tiefgarage gedacht. Wie die Klinikenleitung im Unternehmensplan mitteilt, sind die Planungen nun aber erst einmal gestoppt worden. Eine Baukörperstudie habe gezeigt, dass die Schaffung der benötigten Räume auch in der sogenannten Pavillonbauweise möglich ist. Durch dieses Bauformat könnten neue Gebäude in Teilabschnitten entstehen, die jeweils eigenständig nutzbar sind. Damit entstehe auch eine Planungssicherheit, da die Investitionen schrittweise freigegeben werden könnten.

Unter der Pavillonbauweise versteht man, vereinfacht gesagt, statt eines einzelnen Quaders eine aufgelockerte Struktur mehrerer Quader, die miteinander verbunden sind, erläutert Nicolai Stolzenberger, der Leiter des RKH-Krankenhauses Bietigheim-Vaihingen. Dadurch solle entlang der Uhlandstraße zwischen Parkhaus und Neubau „ein beruhigter Boulevard mit städtebaulicher Qualität“ entstehen. Diese Planung sei in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung geschehen, betont der Krankenhaus-Leiter.

Der Vorteil gegenüber der bisherigen Planung liege darin, dass die neue Struktur leichter an das Bestandsgebäude angeschlossen werden könne. Zudem solle die zukünftige Entwicklung auf dem Areal – über das Jahr 2040 hinaus – Berücksichtigung finden. Das bedeutet, man will sich bereits anschauen, wie der Krankenhaus-Campus in 20 Jahren aussehen könnte, wenn weitere Sanierungen und bauliche Ergänzungen anstehen.

Was die Überlegungen zur Umstrukturierung des Erdgeschosses und zur Verlegung des Eingangs betrifft, bleibe es aber bei den bisherigen Überlegungen, so Stolzenberger.

Klausursitzung geplant

Im Frühjahr soll die neue Konzeption vertiefend beraten werden. Nach einer ersten Vorstellung im November letzten Jahres im Aufsichtsrat ist im Februar eine Klausursitzung mit den Aufsichtsräten geplant, berichtet der Klinikleiter. Danach soll das weitere Vorgehen beschlossen, und es soll eine Kostenschätzung gemacht werden.

An finanziellen Mitteln sind daher laut Unternehmensplanung zunächst nur Planungsraten im Budget berücksichtigt worden. Laut den bisherigen Schätzungen war für das in zwei Bauabschnitten zu realisierende Bauprojekt eine Investitionssumme von rund 50 Millionen Euro veranschlagt worden.

 
 
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