Polizeieinsatz in Erligheim Keine Spur vom dritten Mann

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In der Erligheimer Schuppenanlage hielt sich der Komplize der Bankräuber versteckt⇥ Foto: Martin Kalb

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg haben weitere Details zu den Hintergründen der Tat und den Tatverdächtigen erbracht.

Am Donnerstag kam es, wie die BZ berichtete, gegen 1.55 Uhr im Zuge eines polizeilichen Einsatzes wegen einer geplanten Sprengung eines Geldautomaten zu tödlichen Schüssen auf einen der beiden Tatverdächtigen in einer Bankfiliale in Erligheim.

Die auf Hochtouren laufenden Ermittlungen der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg haben weitere Details zu den Hintergründen der Tat und den Tatverdächtigen erbracht. Wie berichtet, leitete die Polizei nach einem Zeugenhinweis auf verdächtige Aktivitäten geeignete Überwachungsmaßnahmen an der SB-Filiale ein. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag tauchten dann die beiden Tatverdächtigen bei der Bank auf und machten sich am Geldautomaten zu schaffen. Hierzu verwendeten sie einen zuvor in Erligheim gestohlenen VW Transporter.

Als klar war, dass die Sprengung des Automaten kurz bevorstand, griff eine Spezialeinheit der Polizei zu. Einer der beiden Tatverdächtigen ging bei der Festnahme mit einem etwa 35 Zentimeter langen Schraubendreher auf die Beamten des Mobilen Einsatzkommandos los, weshalb ein Schusswaffengebrauch erfolgte. Der schwer verletzte Mann wurde von den Einsatzkräften sofort reanimiert, verstarb jedoch noch am Einsatzort. Der zweite Tatverdächtige konnte in Tatortnähe festgenommen werden.

Wie jetzt bekannt wurde, handelt es sich bei dem Verstorbenen um einen 58-jährigen litauischen Staatsangehörigen. Nach dem Mann wurde europaweit und bundesweit mit Haftbefehlen wegen Geldautomatensprengungen und Einbrüchen gefahndet. Der zweite Tatverdächtige, den die Polizei nahe des Tatorts festnahm, ist ein 29-jähriger türkischer Staatsangehöriger. Der mehrfach vorbestrafte Mann wurde am Freitag einem Haftrichter vorgeführt.

Im Zuge der Ermittlungen stellte man am Donnerstag auch eine aufgebrochene Scheune am Ortsrand von Erligheim fest, in der, wie die BZ am Donnerstag berichtete, sich ein dritter Täter aufgehalten haben soll. Nach den bisherigen Erkenntnissen kommen die beiden Tatverdächtigen auch für die verübte Sprengung eines Geldautomaten in Ottmarsheim in Frage. Die Polizei prüft, ob den Männern weitere Taten im süddeutschen Raum zuzurechnen sind.

 
 
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